Gerichte und ihre Geschichte: So kocht und isst die Welt!

Kubanisch Kochen - Verlag die Werkstatt
Kubanisch Kochen - Verlag die Werkstatt
Das Kochbuchprogramm „Gerichte und ihre Geschichte" führt den Leser einmal um den ganzen Planeten und vermittelt mehr Wissen als man sich merken kann.

Was würde man auf Kuba eigentlich aus Lammfleisch machen? Gibt es Kuchen auch in Tibet? Essen Indianer Kartoffeln? Welches Gemüse isst man in den Anden? Was frühstückt man in Dänemark? Wenn man erst mal anfängt darüber nachzudenken, was andere Menschen in anderen Ländern wohl gerne essen oder wie sie etwas zubereiten, dann fallen jedem viele unterschiedliche Fragen ein. Das Essen ist in jedem Land ein wichtiger Teil der Kultur und nicht nur vom Wetter, sondern auch von den Menschen abhängig.

Andere Menschen, anderes Essen

Wer mehr über die Welt, die Menschen und ihre Essgewohnheiten lernen möchte, aber nicht den Mut oder die Zeit hat umherzureisen, der muss auf Bücher zurückgreifen. Bisher konnte man zwar über Land und Leute gründlich recherchieren, aber um das Essen zu kosten musste man ins Flugzeug steigen. Der „Verlag die Werkstatt“ bietet jetzt eine andere Möglichkeit. Er bringt eine Reihe mit dem Titel „Gerichte und ihre Geschichte“ auf den Markt. Jeder Band widmet sich einem Land oder einem Kulturkreis und stellt die dort gebräuchlichsten Gerichte vor. Aber damit nicht genug. Die über 30 Seiten langen Einleitungen zu den Rezepten führen den Leser in die Küchentraditionen und die Herkunft der wichtigsten Zutaten ein. Man lernt etwas über Land und Leute, Geschichte und Entwicklung und natürlich über das Essen. Die Bücher präsentieren nicht einfach nur ein Rezept zur Zubereitung von Fleisch und man kann sich dann fragen, ob man am anderen Ende der Welt genau wie wir Kartoffeln dazu essen würde. Wenn man sich die Mühe macht, dass ganze Buch zu lesen, weiß man hinterher auch, wie in dem besprochenen Land die Mahlzeiten kombiniert werden würden, ob es Nachtisch gibt, wann man Kuchen isst und ob es Tee oder Kaffee zum Kuchen geben würde. Man lernt nicht nur viele neue Rezepte kennen, man lernt auch viel über die Essgewohnheiten.

Hühnersuppe in aller Herren Länder

Im Band über die arabische Küche erfährt man zuerst, wie man verschiedene Brote selber backen kann. Natürlich fehlen die in jedem arabischen Restaurant so begehrten Mezze auch in diesem Buch nicht und man lernt, wie diese kleinen Vorspeisen zubereitet werden können. Es gibt ein eigenes Kapitel über Couscous und natürlich eines über Süßspeisen. Im Kapitel über Getränke steht, wie man Gewürztee und Schwarzen Tee mit Minze selber zu machen kann. Ein Rezept über Hühnersuppe fehlt im Band über die arabische Küche natürlich auch nicht. Ebenso wie in dem Band über die kubanische Küche. Hier ergänzt man Tomaten und bekommt eine wirklich ganz andere Hühnersuppe als die, die man in Deutschland so kocht. Im Band „Kubanisch Kochen“ erfährt man außerdem viel über Bananen. Zum Beispiel, dass sie auf Kuba so etwas wie das Nationalobst sind. Wer vom kubanischen Lebensstil durchdrungen ist, wird als „aplatanado“ bezeichnet, was so viel heißt wie „bananisiert“. Natürlich wird man nach der Lektüre dieses Buches auch etwas schlauer sein was das Thema Rum angeht.

Gerichte und ihre Geschichte

Eine wirklich durch und durch gelungene Kochbuchreihe für alle, die die deutsche Küche schon beherrschen und mit ihrem Schnellkochtopf die Welt erobern wollen. Die Einleitung macht Lust auf die Küche des im Buch besprochenen Landes und die Rezepte sind oft so anderes als die heimischen, dass sie das Fernweh wecken. Man kann sofort losstarten und sich die weite Welt in die Küche hineinkochen.

Arabisch kochen, Gerichte und ihre Geschichte, C.u. M. Gohary/Lagunaoui, Edition diá, 232 Seiten, Verlag die Werkstatt, 16,90 Euro

Kubanisch kochen, Gerichte und ihre Geschichte, Birgit Kahle, Edition diá, 168 Seiten, Verlag die Werkstatt, 16,90 Euro

Eva Rendl, Eva Rendl

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