
- Handschlag - IHK Essen
Nicht alle Deutschen, die irgendwo auf der Welt Geschäfte machen, Handel treiben, Dienstleistungen anbieten oder Waren produzieren, sind Mitglied der jeweiligen deutsch-ausländischen Industrie- und Handelskammer. Eine Mitgliedschaft ist keine Pflicht, aber eine Überlegung wert. Aber auch andere freiberufliche deutsche Fachkräfte – Anwälte, Steuerberater, Finanzberater – stehen in vielen Ländern bereit.
Im Ausland Geschäfte machen und Handel treiben - Export, Import, Produktion, Service
In der europäischen Union (EU) kann eigentlich jeder sich geschäftlich betätigen. Angefangen von der Initiative eines Handwerkers, der sich als Einmannbetrieb selbstständig macht, über Joint-Ventures, freie Handelsvertreter, bis zur Einrichtung von Vertriebslagern oder der Umsiedlung ganzer Betriebsstätten. In Europa geht das zumindestens auf dem administrativen Sektor und bei kleineren Aktivitäten mehr oder weniger unbürokratisch; bei großen Vorhaben oder bei Übersee-Aktivitäten sollte man aber in jedem Fall auf Hilfen und Erfahrungen zurückgreifen.
Deutsche Handelskammern im Ausland – Dienstleistung mit Erfahrung
Teils seit über einhundert Jahren sind deutsche Industrie- und Handelskammern auf dem internationalen Markt tätig und verfügen über Erfahrungen und Verbindungen zu den wirtschaftlichen und politischen Kreisen des Gastlandes. Die IHK unterstützt den Auf- oder Ausbau Ihre Auslandsaktivität. Partner und Kontakte werden im wirtschaftlichen, privaten und politischen Bereich vermittelt. Man profitiert nicht nur vom großen Erfahrungsaustausch, sondern vor allem vom umfangreichen Dienstleistungsangebot.
Das Aufgabengebiet der IHK im Ausland - Analysen, Kontakte, Beratung
Ermittlung von Geschäftspartnern und Aufbau von Vertriebsnetzen, individuelle Vermittlung von Handelspartnern, Untersuchungen über Erfolgsaussichten von Projekten, Marktstudien, sowohl auf das Produkt, die Geschäftsidee oder die regionalen Voraussetzungen bezogen. Dann auch die Standortsuche, sowie Ansiedlungs- und Investitionsberatung, Kundendirektakquisition, Anbahnung und Durchführung von Kooperationen, An- und Verkauf von Unternehmen, und schließlich die Domizilierung Ihres Unternehmens, einschließlich aller administrativen und steuerrechtlichen Schritte.
Praktische Beispiele und Einzelleistungen – Steuer, Investitionen, Gesetze, Umwelt
Angenommen Sie möchten Ihre Produkte auf dem Markt des Gastlandes anbieten, möchten aber überprüfen lassen, ob diese den Gesetzen des Gastlandes entsprechen. Dabei tauchen häufig Fragen auf: Ist zur Markteinführung im Gastland eine Genehmigung des zuständigen Ministeriums erforderlich? Welche Normen, Vorschriften und Gesetze sind zu beachten? Existieren Umweltauflagen oder Auflagen auf dem Nahrungsmittelsektor? Welche Etikettierungsvorschriften sind anzuwenden? Was sagen europäische oder internationale Bestimmungen dazu? Unterliegt die Angelegenheit eventuell einem Embargo? Gibt es Investitionshilfen? Welche steuerlichen Aspekte sind zu beachten? Wie kann man die Rückerstattung der Mehrwertsteuer durchführen?
Die Fachleute informieren gezielt über Sonderbestimmungen, die oft bei Lebensmittel, Kosmetika, Pharmazeutika und Schadstoffen angewendet werden müssen. Die IHK steht in ständigem Kontakt mit den Behörden des Gastlandes, mit Verbänden und Prüfstellen.
Die Verbandszeitschriften der ausländischen IHK für Kontakte und Anzeigen nutzen
Mit eigenen Verbandszeitschriften verfügen die IHK’s im Gastland über einen weiteren Multiplikator. Dort finden sich nicht nur Berichte aus dem Wirtschaftsbereich oder Hinweise auf neue Gesetze, sondern im Anzeigenteil auch die Möglichkeit einer Geschäftsanzeige oder einer Anzeige für Stellengesuche und Stellenangebote. In der Geschäftsanzeige können Sie zum Beispiel Partner suchen oder Ihre Produkte offerieren, und zwar auf Deutsch und/oder der Sprache des Gastlandes. Wobei der Übersetzungsservice der IHK zur Verfügung steht.
Stellenmarkt, Personalberatung, Profilerstellung
Das gleiche gilt für den Stellenmarkt. Deutsche und ausländische Firmen bieten hier Stellen besonders in allen kaufmännischen Bereichen: Buchhaltung, Export, Finanzen, Import, Marketing, Sekretariat, Werbung. Auch Techniker und Ingenieure sind gefragt. Die Stellenanzeigen der IHK werden von Geschäftsführern und Personalchefs gelesen, von Unternehmens- und Personalberatern, Zeitarbeitbüros sowie deutschen und ausländischen Arbeitsämtern. Über die Anzeige hinaus kann von der IHK eine Nachbetreuung bzw. eine Profilerstellung übernommen werden.
Auch Adressen und Praktikanten werden vermittelt
Die IHK liefert Adressen von Unternehmen und möglichen Partnern des Gastlandes, einschließlich Telefon, Telefax, Webpräsenz, Geschäftsführung, Rechtsform, Kapital und Umsatz, Beschäftigtenzahl, Bankverbindungen, Branche, Exportländer der Firma, Produkte und Firmenaktivitäten sowie die Namen der Verantwortlichen. Außerdem vermittelt die IHK mit einem Sonderprogramm Praktikanten.
Bei Büchern und Broschüren geht es nicht nur um Wirtschaft und Handel
Die IHK-Veröffentlichungen beinhalten auch Randgebiete wie Rechtsberatungen, Insolvenzrecht, Bankenrecht, Arbeitsrechts des Gastlandes. Vertragsgestaltung für leitende Angestellte, Rechtsfragen und Tabellen zur Gründung und Führung einer Niederlassung. Zum Thema Steuern im Gastland bietet die IHK Fachpublikationen zu den Begriffen Einkommensteuer, Rechnungswesen, Körperschaftssteuer und Bilanzierung. Vertriebs- und Marktstudien, Exportförderung, Umweltsituation, den Landesregionen oder mit dem Verzeichnis deutscher Niederlassungen. Der Immobiliensektor ist mit Mietvertragsbeispielen und Grundstückserwerb vertreten. Sogar scheinbare Nebensächlichkeiten wie Restauranteröffnung oder vorübergehende Tätigkeit im Gastland sind in der Liste zu finden.
Webseiten, Fachkräfte, Adressen
Adressen und Webseiten der weltweit agierenden deutschen Außenhandelskammern sind über die zentrale Webseite der AHK zu finden. Jede Außenhandelskammer hat dann noch einmal eine eigene Webseite.
Deutschsprachige Fachkräfte haben sich ebenfalls in zahlreichen Ländern angesiedelt. Als Freiberufler arbeiten sie zum Teil mit der Handelskammer zusammen oder ergänzen deren Tätigkeit. Im Internet findet man deutschsprachige Fachkräfte wie Steuerberater, Anwälte, Übersetzer oder Notare mit den Suchbegriffen „Deutsche im Ausland“ oder „Deutsche in…(einem bestimmten Land…“).
Auch die Handelsabteilungen der deutschen Auslandskonsulate geben bei bilateralen Wirtschaftsangelegenheiten Auskünfte, stellen Kontakte her oder stellen Adresslisten zur Verfügung. Jedenfalls steht geschäftswilligen Deutschen im Ausland ein breites Spektrum an Möglichkeiten und Informationen zur Verfügung.
