Geschichte Berlins von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart

In diesem Beitrag erfolgt ein Abriss der Berliner Geschichte von der Weimarer Republik über die NS- Zeit und die Zeit der Teilung bis hin zur Gegenwart.

1920 entstand Berlin in seiner heutigen, flächigen Ausprägung. Acht Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke wurden durch eine Gebietsreform zu einem Gebiet zusammengefügt, zu "Groß-Berlin". So wurde Berlin zur größten Industriestadt des Kontinents. Darüber hinaus war es eine Medienmetropole, auch für damalige Verhältnisse. 149 Zeitungen erschienen hier. Als geistiges und kulturelles Zentrum hatte es Weltgeltung erlangt. Berühmte Architekten dieser Zeit, wie Scharoun, Taut und Gropius bauten in der Stadt. Der Rundfunk erlebte in Berlin 1923 seine deutschlandweite, das Fernsehen 1931 seine weltweite Premiere. Durch Wissenschaftler wie Heisenberg, Einstein und Bosch wurden Nobelpreise nach Berlin geholt. Künstlerische Prägung erfuhr Berlin durch Maler wie Grosz, Liebermann und Beckmann und durch Schriftsteller wie Brecht, Tucholsky und von Ossietzky.

Vor allem während der "Goldenen 20er Jahre" erlebten Kabarett und Varieté in Berlin eine Blütezeit. Allerdings kam es während dieser Zeit zunehmend zu Straßenschlachten zwischen rechten und linken Gruppen, politisch motivierten Morden, sozialen Spannungen sowie zu Inflation und Wirtschaftskrisen.

Berlin unter den Nationalsozialisten

Anfang 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Damit begann die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, durch die das Leben in Berlin grundlegend verändert wurde. Vielfältiger Terror gegen politisch Andersdenkende setzte schon unmittelbar nach der Regierungsübernahme ein. Anhand bereits existierender Listen wurden Hunderte Personen in Berlin verhaftet, vor allen Angehörige der SPD, der KPD, Funktionäre der Gewerkschaften sowie Intellektuelle.

Gleichzeitig begannen der Terror und die Verfolgung gegenüber den damals rund 170.000 Berliner Juden. Beides verstärkte sich im Laufe der folgenden Jahre und erreichte in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 einen ersten Höhepunkt. Ab Oktober 1941 begann die Deportation der Juden in die Vernichtungslager. Über 60.000 Juden aus Berlin wurden dort ermordet.

Mit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in Karlshorst am 8. Mai 1945 endete das Regime der Nationalsozialisten. Berlin war durch den Krieg schwer getroffen worden. Etwa 600.000 Wohnungen waren zerstört, nur noch 2,8 Mio. Menschen lebten noch im größtenteils aus Ruinen bestehenden Berlin.

Berlin unter den Siegermächten

Im Zuge der Besetzung Deutschlands durch die Siegermächte erhielt Berlin einen Sonderstatus als gemeinsame Besatzungszone. Als solche sollte Berlin von allen vier Siegermächten gemeinsam und einheitlich verwaltet werden. Hierfür erfolgte die Aufteilung des Berliner Stadtgebietes in vier Sektoren. Diesen stand jeweils ein Stadtkommandant vor. Diese vier bildeten die Alliierte Militär- Kommandantur, die wiederum dem ebenfalls in Berlin ansässigen Alliierten Kontrollrat unterstand. Die Zusammenarbeit war jedoch durch den sich entwickelnden Kalten Krieg geprägt, so dass man sich über immer weniger Fragen einig werden konnte. Analog zu dem Umstand, dass sich die Besatzungszonen innerhalb Deutschlands auseinanderentwickelten, geriet auch die Einheit Berlins unter Druck. Durch eine Blockade des Westteils der Stadt versuchte die Sowjetunion 1948, die Westalliierten zum Abzug aus der Stadt zu bewegen. Diese blieben jedoch ebenso wie die Bevölkerung standhaft und versorgten elf Monate lang West- Berlin aus der Luft.

1949 wurden die beiden deutschen Staaten gegründet, wobei besatzungsrechtlich weder Westberlin zur Bundesrepublik noch Ostberlin zur DDR gehören durften. In der Realität wurde jedoch der Ostteil der Stadt immer mehr in den sozialistischen Staat eingegliedert und übernahm dessen Hauptstadtfunktion, während der Westteil faktisch den Status eines Landes der Bundesrepublik Deutschlands erhielt. Es wurde jedoch weiter nach dem Sonderstatus verfahren, welcher für die Alliierten das letzte Entscheidungsrecht vorsah.

In den Jahren nach dem gescheiterten Aufstand in der DDR 1953 kam es zu einer zunehmenden Flucht von DDR- Bürgern in die Bundesrepublik und nach Westberlin. Um diesen Strom aufzuhalten, wurde durch die DDR 1961 die Berliner Mauer errichtet. Die Ostberliner waren so in ihrem Staat eingesperrt, während die Westberliner nun aus Ostberlin ausgesperrt waren. In den Folgejahren wurden die Grenzanlagen immer weiter ausgebaut. Trotzdem versuchten immer noch viele DDR- Bürger, diese in Richtung Westen zu überwinden, was bis zum Fall der Mauer 1989 etwa 100 Menschen das Leben kostete. Während der Zeit der Trennung durch die Mauer blieb den Menschen im Ostteil nicht viel Anderes übrig, als das bestehende System hinzunehmen. Im Westen der Stadt fühlte man sich durch den Mauerbau bedroht. Westberlin erfuhr eine hohe politische und wirtschaftliche Solidarität durch die BRD, welche sich auch in hohen Subventionen äußerte. Der Ostteil wurde innerhalb der DDR bevorzugt versorgt, wodurch sich im übrigen Teil der DDR eine Abneigung gegen die Hauptstadt entwickelte.

Städtebaulich entwickelten sich die beiden Stadtteile ebenfalls unterschiedlich. In Ostberlin wurde auf Quantität bei der Errichtung neuen Wohnraums für möglichst viele Menschen gelegt. So entstanden die Trabantenstädte sozialistischer Plattenbauprägung. Demgegenüber setzte man im Westteil auf die Errichtung repräsentativer Neubauten, um sich u.a. als Messestadt zu profilieren. Dies hatte vor allem im Westteil der Stadt eine jahrzehntelange Wohnungsnot zur Folge.

Berlin ist seit der politischen Wende wieder auf dem Weg zu einer Weltmetropole

Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Dies war die Folge des zunehmenden Drucks aus der eigenen Bevölkerung, dem sich die DDR- Führung schließlich hatte beugen müssen. Innerhalb eines Jahres erfolgen Währungsunion und Deutsche Einheit. Seit 1990 intensivierte sich die Zusammenarbeit der Regierungen der beiden Stadthälften ganz wesentlich. Am 2. Dezember wählten die Berliner gemeinsam zum ersten Mal direkt ihre Bundestagsabgeordneten. Seit Beginn der 1990er Jahre ist Berlin wieder Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, seit 1999 auch wieder Regierungssitz und städtebaulich und kulturell wieder auf dem Weg zu einer Weltmetropole.

Zur Geschichte Berlins von den Anfängen bis zur Weimarer Republik

Hermann Griesel, Hermann Griesel

Hermann Griesel - Studium der Geographie, der Soziologie und des Verkehrswesens Abschluss als Diplom- Geograph 2004. Fachliche Interessen und ...

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