
- Schlenzger-Haus in Spalt - Christine Rödel
Das kleine idyllische Fachwerkstädtchen Spalt wurde mit einer Benediktinerabtei um 800 nach Christus gegründet. Erstmals wird Spalt um 1031 urkundlich erwähnt. Heute lädt der beschauliche Ort in Mittelfranken, mit seinen historischen Bauten zum Stadtrundgang ein. Bekannt wurde Spalt mit dem Anbau von Aromahopfen und seinem nach dem Reinheitsgebot gebrautem Bier.
Ältestes Hopfenanbaugebiet in Mittelfranken
Die Namensgebung führt vermutlich auf die Lage in dem Tal zurück, durch das die Landschaft gespalten scheint. Mit der Deutung des Stadtwappens wird eine andere, jedoch sehr umstrittene Geschichte erzählt. Ein Wolf sei in einem Baumspalt hängen geblieben, als er einen Bauern verfolgte.
Die Stadt Spalt erlangte bereits ab Mitte des 15. Jahrhunderts zunehmend wirtschaftliche Bedeutung mit dem Hopfenanbau und dem Brauereigewerbe. Erste Nachweise über den Anbau stammen aus dem Jahre 1341. Obwohl die Region als Weinanbaugebiet bekannt war, wurde dieser zweitrangig. In Spalt gab es zu der Zeit 43 Hopfengärten. Die Ausfuhr von Hopfenstechlingen, den Hopfenfechser, wurde um 1511 verboten, was die Wichtigkeit des Hopfens für diese Region bestätigte. Im Gegenzug erhielt die Stadt das Recht, den Hopfen mit dem Stadtwappen zu siegeln. Hierbei handelt es sich vermutlich um das älteste Hopfensiegel weltweit, wofür es jedoch keine amtlichen Nachweise gibt.
Spalter Stadtbrauerei ist wichtigster Wirtschaftszweig der Region
Der Aromahopfen aus Spalt erhielt zahlreiche Auszeichnungen und brachte der kleinen Stadt mit heute lediglich circa 5.000 Einwohner Weltruhm ein. Die Umgebung von Spalt ist geprägt durch seine Hopfenfelder. Hildegard von Bingen stellte bereits im Jahr 1153 die antispetische Kraft des Hopfens fest.
Nach 1538 wurde die Lammsbrauerei gebaut. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 1879 ersteigerte die Stadt die Brauerei. 1930 fand das alte Gebäude Ersatz durch einen Neubau an anderer Stelle. Bereits seit den fünfziger Jahren fanden regelmäßige Neuerungen statt und hielten die Brauerei auf den jeweils neuzeitlichen Stand. Die Spalter Brauerei gehört heute zu dem wichtigsten Wirtschaftszweig in der Region.
Ende August findet das Hopfenzupferfest statt
Im Jahre 2004 legte der Förderverein „Historisches Kornhaus“ den Museumshopfengarten an. Auf 940 Quadratmetern Fläche befinden sich 364 Hopfenstöcke. Jährlich im August findet das Hopfenzupferfest „Saumarkt“ statt, zu dem auch die Hopfenkönigin gekürt wird. Dieses traditionelle Fest wurde im Jahre 1912 von Amts wegen verboten und erst seit kurzem wieder ins Leben gerufen. Jährlich kommen Helfer um beim Pflücken des Hopfens von den rauen Reben zu helfen.
Nach der Ernte lagert der Hopfen in den sogenannten Hopfenhäusern. Sie sind an ihren steilen Satteldächern zu erkennen, die bis zu sechs Dachgeschosse abdecken. In dem großzügigen Dachvolumen kann das wichtigste Gut der Region ausreichend trocknen.
Stadtführung und Brauereibesichtigung in Spalt
Spalt hat zahlreiche historische Bauten, die mit den Restaurierungen ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. In ihnen sind heute überwiegend Museen untergebracht. Die einst in die Stadtmauer eingebundenen Fachwerkhäuser erscheinen asymetrisch und wirken kurios. Die Mauer wurde im Jahre 1809 abgerissen, die Häuser und Türme blieben jedoch erhalten.
Eineinhalbstündige Führungen durch die sehenswerte Stadt Spalt in Mittelfranken, können als Tagesbesichtigung bei der Tourismusinformation gebucht werden, oder in Begleitung eines Nachtwächters am Abend. Die zweistündige Besichtigung der Spalter Brauerei wird direkt bei ihr direkt gebucht. Zu den Bierseminaren werden auch Kostproben verschiedener Biere gereicht.
