
- „Better City, Better Life“, Motto der EXPO 2010 - flickr/stefano meneghetti
Der heute geläufige Name EXPO für Weltausstellung leitet sich von dem französischen Wort Exposition Mondiale ab.
Die erste Weltausstellung 1851 im Londoner Crystal Palace
Auf Prinz Alberts Wunsch hin fand vom 1. Mai bis zum 11. Oktober 1851 zum ersten Mal eine Ausstellung mit internationalem Charakter statt, die damals unter dem Namen „The Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations“ oder kurz „Great Exhibition“ firmierte. An der Ausstellung nahmen 94 Länder teil, wobei das Britische Königreich mehr als die Hälfte der Ausstellungsfläche für sich beanspruchte. Die Exponate kamen aus den Kategorien Maschinen, Rohstoffe, Fabrikate und Bildende Kunst.
Für diese erste internationale Schau errichtete Joseph Paxton seinen legendären Kristallpalast im Londoner Hyde Park. Der als Gartenarchitekt erfahrene Paxton entwarf ein Ausstellungsgebäude aus Glas und Gusseisen, das innerhalb von 17 Wochen aus vorgefertigten Bauteilen errichtet wurde. Auch nach der Ausstellung blieb der imposante, 563 Meter lange und 124 Meter breite Glaspalast stehen. Bei einem Brand 1936 wurde er zerstört.
Die folgenden Weltausstellungen fanden 1853 in New York und Dublin, 1855, 1867 und 1878 in Paris, 1862 in London, 1873 in Wien, 1876 in Philadelphia und 1883 in Amsterdam statt. Obwohl hier wichtige Neuerungen wie z.B. das Telefon, der Eisschrank und der Plattenspieler vorgestellt wurden, konnten sie den Erfolg der ersten Weltausstellung nicht erreichen.
Die Weltausstellung 1889 in Paris
Vom 6. Mai bis zum 31. Oktober 1889 fand unter anderem anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution die Weltausstellung in Paris statt.
Der von Gustave Eiffel errichtete Eiffelturm, der heute nicht nur das Wahrzeichen von Paris, sondern von ganz Frankreich ist, wurde für diese Weltausstellung errichtet. Der 300 Meter hohe Stahlturm war bis 1930 das höchste Bauwerk der Welt. Das funktionale Stahlskelett war bei der Pariser Bevölkerung zunächst nicht sehr beliebt, erwies sich dann aber aufgrund seiner Antenne für die Funkverbindung doch als nützlich, so dass der Turm stehen bleiben durfte, obwohl er eigentlich 1909 wieder abgerissen werden sollte.
Während in London noch alle Ausstellungsexponate unter einem Dach Platz gefunden hatten, ließ sich das seit 1867 nicht mehr durchführen. Das Konzept der Länderpavillons, das sich bis heute erhalten hat, wurde geboren. Für die Weltausstellung 1889 wurde auch die Galerie des Machines, die legendäre Maschinenhalle von Ferdinand Dutert auf dem Pariser Marsfeld errichtet. Die Ausstellungshalle wurde in Einzelteilen angeliefert und vor Ort zusammengebaut. In der Halle wurden den Besuchern große Dampfmaschinen und Elektrodynamos präsentiert. In Zeiten des beginnenden Exotismus waren vor allem die Darbietungen exotischer Tänzer ein Publikumsmagnet der Ausstellung von 1889.
Weitere Weltausstellungen fanden in den nächsten Jahrzehnten unter anderem 1893 in Chicago statt, wo nicht nur der Reißverschluss, sondern auch der elektrische Stuhl der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. 1900, wiederum in Paris, gab es unter anderem den Oberleitungsbus und das erste elektrische Hybridauto zu sehen. 1926, in Philadelphia, standen der Tonfilm und die elektrische Schreibmaschine im öffentlichen Interesse.
Die Expo 1958 in Brüssel
Vom 17. April bis zum 19. Oktober 1958 lud Brüssel zur Weltausstellung in den Heysel-Park ein. Anlässlich der ersten Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf André Waterkeyn das berühmte Atomium als Symbol für das Atomzeitalter. Das Bauwerk stellt ein Eisenmolekül in 165-milliardenfacher Vergrößerung dar. In drei der Atomkugeln waren zur Expo Ausstellungsräume untergebracht, die sich der Kernphysik widmeten. Andererseits wurde auf dem Ausstellungsgelände eine belgische Kleinstadt um 1900 in Gips und Pappmaché nachgebaut, wo Schauspieler folkloristische Einlagen zum Besten gaben.
Organisation der Expo
Die ganze Welt an einem Ort und dazu die neuesten technischen Errungenschaften: Das Konzept von Prinz Albert aus der Mitte des 19. Jahrhunderts geht noch heute auf. Die Mischung aus Technik und Vergnügungspark lockt Millionen von Besuchern zu jeder Weltausstellung ins Land, so dass jede Expo auch Millionen in die Taschen der Tourismusbranche spült.
Seit 1928 ist das in Paris ansässige Bureau International des Expositions (BIE) für die Auswahl und Zulassung der Veranstaltungsorte der Weltausstellung zuständig. Eine Weltausstellung dauert jeweils drei bis sechs Monate.
Meist steht die Expo unter einem bestimmten Motto, das z.B. 1958 in Brüssel "Dieser Welt das Menschliche zurückgeben“ lautete oder 2005 in Aichi (Japan) „Weisheit der Natur“.
„Better City, Better Life“ lautet das Motto der EXPO 2010, die vom 1. Mai bis 31. Oktober in Shanghai zu sehen sein wird. Dabei sollen zentrale Themen des Lebens in Metropolen im Mittelpunkt stehen. Der deutsche Beitrag dafür heißt balancity. Die einzige deutsche Weltausstellung fand bislang im Jahr 2000 in Hannover statt.
