Die Stadt Aschersleben liegt im östlichen Vorland des Harzes im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie ist mit mehr als 1250 Jahren nach der ersten Erwähnung die älteste Stadt im Land.

Vor- und Frühgeschichte

Das fruchtbare Einetal, in dem Aschersleben liegt, zog schon sehr früh Menschen an. Nahe der Stadt wurden Spuren eines Jagdlagers, das vor fast 56.000 Jahren angelegt wurde, gefunden. Am Aschersleber See, der unter dem preußischen König Friedrich II. trocken gelegt wurde, siedelten seit der Jungsteinzeit ständig Jäger und Sammler. Dann ließen sich in der Zeit der Völkerwanderung die Warnen hier nieder.

Erste Erwähnung

753 wurde die Stadt als Ascegereslebe im Codex Eberhardi erstmals erwähnt, als der Passauer Bischof Madalwin seine Besitzung in Aschersleben dem Kloster Fulda übertrug.

Aschersleben und die Askanier

Im 11. Jahrhundert ging die Stadt in den Besitz der Askanier über. Albrecht der Bär hatte hier seine Stammburg. Die Eroberung der Nordmark und der Mark Brandenburg machten ihn zu einer wichtigen Figur der deutschen Geschichte. Er gilt als Begründer des Hauses Anhalt.

Um 1120 begann der Bau der Askanierburg, von der aber keine Reste nachweisbar sind. Als Albrecht der Bär am 18. November 1170 starb, da waren die Askanier ein bedeutendes Fürstengeschlecht im Reich. Ihre Herrschaft umfasste die Grafschaft Aschersleben, die Mark Brandenburg, Sachsen-Wittenberg, Sachsen-Lauenburg und Teile Thüringens. Aschersleben kam nach Erbteilung als Grafschaft Aschersleben zum Fürstentum Anhalt.

Dann gab es viel Streit zwischen den Askaniern und den Welfen. So zerstörte Heinrich der Löwe 1140 die Burg Anhalt im Selketal und 1142 sowie 1175 Aschersleben.

1250 wurde das Marienkloster gegründet. 1252 entstand nach Erbteilung das Fürstentum Anhalt-Aschersleben unter Heinrich II. von Anhalt. Der verlieh 1266 Aschersleben das Stadtrecht.

1316 belehnte der Bischof Albrecht I. von Halberstadt seinen Bruder, Graf Bernhard II. von Anhalt-Bernburg, mit Haus und Stadt Aschersleben.

1322 kam es zu neuem Streit um Aschersleben zwischen Bernhard III. von Anhalt-Bernburg und dem Halberstädter Bischof Albrecht II. Schließlich blieb die Oberhoheit des Bischofs bestehen.

Das Mittelalter in Aschersleben

1322 begann der Bau der Stadtbefestigung. 1325 wurde die Lateinschule von Aschersleben, das heutige Stephaneum erstmals erwähnt. 1406 begann der Bau der Stephanikirche, der 1507 abgeschlossen wurde. 1426 trat Aschersleben der Hanse bei. Diese Mitgliedschaft währte bis 1518. 1428 erhielt die Stadt das Schultheißenamt und 1443 die Burg und Vogtei. Damit war sie in den Kreis der freien Reichsstädte aufgestiegen.

Zwischen 1440 und 1470 wurde die Stadtbefestigung schrittweise fertig gestellt. Das Baumaterial stammte zum großen Teil aus dem Abriss der alten Stadtburg. Die Stadtmauer hatte eine Länge von 2,3 Kilometern. Die stolze Höhe von acht Metern und eine Stärke von bis zu einem Meter versprachen Sicherheit. Von 1507 bis 1583 entstand das Rondell.

Reformation und Bauernkriege

In Aschersleben gab es ein Kloster der Barfüßer-Bettelmönche vom Franziskanerorden. Von dem stammt die Marktkirche. Vor den Toren der Stadt gab es ein Nonnenkloster der Zisterzienserinnen. Mit dem Beginn der Bauernkriege zogen die Franziskaner 1525 nach Zerbst. Die Nonnen zogen in das Kloster in die Stadt und verlangten Schutz. Dafür ließ sich die Stadt den Besitz des Klosters übereignen.

Im Bistum Halberstadt setzte sich die Reformation erst 1542 endgültig durch. Zum Jahreswechsel 1541/42 wurden in Aschersleben die katholischen Priester der Stephanikirche durch evangelische Geistliche abgelöst.

Dreißigjähriger Krieg

Aschersleben geriet in diesem Krieg mehr als einmal zwischen die Fronten und musste Besetzungen beider Seiten hinnehmen. So schlug Wallenstein zeitweise sein Hauptquartier in Aschersleben auf. 1632 wurde das Stift Halberstadt und damit auch Aschersleben schwedisch. Im Mai 1635 kam die Region mit dem Prager Frieden zu Sachsen. Das führte zur Plünderung der Stadt durch die Schweden. In den folgenden Jahren wechselten sich schwedischen und kaiserlichen Truppen mit dem Plündern von Aschersleben ab.

1643 kam es zu heftigen Kämpfen zwischen den schwedischen und kaiserlichen Truppen im Raum Aschersleben. Die Schweden machten Aschersleben zur Festung. Mit dem Westfälischen Frieden fiel Aschersleben 1648 mit dem Stift Halberstadt an die Kurfürsten von Brandenburg. Die Versuche der anhaltischen Fürsten, ihre Ansprüche auf Aschersleben durchzusetzen, blieben ohne Erfolg.

Das 18. Jahrhundert

1722 wurde das Prinz-Gustavsche Kavallerieregiment in Aschersleben einquartiert. Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. musterte es 1718 und 1725. Der Nachfolger Friedrich II.. traf sich 1744 in Aschersleben mit dem Fürsten Leopold I., der als der „Alte Dessauer“ in die Geschichte einging.

Während des Siebenjährigen Krieges musste Aschersleben französische Truppen einquartieren, um sich vor der Plünderung zu retten.

1778 gründete sich in der Stadt die Freimaurerloge „Zu den Drei Kleeblättern“. Deren Tempel kann heute, als einziger Freimaurertempel in Deutschland, im städtischen Museum besichtigt werden.

Die neuere Zeit in Aschersleben

Der Beitrag "Die Geschichte der Stadt Aschersleben seit 1800" berichtet über die neuere Geschichte der Stadt.

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