Geschichte der Stadt Bremen

Handel, Hanse, Seefahrt und Selbstständigkeit

Bremer Bürgerschaft - Harald Rossa
Bremer Bürgerschaft - Harald Rossa
Bremen war schon zur Römerzeit besiedelt. Die Hansestadt gehörte zu den großen Städten des Reiches und hat für Handel und Industrie bis heute eine große Bedeutung.

Um Christi Geburt siedelten die germanischen Chauken in der Region um Bremen. Im 3. Jahrhundert nach Christi sind Siedlungen von Sachsen hier an der Weser nachgewiesen. Die Bremer Düne war ein beliebter Wohnraum. Sie bot Hochwasserschutz und Zugang zu der Furt durch die Weser.

Mittelalter

787 wurde Bremen von Karl dem Großen zum Bischofssitz erhoben und avancierte 845 zum Erzbistum. Die günstige Lage an der Weser machte Bremen zu einem bevorzugten Hafen der friesischen Händler, die mit seegängigen Schiffen Waren aus allen Teilen der bekanten Welt holten. Ab 1032 wurde sie Stadt befestigt. 1106 begann dann, mit der Zuwanderung holländischer Siedler, die Erschließung der Sümpfe um die Stadt.

1186 erreichte Bremen unter Friedrich Barbarossa den Status der freien Reichsstadt. Um dieses Recht musste die Stadt später oft kämpfen. Um 1200 war Bremen von einer Stadtmauer umgeben und über 10.000 Einwohner wurden gezählt. 1225 ist die Geburtsstunde des Rates und 1229 wurde erstmals ein Rathaus erwähnt.

1260 wurde Bremen Mitglied der Hanse. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Hafen und zu einer Handelsmetropole. 1285 wurde Bremen aus der Hanse ausgeschlossen. Der Grund war, dass die Bremer Kaufleute den Boykott Norwegens nicht befolgten.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde das Bremer Stadtrecht erstmalig schriftlich niedergelegt. Der Streit mit dem Adel, den „Geschlechtern“, wurde 1305 zugunsten des städtischen Bürgertums entschieden.

Ab 1348 folgten große Probleme. Eine Erzbischofsfehde, ausgelöst durch eine Doppelwahl von Gottfried von Arnsberg und Graf Moritz von Oldenburg, löste kriegerische Unruhen aus. 1350 schlug die Pest in der Stadt zu und soll um 7.000 Opfer gefordert haben. Bis 1359 dauerte die Hoyaer Fehde, die Bremen viel Geld kostete. Bremen war pleite und musste 1358 in Lübeck um die erneute Aufnahme in die Hanse betteln.

Die Mitgliedschaft in der Hanse war nicht frei von Spannungen. Die Bremer waren gegenüber den Seeräubern, so jedenfalls die Meinung vieler anderer Mitgliedsstädte, zu nachsichtig. Aber Bremen wollte mit den Friesen in der Nachbarschaft geregelte Beziehungen unterhalten. Ab 1400 expandierte Bremen und erwarb Territorien rund um die Stadt. Zwischen 1400 und 1405 entstand das gotische Rathaus. 1427 führten innerbremischer Probleme zum erneuten Ausschluss aus der Hanse. Doch schon 1438 war Bremer wieder im Städtebund und zählte nun zu den besonders geachteten Hansemitgliedern.

Frühe Neuzeit

1563 gab es wieder einen Grund, Bremen aus der Hanse zu entfernen. Der Streit zwischen Lutheranern und Reformierten war diesmal Anlass für den Ausschluss, der 1576 wieder aufgehoben wurde.

Die Hanse war aber spätestens mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts nicht mehr der Machtfaktor in Nordeuropa. Der Dreißigjährige Krieg besiegelte das Schicksal der Hanse und Hamburg, Bremen und Lübeck wurden zu Nachlaßverwaltern bestellt.

Die zunehmende Versandung der Weser machte die bremischen Hafenanlagen zunehmend unzugänglich. So wurde zwischen 1619 und 1623 in Vegesack der erste künstliche Hafen Deutschlands erbaut. Nach den Wirren des 30-jährigen Krieges ging es wieder aufwärts und Bremen wurde zu einem wichtigen Hafen für die Handelsbeziehungen zum amerikanischen Kontinent.

Das 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurde Bremen mit seinen Häfen zu einem wichtigen Industriestandort. Und entwickelte sich weiter zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum. Die Stadtbefestigung fiel und wurde ab 1802 in die Wallanlagen umgestaltet.

Erneut bereitete die Versandung der Weser arge Probleme. 1827 wurde eine Fläche von rund 90 ha vom Königreich Hannover erworben. Hier wurde Bremerhaven gegründet und bis 1830 ein neuer Hafen gebaut. Dieser Hafen entwickelte sich prächtig, auch als Abfertigungshafen für die Passagierschifffahrt. Die Bremer Reederei, der „Norddeutsche Lloyd“ gehörte mit der Hamburger HAPAG zu den größten Reedereien der Welt.

1866 trat Bremen dem Norddeutschen Bund bei. Mit der Reichsgründung 1871 wurde die Freie Hansestadt Bremen geschaffen, die eine Stimme im Bundesrat hatte. Erst 1888 schloss Bremen sich dem Deutschen Zollverein an und eröffnete den ersten Freihafen.

Das 20. Jahrhundert

Die zeitweise recht wirren Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg konnte die Stadt doch recht gut meistern. 1920 wurde der Flughafen eingeweiht. 1928 wurde in Bremerhaven die Columbuskaje eingeweiht, der wichtigste Hafen für die deutsche Passagierschifffahrt.

Im Mai 1933 wurde der NSDAP-Gauleiter Carl Röver zum Reichstatthalter für Bremen und Oldenburg ernannt. Die staatliche Selbstständigkeit der Stadt Bremen hatte ein Ende.

Im 2. Weltkrieg wurde Bremen oft das Ziel von Bombenangriffen. 62% der Stadt lagen in Trümmern. In den 50-er und 60-er Jahren entstand aus der Asche eine neue Stadt, die in ihrem Zentrum historische Baussubstanz erhalten hat.

1947 wurde aus den Städten Bremen und Bremerhafen und dem Landkreis Wesermünde durch eine Übereinkunft der britischen und amerikanischen Militärverwaltung ein neues Land Bremen geschaffen, das seit 1949 unter dem Namen Freie Hansestadt Bremen ein Land der Bundesrepublik Deutschland ist und die beiden Städte Bremen und Bremerhaven umfasst.

Tipp

Die Bremer Museen dokumentieren die lange Geschichte der Stadt. Und eine lange Geschichte haben auch viele kulturelle Einrichtungen in Bremen.