Der Horror- oder Gruselfilm hat es sich zum Ziel gemacht beim Zuschauenden Gefühle von Angst, Schrecken, Schaudern und Verstörung zu erzeugen. Im Laufe der Geschichte gab es dazu mehr und weniger erfolgreiche Versuche.
Die Ursprünge des Horrorfilms
Bevor das Erschaudern durch einen Film möglich war, entwickelte sich in England gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Schauerliteratur. Das erste Buch diese Genres, Das Schloss von Otranto, wurde von Horace Walpole im Jahre 1764 verfasst. Bühnen-Melodrame, die sich an dieser Schauerliteratur orientierten, stellen direktere Vorgänger des Horrorfilms dar.
Die Anfänge des Horrorfilms
Bereits 15 Jahre nach der ersten öffentlichen Vorführung eines Films 1895 wurde Mary Shelleys Roman Frankenstein als Stummfilm verfilmt und im Jahr 1922 kam es zur ersten Verfilmung von Bram Stokers Roman Dracula. Dieser wurde veröffentlicht unter dem Namen Nosferatu, eine Symphonie des Grauens und gilt als Meilenstein in der Geschichte des Horrorfilms.
Die Entwicklung des Horrorfilms durch den Tonfilm
Der 1922 erfundene Tonfilm brachte die Möglichkeit mit sich, Filme noch realistischer darzustellen. Dies fand natürlich auch Nutzen beim Horror-Genre. So begann in den 1930er Jahren die Weiterentwicklung des Horrorfilms. Werke wie Frankenstein (1931, mit Boris Karloff als Monster) und Dracula (1931, mit Bela Lugosi als Dracula) schafften es, selbst ohne wirkliche Gewaltdarstellung, das Publikum zu verängstigen und prägten nachhaltig das Bild von Vampir und Monster.
Ein weiteres bedeutendes Werk dieser Zeit ist White Zombie. Unter der Regie von Victor Halperin entstanden, stellt es den ersten Film dar, dessen Hauptrolle von Zombies im Sinne von Untoten gespielt wird und ist der Beginn eines Subgenres des Horrorfilms – dem Zombiefilm. Neben Zombies besaßen vor allem aber auch Mumien eine gewisse Popularität in den Horrorfilmen der 1930er (Die Mumie, 1932).
Kennzeichnend für die Werke dieser Zeit ist, dass in der Regel die Bedrohung in einem fernem Land war (Zombies – Haiti; Mumien – Ägypten; Dracula – Transsilvanien), und dass jene Bedrohung mehr gegen eine weibliche Person gerichtet war, die mithilfe der vollständige Vernichtung des Bösen von einem Helden gerettet wurde.
Die Entwicklung des Horrorfilms in den 40er und 50er Jahren
Neben der Popularisierung des Werwolfes (Der Wolfsmensch, 1941) fand in den 1940ern eine der bedeutendsten Entwicklungen des Horrorfilmes statt. Der Produzent Val Lewton entwickelte mit dem Film Katzenmenschen (1942) den "denkenden" Horrofilm. Das bedeutet, die Angst des Zuschauers entsteht weniger durch das direkt auf der Leinwand Gezeigte, sondern mehr durch die Vorstellung des Zuschauers selbst, dessen eigene Gedanken ihm "einreden", dass jeden Moment etwas Schlimmes passieren könnte.
In den 1950ern brachte der Farbfilm zwar optische Verbesserungen, war aber ansonsten relativ unbedeutend für das Genre. Nennenswert für diese Zeit wäre allerdings noch die zunehmende Vermischung von Horror und Science-Fiction, sodass vor allem außerirdische Monster und radioaktiv verstrahlte Mutanten eine größere Rolle spielten.
Die Geschichte des Genres des Horrorfilms endet allerdings nicht in den 1950er Jahren, sondern sie führt noch bis in die heutige Zeit hinein (Geschichte des Horrofilms - Von den 1960ern bis heute).
