Geschichte Mosambiks

Von der Kolonialzeit, über den Sozialismus, hin zur Demokratie

Als einziger afrikanischer Staat war Mosambik nach seiner Kolonialzeit sozialistisch geprägt. Erst seit 1990 ist das südwestafrikanische Land ein demokratischer Staat

Seit den 1880/90er Jahren war Mosambik portugiesische Kolonie. Die Kolonialherrscher errichteten ein zentrales Verwaltungssystem, dass im Anschluss an die Unabhängigkeit wenig Raum für einheimische politische Institutionen ließ. Portugal war nicht in der Lage seine Kolonie gewinnbringend zu nutzen, so überwog das englische und südafrikanische Kapital in Mosambik, was dazu führte, dass ausländische Firmen als Hauptarbeitgeber des Landes fungierten. Dieser Zustand hält noch bis heute an, wie sich am Staatshaushalt Mosambiks erkennen lässt. Dieser ist überwiegend von ausländischen Geldgebern abhängig, etwa 45 Prozent des Haushalts werden durch externe Finanzhilfen gedeckt.

Unabhängigkeit und neue Verfassung

Die Befreiungsfront Frente de Libertação de Moçambique (Frelimo) wurde 1962 von ethnisch orientierten Gruppen und intellektuellen Vereinigungen gegründet. Diese führten einen brutalen Widerstandskampf gegen die portugiesische Kolonialmacht, welche am 25.06.1975 mit Ausrufung der Unabhängigkeit durch die Frelimo abgelöst wurde. Die erste nationale Regierung unter Präsident Samora Machel wurde als Einparteienstaat auf den politischen Ideen des Marxismus-Leninismus gegründet. Diese führte die Personalunion von Partei- und Staatspräsident ein und trieb den Aufbau einer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung nach realsozialistischen Vorbildern in Osteuropa voran.

Doch die wirtschaftliche Situation Mosambiks verschlechterte sich zusehends und führte zu einer staatlichen Krise in den 1980er Jahren. Der Staat als einziger Wirtschaftsträger war nicht in der Lage die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die wirtschaftliche Entwicklung führte zu einer Marginalisierung und Unzufriedenheit der ländlichen Bevölkerung, welche ihren Ausdruck in der Widerstandsbewegung Resistência Nacional Moçambicana (Renamo) fand. Damit erhielt das Frelimo-Regime einen Gegner, der vor bewaffneten Angriffen nicht Halt machte.

Bürgerkrieg und das Ende des Sozialismus

Der Bürgerkrieg verschärfte die wirtschaftliche und soziale Situation immer mehr und so wurde auch der Druck von Außen größer. Die Frelimo sah sich gezwungen einen Kurswechsel einzuschlagen und so wurde auf dem V. Parteikongress 1989 beschlossen, Staat und Partei zu trennen, sowie den Marxismus-Leninismus aus den Parteistatuten zu streichen. Es wurde ebenso damit begonnen eine neue Verfassung auszuarbeiten, die Ende November 1990 in Kraft trat. Diese beinhaltete die Einführung des Mehrparteiensystems, sowie individuelle Grundrechte, Glaubens-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die Unabhängigkeit der Gerichte und freie und geheime Wahlen.

Der Weg in die Demokratie

Gleichzeitig begannen die Friedensverhandlungen mit der Renamo. Am 2.10.1992 unterzeichneten die Frelimo und Renamo einen Friedensvertrag in Rom auf Drängen der Geberländer und Anregungen der katholischen Kirche. Dieser Friedensvertrag regelte unter anderem die Vereinigung der beiden Streitkräfte, sowie finanzielle Unterstützung durch internationale Geldgeber. Es waren auch Vorgaben zu den ersten Wahlen und der Parteiengesetzgebung enthalten. Damit bildeten die Verfassung und der Friedensvertrag die Voraussetzungen für die demokratische Transition Mosambiks.

Barbara Wawrzyniak, Privat

Barbara Wawrzyniak - Momentan im Masterstudium der Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Davor Absolvierung des ...

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