Kamieniec Zabkowicki, deutsch Kamenz oder auch Camenz genannt, ist ein Dorf im Powiat Zabkowicki Slaskie (Frankenstein) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Frühe Geschichte von Kamieniec Zabkowicki

1096 zerstörte der böhmische Herzog Bretislav II. die Burg Wartha. Zur Sicherung der böhmischen Landesgrenze errichtete er nordöstlich von Wartha die Burg Kamenz.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts fiel das Gebiet dem Herzogtum Schlesien zu. Anfang des 13. Jahrhunderts gehörte die Burg Kamenz der schlesischen Adelsfamilie Pogarell. Die begründete 1210 unterhalb der Burg ein Augustiner-Chorherren-Stift. An dieser Stelle entstand dann 1247 das Zisterzienserkloster Kamenz. Nach der Teilung des Herzogtums Schlesiens 1248 gehörte Kamenz zum Herzogtum Breslau. 1278 fiel es an das Herzogtum Schweidnitz.

Ab 1331 gehörte Kamenz zum neu gebildeten Herzogtum Münsterberg. 1334 verlieh Herzog Bolko II. dem Kloster die oberen Herrschaftsrechte. Mit dem Herzogtum Münsterberg kam Kamenz 1336 unter böhmische Lehnshoheit.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbauten die Zisterzienser die Klosterkirche sowie die Klostergebäude neu. Zwischen 1425 und 1428 wurden Ortschaft und Kloster mehrfach von den Hussiten verwüstet.

Die frühe Neuzeit in Kamieniec Zabkowicki

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Stiftsland verwüstet. Dann setzte unter den Äbten Augustin Neudeck (1681–1702) und Gerhard Woywoda (1702–1732) ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Klostergebäude wurden zwischen 1682 und 1685 neu errichtet und die gotische Abteikirche um 1700 barock überformt und reich ausgestattet. Zudem entstand ein Brauhaus, eine Backstube, das Pfortengebäude mit der steinernen Brücke über den Mühlgraben, ein weiteres Vorwerk und ein Gasthaus. In den zum Stiftsland gehörenden Ortschaften Wartha, Maifritzdorf, Follmersdorf und Gierichswalde wurden neue Kirchen gebaut.

1741 kam es im Verlauf des Ersten Schlesischen Krieges zum Gefecht bei Baumgarten. Nach diesem Gefecht flüchtete sich der preußische König Friedrich II. in das Kloster Kamenz. Nach diesem Krieg fiel Kamenz 1742 wie fast ganz Schlesien an Preußen. Im Bayerischen Erbfolgekrieg drang 1778 eine österreichische Einheit nach Kamenz vor und entführte den Abt.

Das 19.Jahrundert in Kamieniec Zabkowicki

Am 30. Oktober 1810 ordnete der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Säkularisation an. Am 22. November 1810 wurde das Stift Kamenz aufgehoben. Kunstschätze, Archiv und Bibliothek wurden teilweise in die staatlichen Sammlungen in Breslau gebracht. Die Abteikirche war danach die katholische Pfarrkirche von Kamenz. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Kamenz ab 1815 zur Provinz Schlesien und wurde 1818 dem Landkreis Frankenstein in Schlesien angeschlossen.

Die Klostergebäude und die Stiftsherrschaft erhielt 1812 Prinzessin Friederike Louise Wilhelmine, eine Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. und spätere Königin der Niederlande. 1817 brannten Kirche und Klostergebäude ab. Die Kirche wurde wieder hergestellt. Die Klostergebäude wurden mit Ausnahme des Prälatenflügels abgerissen.

1830 fiel die Herrschaft Kamenz als Mitgift an Marianne Prinzessin der Niederlande, die Prinz Albrecht von Preußen heiratete. Unter ihrer Herrschaft wurde oberhalb von Kamenz das neugotische Schloss Kamenz errichtet.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kamenz zu einem Eisenbahnknotenpunkt. 1875 nahm die Bahnstrecke Breslau über Glatz nach Mittelwalde und ein Jahr später die Strecke von Liegnitz nach Neiße den Betrieb auf. 1900 wurde die Bahn von Kamenz nach Reichenstein eröffnet.

Das 20. Jahrhundert in Kamieniec Zabkowicki

Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde Kamenz im Mai 1945 von der Roten Armee besetzt und fiel wie fast ganz Schlesien an Polen. Kamenz wurde in Kamieniec Zabkowicki umbenannt. 1997 richtete ein Hochwasser große Schäden im Ort an.

Literatur

  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien. Deutscher Kunstverlag München·und Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X
  • Danuta Emmerling: Reiseführer zu den Sehenswürdigkeiten der Woiwodschaft Niederschlesien. Schlesischer Verlag Opole 2001, ISBN 978-83-61109-04-4
  • Arne Franke: Die Baugeschichte des Schlosses Kamenz. In: 900 Jahre Kamenz - 900 Lat Kamienca Zabkowickiego. Herausgegeben vom Landesmuseum Schlesien e. V. Görlitz 1996, ISBN 978-3-9298-7222-4

Quellen

  1. Gemeinde Kamieniec Zabkowicki
  2. Schloss Kamieniec Zabkowicki