
- Keine Spur von der Büste des Königs Akhenaten. - Foto: Griffith Institut/UNESCO
Nach den bewegenden Berichten, dass Kriminelle die Unruhen in Ägypten ausnutzten, um einmalige Kunstschätze aus dem Ägyptischen Museum in Kairo und anderen Orten des im Aufbruch befindlichen Landes zu stehlen, appelliert die Generaldirektorin der für das Weltkulturerbe verantwortlichen UNO-Agentur an Behörden, Kunsthändler und Sammler der ganzen Welt, eventuelle Angebote aufmerksam zu verfolgen.
Ägyptische Stellen hatten am 13. Februar 2011 gemeldet, dass verschiedene wichtige Stücke des Museums – darunter eine vergoldete Holzstatue des von einer Göttin getragenen Pharaos Tutanchamun - fehlten und in eines der Lager eingebrochen wurde.
Angebote von Kunstgegenständen gründlich prüfen
“Es ist von ungeheurer Wichtigkeit, den Ursprung von Kunstwerken, die importiert, exportiert und beispielsweise im Internet zum Kauf angeboten werden, schnellstens zu prüfen“, sagte die Bulgarin Irina Bokova, Generaldirektorin der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).
Dieses Erbe sei Teil der Geschichte der Menschheit und gehöre zu Ägyptens Identität. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass es in skrupellose Hände gerät oder dem Risiko von Beschädigung oder Zerstörung ausgesetzt werde, fügte Bokova hinzu.
Die UNESCO wird eng mit internationalen Partnern wie INTERPOL , der Welt-Zoll-Organisation (WCO), dem Internationalen Zentrum für Studien und Sanierung von Kulturgütern (ICCROM) und dem Internationalen Museen-Rat (ICOM) zusammenarbeiten, um die wertvollen Kunstschätze wieder aufzufinden.
Ägyptische Kultstätten sichern und weitere Plünderungen verhindern
Doch die UNESCO-Chefin wandte sich auch an Sicherheitsorgane, Zollermittler, Kunsthändler, Sammler und die Bevölkerung, überall die größten Anstrengungen zu unternehmen, den Verbleib dieser Kunstgegenstände von unschätzbarem Wert ausfindig zu machen und sie an ihre rechtmäßige Heimstatt zurückzugeben. „Alles Menschenmögliche muss auch für den Schutz der Stätten des ägyptischen Kulturerbes und die Verhinderung weiterer Plünderungen getan werden”, sagte sie.
Irina Bokova machte in diesem Zusammenhang auf die UNESCO-Konvention von 1970 zum Verbot und der Verhinderung illegaler Importe, Exporte und Eigentümerwechsel von Kulturgütern sowie die 1995er Konvention zu gestohlenen oder illegal exportierten Kunstobjekten aufmerksam.
Bisher keine Spur von Tutanchamun- und Akhenaten-Skulpturen
Nach den neuesten Informationen wurden Fragmente der Statue des von der Göttin Menkaret auf dem Kopf getragenen Tutanchamun gefunden. Von der kleinen Skulptur des Königs selbst fehlt jedoch bislang jede Spur. Tutanchamun (auch Tutenchamun; ursprünglich Tutanchaton) war ein altägyptischer König (Pharao), der etwa von 1332 bis 1323 vor Christus regierte. Bekannt wurde er, als Howard Carter 1922 sein nahezu unberührtes Grab im Tal der Könige entdeckte.
Vielen jungen europäischen Lesern ist Akhenaten aus dem Roman des schottischen Autors P.B. Kerr „Die Kinder des Dschinn. Das Akhenaten-Abenteuer“ bekannt, in dem die Kinder John und Philippa eine Reise um die Welt antreten, um die siebzig verschwundenen Dschinn des Pharaos Akhenaten wiederzufinden, und damit die Menschen vor einer dämonischen Macht zu beschützen.
