Gesundheit mit Milcheiweiß: Ist Käse gesund?

Warum Sie Käse ruhig öfter essen sollten

Käse gehört nicht nur zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit, sondern auch zu den wertvollsten.

Unter all den Nährstoffen, die wir täglich zu uns nehmen, hat das Eiweiß eine Sonderstellung. Es ist, im Gegensatz zu Kohlenhy­draten und Fetten (ausgenommen die essentiellen Fettsäuren wie Li­nol- und Linolensäure) durch keinen anderen Stoff ersetzbar. Von seinen Grundbausteinen, den Aminosäuren, sind gezählte acht für den Menschen essentiell, das heißt, sie müssen durch die Nah­rung aufgenommen werden, da sie der Körper selbst nicht aufbauen kann.

Der Anteil dieser essentiellen Aminosäuren bestimmt den Wert des jeweiligen Nahrungseiweißes, bezogen auf seine Verwertbarkeit im Organismus. Die höchste dieser sogenannten biologischen Wertig­keit weisen nach dem Ei die Milch be­ziehungsweise Milchprodukte, also auch Käse, auf.

Wertvolles Milcheiweiß

Damit ist bewiesen, was Anhänger der lakto-vegetabilen Küche ohnehin schon längst wissen; dass sich nämlich durch sinnvolle Kombination verschiedener Eiweißträger mit Nahrungsmitteln auf pflanzlicher Basis eine in fast jeder Hinsicht vollwertige Kost zusammenstellen lässt.

Und noch etwas spricht für die Bevorzugung von Milcheiweiß unter den ernährungsphysiologisch unverzichtbaren tierischen Ei­weißträgern, durch die rund die Hälfte des täglichen Bedarfs ge­deckt werden sollte: Die Ausnutzung der Pflanzeneiweiße über die Milchkuh, in deren Mägen weniger wertvolle Stoffe in hochwertige umgewandelt und schließlich in den Milchdrüsen zu Milcheiweiß zu­sammengefügt werden, erreicht einen Wirkungsgrad von 40 bis 55 Prozent. Bescheiden dagegen jener Wert, der sich durch die Tier­mast erzielen lässt, nämlich 9 bis 22 Prozent, ein im Vergleich dazu doch recht mageres Er­gebnis.

Wozu braucht der Mensch Einweiß?

Wozu braucht unser Organismus überhaupt Eiweiß? Die Frage ist rasch beantwortet. Ohne Eiweiß kein Leben. Gewebe, Enzyme und Blut­plasma bestehen weitgehend aus diesem Stoff, der als Gerüstsub­stanz fungiert. Da alle Körperzellen (ausgenommen Gehirnzellen) regelmäßig regeneriert und erneuert werden, muss demnach immer wie­der körpereigenes Eiweiß aufgebaut werden, wozu die bereits erwähn­ten Aminosäuren nötig sind.

Mineralstoffe

Ebenso wie das Eiweiß sind die unter anderem auch im Käse enthaltenen Mineral­stoffe lebensnotwendig. Als Bestandteile des menschlichen Skeletts geben sie ihm Festigkeit und ermöglichen so dessen Stützfunktion. Dar­über hinaus beeinflussen sie in gelöster Form die physikali­schen und chemischen Eigenschaften der Körperflüssigkeiten. Mineral­stoffe können im Organismus nicht produziert werden. Da sie bei jeder Flüssigkeitsabgabe (Schweiß, Harn) dem Körper verloren ge­hen, müssen sie durch die Nahrung ständig ersetzt werden. Als be­sonders wichtig haben sich Phosphor und Kalzium erwiesen, die beide in beträchtlichen Mengen im Käse vorkommen. Sie sind ent­scheidend am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.

Vitamine

Auch Vitamine finden sich im Käse. Vollfette Sorten weisen viel Vitamin A auf, das für die Sehfunktion wichtig ist. Außerdem wurde Vitamin D nachgewiesen, welches dafür sorgt, dass Kalzium in die Knochen eingebaut wird.

Fett

Käse enthält keine Kohlenhydrate (ausgenommen Schmelzkäse), dafür aber Milchfett, dessen prozen­tueller Anteil in der Trockenmasse genau angegeben werden muss. Fette bestehen, chemisch gesehen, aus einem Molekül Glycerin und drei Molekülen Fettsäuren, wobei bei letzteren zwischen gesättigten und ungesättigten unterschieden wird. Ihre wichtigste Funktion ist die Bereitstel­lung und langfristige Versorgung des Organismus mit Energie. Die für den Körper wertvollen Fette sind jene mit mehrfach ungesättig­ten Fettsäuren, wie sie vor allem in Pflanzenölen vorkommen; diese sind allesamt cholesterinfrei.

Problemfaktor Cholesterin

Damit ist auch schon das Stichwort gefallen. Bei Cholesterin han­delt es sich um fettähnliche Substanzen, die in unterschiedlicher Menge in tierischen Lebensmitteln enthalten sind. Führt man sie über die Nahrung dem menschlichen Körper zu, so werden sie zusam­men mit anderen Fetten aus dem Darm ins Blut aufgenommen und zur Leber transportiert, wo sie zum Teil in Gallensäure umgewandelt werden, die bei der Fettverdauung eine entscheidende Rolle spielt. Gleichzeitig baut der Körper selbst aus anderen Stoffen Cholesterin auf, das insgesamt Ausgangsmaterial für eine Reihe wichtiger Substanzen ist und sich in Organen wie Haut, Gehirn, Neben­nieren, Eierstöcken, Milz und im Blut nachweisen lässt.

Zuviel des Guten

Wird regelmäßig zuviel Chole­sterin konsumiert, so kommt es zu dessen Anhäufung in Leberzellen; der Cholesterinspiegel im Blut steigt. Damit erhöht sich die Gefahr, dass an den Wänden der Blutgefäße Ablagerungen entstehen (Atherosklerose). Es kommt zu Verengungen, was zu mangelnder Blutversorgung bestimmter Körperbereiche führt, wobei Herz, Gehirn und Niere besonders betroffen sind. Atheroskle­rose ist heute die häufigste Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankun­gen.

Weniger ist mehr

Um einer Erhöhung der Blutfettwerte vorzubeugen, genügt üblicher­weise eine Umstellung der Ernährung. Sie soll Ballaststoffe (Voll­kornprodukte, Gemüse etc.) und mehr pflanzliche Öle und Fette enthal­ten. Der Cho­lesteringehalt von Speisen und Lebensmit­teln muss berücksichtigt und gegebenenfalls reduziert werden.

Immer dabei: Lesestoff, Cornelia Menichelli  / pixelio.de

Dr. Regina Beckers - Dr. Regina Beckers arbeitet als freie Journalistin in Deutschland. Sie promovierte in Österreich im Fach ...

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