Bei vielen galt Robert Mugabe als einer der letzten Helden Afrikas. Doch diese Fürsprecher hat der 85-Jährige schon seit Langem verloren. Seit fast 30 Jahren ist Mugabe in Simbabwe an der Macht, erst als Premier, ab 1987 als Präsident. In diesen drei Dekaden schaffte er es, Simbabwe tief in den Sumpf von Korruption, Armut und Krankheit zu ziehen. Mittlerweile gilt Simbabwe als eines der ärmsten Länder der Welt.
Neben all diesen Problemen grassiert seit Herbst letzten Jahres erneut die Cholera in Simbabwe. Immer mehr Menschen infizieren sich, die Rede ist mittlerweile von mehr als 6.000 Kranken und etwa 30 Toten – die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen. Inzwischen fliehen Tausende Simbabwer in das benachbarte Südafrika, um dort dem Tod und der Armut zu entgehen.
Und was macht Präsident Robert Mugabe? Er gab etwa 300.000 Dollar aus, allerdings nicht, um wohltätig zu werden. Nein, Mugabe sponsert damit seine eigene Geburtstagsfeier zu seinem 85sten.
Mugabe – Diktator und Despot
Diese Tatsache verdeutlicht, wie Robert Mugabe sein Land führt. Unter seiner Ägide wurde Korruption gefördert und der wirtschaftliche Niedergang des Landes vorangetrieben. Die weißen Siedler wurden mittels Bodenreform gewaltsam aus dem Land vertrieben und Krankheiten wie Aids und Cholera sind seit Jahren ständige Begleiter des südafrikanischen Landes.
Dass Mugabe fern jeder Realität lebt, zeigen nicht nur die Bestellungen für sein Geburtstagsfest: 2.000 Flaschen Champagner sowie 8.000 Hummer. Nein auch die Tatsache, dass er auf Biegen und Brechen an der Macht festhält, wenn nötig auch mit Gewalt, wurde letztes Jahr nach den Präsidentschaftswahlen offensichtlich. Eigentlich hatte sein Herausforderer Morgan Tsvangirai die Wahlen gewonnen, anerkennen wollte dies der alternde Diktator jedoch nicht. Und so wurde Simbabwe quasi ein halbes Jahr lang gar nicht regiert. Erst kürzlich einigten sich beide Parteien auf einen Kompromiss – Tsvangirai ist nun Ministerpräsident des Landes. Dies alles hat die Lage in und um Simbabwe nicht einfacher gemacht. Neben der Cholera macht Simbabwe noch ein ganz anderes Problem zu schaffen: Die Wirtschaft ist faktisch nicht mehr vorhanden und eine Hyperinflation beutelt die armen Einwohner zusätzlich.
Ein Land kommt nicht auf die Beine
Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen nach Simbabwe wegen der anhaltenden Gewalt und der Ausbreitung der Cholera. Die Situation scheint umso verheerender für die Bevölkerung, da neben der schlechten medizinischen Versorgung auch Waren wie Brot, Mehl oder Fleisch nicht mehr zu bekommen sind. Diese Unterversorgung und Mangelwirtschaft sorgt wiederum für Gewalt auf Simbabwes Straßen – ein Teufelskreis. Dabei wäre zumindest die Eindämmung der Cholera ein leichtes Unterfangen: Die Menschen benötigten lediglich frisches Trinkwasser. Da Mugabe ausländische Hilfskräfte jedoch nur sehr zögerlich in sein Land lässt, muss die Bevölkerung wohl weiterhin darben. Die Ignoranz und Borniertheit eines einzigen Mannes lässt Tausende Menschen Not leiden – in unserer heutigen Zeit eigentlich ein Unding. Da in Simbabwe aber keine wirtschaftlichen Interessen der Industrienationen vorliegen, wird sich an den Zuständen so schnell leider nichts ändern.
