Gewalt in Südafrika: Johannesburg, Kapstadt und Durban

Township, Johannesburg, Südafrika - Alejandro Juan
Township, Johannesburg, Südafrika - Alejandro Juan
In Südafrika ist Gewalt an der Tagesordnung. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind allerdings groß. Tipps für Reisen ins Ausrichterland der WM 2010.

Südafrika steht aktuell durch die Fußballweltmeisterschaft im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Das Land zieht aber nicht erst seit der WM 2010 viele Besucher an. Auch ausländische Schüler und Studenten machen hier immer öfter Auslandssemester oder einen Englischkurs an einer der zahlreichen Sprachschulen des Landes. Ob nun die Golden Mile von Durban oder die Drakensberge, hier in Südafrika gibt es viel zu sehen. Und für jeden ist etwas dabei. Kulturinteressierte können beispielsweise Robben Island vor der Küste Kapstadts besuchen und sowohl Naturfreunde als auch Abenteurer kommen im Krüger Nationalpark auf ihre Kosten. Durch diese Vielfalt an Möglichkeiten finden sich in Südafrika auch die unterschiedlichsten Touristentypen. Von der Familie, über den jugendlichen Backpacker bis zur Rentnergruppe, die in Somerset West oder in Paarl in der Provinz Westkap vollmundige Weine probiert, jeder findet hier, im südlichsten Teil des afrikanischen Kontinents etwas, das ihn fasziniert.

Paradiesisch schön, aber gefährlich: Vor allem die Townships in Großstädten wie Johannesburg oder Kapstadt bergen Risiken für Touristen

Doch Vorsicht, bei all dieser Faszination wird die Gefahrensituation in diesem lebensfreudigen Land der Südhalbkugel, ähnlich wie es auch bei der Gefahrensituation in Südamerika ist, oft nicht ernst genommen, was den einen oder anderen Touristen in eine unangenehme Lage versetzen kann. Auch das Auswärtige Amt gibt daher nicht selten Auslandswarnungen für bestimmte Regionen Südafrikas heraus. Neben den unkontrolliert wuchernden Townships in Metropolen wie beispielsweise Johannesburg, Durban und Kapstadt, können auch ländliche Gebiete, welchen manchmal jegliche staatliche Kontrolle fehlt, für unerfahrene Reisende zur Gefahr werden.

iPad und Goldkette oder Flipflops und Modeschmuck?

In den meisten Fällen spielt allerdings auch eine Rolle, wie man sich als Reisender gibt. Zeigt man in aller Öffentlichkeit, dass man finanziell gut gestellt ist und präsentiert Rolex und Spiegelreflexkamera stolz vor Menschen, die in ärmlichen Holzhütten mit Wellblechdächern wohnen und vielleicht von zwei Dollar pro Tag leben müssen, so sollte man sich nicht darüber wundern, wenn einem später bei einer anderen Gelegenheit diese Gegenstände abgenommen werden. Möchte man also seinen Urlaub genießen und Probleme dieser Art vermeiden, so wäre es empfehlenswert, Wertgegenstände besser zu Hause zu lassen oder, falls dies nicht möglich ist, diese zumindet dezent im Hintergrund zu behalten.

Vorsicht bei verlassenen Straßen, unbeleuchteten Strandabschnitten und Menschenmengen

Ansonsten kann man sich auf das verlassen, was auch in Europa stets zu beachten ist. Denn auch in vielen europäischen Ländern sollte man dunkle Gassen und verlassene Strände in der Nacht möglichst vermeiden. Auch Menschenmengen können in Südafrika Gefahren bergen. Schnell kann in einem Gedränge auch mal die Geldbörse oder der Fotoapparat abhanden kommen. Bei der Weltmeisterschaft kann man Menschenansammlungen allerdings leider nicht aus dem Wege gehen, weshalb die südafrikanischen Behörden spezielle Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben.

Keinesfalls Widerstand leisten. Waffen sind in Südafrika keine Seltenheit

Kommt man trotzdem einmal in eine solche Situation, so ist dies zwar ärgerlich, weil Kreditkarten und vielleicht auch persönlich Gegenstände verloren gehen können, aber letztendlich sollte man damit leben können. Ein bewaffneter Raubüberfall ist da schon etwas anderes. Hierbei ist es wichtig die Ruhe zu bewahren und auf keinen Fall sollte Widerstand geleistet werden, da selbst Kinder oder Jugendliche Waffen besitzen können. Auch stehen die Täter manchmal unter Drogen und haben dann meist wenig Hemmungen mehr, von ihren Waffen Gebrauch zu machen. Daher wäre es besser in einer solchen Situation, ruhig zu bleiben und den Forderungen der Aggressoren nach Wertgegenständen Folge zu leisten. Materielles kann man ersetzen, das körperliche Wohlbefinden wohl kaum.

Gesunder Menschenverstand und etwas Wachsamkeit

Obwohl die Gewaltraten in Südafrika höher als in Europa sind, lohnt sich eine Reise in dieses wundervolle Land im Süden Afrikas ohne Zweifel. Man kann dort viel erleben und die einzelnen Provinzen haben einiges zu bieten. Um seine Reise genießen zu können, reicht es meist schon aus, etwas Wachsamkeit und einen gesunden Menschenverstand zu haben. Dann kann die Reise in eine der schönsten Regionen der Erde atemberaubend werden und man kann auch die Fußballweltmeisterschaft in vollen Zügen ausgekosten.