Gewalt in Südamerika: Sao Paulo, Rio de Janeiro, Lima und Caracas

Favela, Sao Paulo, Brasilien - Alejandro Juan
Favela, Sao Paulo, Brasilien - Alejandro Juan
In Südamerika ist Gewalt an der Tagesordnung. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern groß. Wichtige Reisetipps gibt es hier.

Südamerika ist in den letzten Jahren zu einer beliebten Destination des internationalen Tourismus geworden. Auch ausländische Schüler und Studenten machen hier immer öfter Auslandssemester und einen Spanisch- oder Portugiesischkurs an einer der zahlreichen Sprachschulen. Ob nun die ekuadorianischen Galapagosinseln, die Tangometropole Buenos Aires, Foz do Iguacu oder die Nazcalinien in Peru, zu sehen gibt es hier viel. Und für jeden ist etwas dabei. Kulturinteressierte können beispielsweise Machu Picchu besuchen oder eine der zahlreichen Barockkirchen im brasilianischen Ouro Preto besichtigen, Naturfreunde kommen im Amazonasgebiet auf ihre Kosten und für Abenteurer bieten sich beispielsweise Touren zum Gipfel eines Vulkanes an. Ob Reisegruppe oder auf eigene Faust, man hat die Wahl. Durch diese Vielfalt an Möglichkeiten finden sich in Südamerika auch die unterschiedlichsten Touristentypen. Vom Kleinkind, welches zusammen mit seinen Eltern die Altstadt von Quito in Ecuador bewundert, über den achtzehnjährigen Backpacker, der auf einem Flussdampfer Richtung Iquitos in Peru den Amazonas hinab fährt bis zur Rentnergruppe, die im chilenischen Santiago Weine probiert, jeder findet hier, im südlichen Teil des amerikanischen Kontinents etwas, das ihn fasziniert.

Paradiesisch schön und gefährlich. Vor allem die Pueblos Jovenes, Favelas und Villas Miserias in den Großstädten sind oft Brutstätten von Gewalt

Allerdings wird die Gefahrensituation in diesen lebensfreudigen Ländern der Südhalbkugel, ähnlich wie es auch bei der Gefahrensituation in Südafrika, dem Ausrichterland der Fussballweltmeisterschaft 2010 ist, oft weit unterschätzt, was den einen oder anderen Touristen in eine unangenehme Lage bringen kann. Nicht ohne Grund gibt das Auswärtige Amt nicht selten Auslandswarnungen für bestimmte Bereiche Südamerikas heraus. Neben den unkontrolliert wuchernden Pueblos Jovenes, Favelas und Villas Miserias in den Megametropolen wie beispielsweise Sao Paulo, Rio de Janeiro oder auch Lima und Buenos Aires, können auch ländliche Gebiete, in welchen staatliche Kontrolle manchmal vollständig fehlt, für unaufmerksame Touristen zur Gefahr werden.

Länderunterschiede: Chile ist sicherer als Kolumbien oder Venezuela

Aber auch zwischen den verschiedenen Ländern des südlichen Teils des amerikanischen Kontinents gibt es teilweise große Unterschiede. Chile gilt eher als sicher und entspannt und auch das argentinische Innenland hat, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, kaum mit hohen Kriminalitätsraten zu kämpfen, wohingegen in Kolumbien und Brasilien im Allgemeinen mehr Vorsicht angesagt ist.

Goldschmuck und Rolex oder Flipflops und T-Shirt?

Dabei kommt es allerdings immer auch darauf an, wie man sich als Tourist gibt. Zeigt man offen, dass man finanziell ausgesorgt hat und präsentiert Golduhr und Spiegelreflexkamera stolz vor Menschen, die vielleicht von zwei Dollar pro Tag leben müssen, so sollte man sich nicht darüber wundern, wenn man später bei einer anderen Gelegenheit um diese Gegenstände erleichtert wird. Möchte man also seine Reise genießen und Unannehmlichkeiten dieser Art vermeiden, so wäre es empfehlenswert Wertgegenstände besser zu Hause zu lassen oder, falls dies nicht möglich ist, diese dezent im Hintergrund zu halten.

Unbeleuchtete Strandabschnitte, Menschenmengen und verlassene Straßen meiden

Ansonsten gilt das, was auch in Europa stets zu beachten ist. Denn auch in Deutschland sollte man dunkle Gassen und verlassene Strände in der Nacht nur mit Vorsicht genießen. Auch Menschenmengen können in Südamerika Gefahren bergen und schnell kommt in einem Gedränge auch mal die Geldbörse abhanden.

Drogen und Waffen: Besser Ruhe bewahren und keinesfalls Widerstand leisten

Ein Diebstahl ist zwar ärgerlich, weil Kreditkarten und vielleicht auch persönliche Gegenstände verloren gehen können, aber letztendlich kann man damit leben. Kommt es allerdings zu einem bewaffneten Raubüberfall, so ist Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall sollte Widerstand geleistet werden, da selbst Kinder oder Jugendliche Waffen tragen können und die Täter oftmals unter Drogen stehen und keine Hemmungen mehr haben, auch von ihren Waffen Gebrauch zu machen. Besser ist es in einer solchen Situation daher, ruhig zu bleiben und den Forderungen der Täter nach Geld oder anderen Wertgegenständen Folge zu leisten. Materielle Gegenstände kann man ersetzen, das körperliche Wohlbefinden nicht.

Vorsicht und gesunder Menschenverstand

Obwohl die Kriminalitätsraten in Südamerika höher sind als in Europa, so lohnt sich ein Reise in diesen wundervollen Teil der Erde aber durchaus. Es gibt so viel zu erleben und die einzelnen Länder haben viel zu bieten. Um all dies genießen zu können, reichen meist schon etwas Vorsicht und gesunder Menschenverstand aus. Dann kann die Reise in eine der schönsten Regionen der Erde unvergesslich werden und man einen positiven Eindruck mit nach Hause nehmen.