Gewaltfreie Kommunikation nach M.B. Rosenberg

Wie wir durch die Wolf- und Giraffen-Methode besser kommunizieren

Herzlichkeit - picspack.de
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Oft gibt es Missverständnisse und Streit innerhalb unserer Beziehungen. Das hat verschiedene Gründe. Kommen wir ihnen auf die Spur. Es gibt ein paar einfache Regeln.

Wenn wir miteinander reden, verfolgen wir damit verschieden Ziele. Wir möchten Informationen transportieren, wir wollen verstanden und akzeptiert werden. Wenn wir sehr ausgeglichene Menschen sind, achten wir im Gegenzug darauf, unser Gegenüber zu verstehen, zu akzeptieren und seine Informationen sachlich zu verarbeiten. Soweit gibt es keine Probleme.

Stolperfallen in der Kommunikation

Probleme entstehen dann, wenn wir dem Anderen Vorwürfe machen und ihn kritisieren. Damit stehen wir seinem Wunsch nach Anerkennung und Verständnis entgegen. Ein weiterer Störfaktor in der Kommunikation ist, wenn wir nur unsere Interessen durchsetzen wollen und den anderen überrumpeln. Mit Recht setzt sich der andere dann meist zur Wehr.

Nach dem Erfinder der gewaltfreien Kommunikation, Marshall B. Rosenberg, gibt es in der Kommunikation den Wolf und die Giraffe. Der Wolf macht Vorwürfe und kritisiert und die Giraffe ist herzlich und einfühlsam und möchte eine Lösung, bei der alle Beteiligten Gewinner sind.

Kompromisse finden - ein Aspekt der gewaltfreien Kommunikation

Sie möchten ins Kino gehen und haben Lust auf einen bestimmten Film. Sie fragen Ihren Partner: „Ich würde gerne den Film XY sehen, würdest du mit mir hingehen?“ Ihr Partner antwortet: „Mich interessiert der andere Film viel mehr. Wollen wir uns den nicht anschauen?“ Darauf reagieren können Sie auf verschiedene Weise. Entweder Sie würden auch gern den Film schauen, den er sehen möchte oder Sie wollen bei Ihrem Vorschlag bleiben. Welche Strategie nutzen Sie überwiegend? Eine Möglichkeit wäre zu sagen: „Immer willst du bestimmen, ich habe einmal einen Wunsch und du willst ihn mir nicht erfüllen!“ Das wäre die Wolf-Methode. Sie machen Ihrem Partner Vorwürfe und versuchen ihm ein schlechtes Gewissen einzureden. Vielleicht bekommen Sie so Ihren Willen, aber ein harmonischer Abend wird es sicher nicht.

Sie könnten auch antworten: „Ich weiß, dass dich der Film YY interessiert. Film XY interessiert mich im Moment aus dem und dem Grund aber mehr. Was können wir tun?“ Das ist die Giraffen-Methode. Nun sind Sie beide gefragt, eine Lösung zu finden, die allen zusagt. Sie könnten eine Münze werfen, sich gegebenenfalls für den Film entscheiden, der bald ausläuft oder einen anderen Abend vereinbaren, um sich gemeinsam den zweiten Film anzusehen.

Vier Schritte zur gewaltfreien Kommunikation

Ihr Freund kommt zu spät zu einem Treffen. Nach der Methode von Marshall B. Rosenberg gibt es vier Schritte zu einer gelungenen Kommunikation. An erster Stelle steht die Beobachtung. In diesem Fall, die sachliche Feststellung: „Du kommst eine halbe Stunde später als vereinbart.“ Danach kommt die Benennung des Gefühls das Sie haben und gleichzeitig der dritte Schritt, aus welchem Bedürfnis heraus dieses Gefühl entsteht: „Ich bin enttäuscht, weil mir Zuverlässigkeit wichtig ist.“ Hierbei zu erwähnen, dass Sie enttäuscht sind weil Sie ein Bedürfnis nach Zuverlässigkeit haben und nicht dem anderen die Schuld geben für ihr Gefühl, ist der springende Punkt.

Also nicht:: “Ich bin enttäuscht, weil du zu spät kommst.“ Man muss sich verinnerlichen, dass man selbst verantwortlich für seine Gefühle ist. Jemand anderes würde etwa die Zeit nutzen um etwas zu erledigen und gar nicht sauer sein. Wir geben mit dieser Antwort dem Freund die Chance, einfach und ehrlich den Grund seiner Verspätung zu sagen. Der vierte Schritt ist, eine erfüllbare, klare Bitte zu formulieren. In diesem Fall könnte es sein: „Bitte ruf mich an, wenn du das nächste Mal nicht pünktlich sein kannst.“

Wobei eine Bitte wirklich als Bitte verstanden werden soll. Es kann sein, dass der Freund diese Bitte ablehnt aus verschiedenen Gründen. Eventuell einigen Sie sich darauf, dass er nur anruft, sollte er sich um mehr als eine halbe Stunde verspäten. Die Lösungen müssen so individuell bleiben können, wie die Menschen, die an der Sache beteiligt sind.

Vertiefende Literatur

Wer sich eingehender mit der Methode beschäftigen möchte, kann sich auf dem Büchermarkt umschauen. Es gibt viele Veröffentlichungen mit verschiedenen Schwerpunkten. Sehr interessant ist auch das Projekt „Giraffentraum“ von Frank und Gundi Gaschler. Hier geht es um die Umsetzung der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern, sei es als Elternteil oder als Erzieher im Kindergarten.

Birgit Schüler, Birgit Schüler

Birgit Schüler - Birgit Schüler wohnt und arbeitet in Schleswig-Holstein. Sie ist Erzieherin und schreibt unter anderem über pädagogische ...

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