Die Gewerbeordnung schreibt vor, dass jeder, der in Deutschland ein Gewerbe ausübt (ein Geschäft betreibt), das Gewerbe bei der für den Ort zuständigen Stelle anmelden muss (§14 Gewerbeordnung). Die Anmeldepflicht gilt nicht für freie Berufe und für Land- und Forstwirtschaft. Die zuständige Stelle kann man bei der Gemeindeverwaltung erfragen. Ohne Gewerbeanmeldung darf in Deutschland kein Gewerbe betrieben werden. Es ist unerheblich, ob das Gewerbe hauptberuflich oder nebenberuflich betrieben wird.

Das Gewerbe muss an dem Ort, wo es seinen festen Sitz hat, angemeldet werden. Die Gewerbeanmeldung kann formlos erfolgen. Gemeinden stellen jedoch Vordrucke zur Verfügung. Mit der Gewerbeanmeldung ist ein gültiger Personalausweis oder ein Reisepass vorzulegen. Für die Anmeldung von Handwerksbetrieben gelten besondere Zulassungsbedingungen (Meisterzwang). Für bestimmte andere Tätigkeiten werden Qualifikationsnachweise verlangt (Gastronomie, Personentransport). Nach der Gewerbeanmeldung erhält man eine Bescheinigung, den Gewerbeschein. Die Gewerbeanmeldung ist gebührenpflichtig, je nach Gemeinde zwischen 10 und 70 Euro.

Nach der Gewerbeanmeldung kommt Post vom Finanzamt

Das zuständige Finanzamt wird von der Gemeinde über die erfolgte Gewerbeanmeldung informiert. Nach einigen Wochen kommt Post vom Finanzamt, die steuerliche Erfassung für das angemeldete Gewerbe. Unter anderem wird dort nach dem erwarteten Jahresumsatz und dem erwarteten Gewinn gefragt und man wird informiert, dass regelmäßig monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen einzureichen sind.

Jetzt hat man die Gelegenheit, sich als Kleinunternehmer registrieren zu lassen

Selbständige Gewerbetreibende, deren Jahresumsatz im Gründungsjahr nicht höher als 17.500 Euro ist und deren Umsatz im Folgejahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten wird, gelten als Kleinunternehmer. Der Umsatz ist für die Angaben gegenüber dem Finanzamt zu schätzen. Man kann bei der Anmeldung angeben, dass man auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichtet. Daran ist man dann fünf Jahre gebunden.

Kleinunternehmer

  • müssen keine Doppelte Buchführung betreiben, eine einfache Einnahmen-Ausgabenrechnung reicht aus.
  • müssen keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.
  • dürfen in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen.
  • müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen.
  • dürfen keine Vorsteuer Einkaufsrechnungen geltend machen.
Kleinunternehmer haben gegenüber Unternehmern, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen, einen Vorteil in Höhe des Umsatzsteuersatzes von derzeit 19%. Der Vorteil besteht auch dann, wenn gezahlte Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen nicht geltend gemacht werden kann.

Es besteht die gesetzliche Pflicht bei Aufnahme eines Gewerbebetriebs, das Gewerbe bei der zuständigen Gemeindestelle anzumelden. Verstöße gegen die Meldepflicht werden mit Bußgeld in teilweise empfindlicher Höhe geahndet. Die Aufgabe eines Gewerbes ist ebenfalls meldepflichtig. Steht endgültig fest, dass ein angemeldetes Gewerbe nicht mehr betrieben wird, muss dies der zuständigen Stelle bei der Gemeinde gemeldet werden. Mit der Gewerbeanmeldung erfolgt die Meldung an das zuständige Finanzamt. Der Gewerbebetrieb wird steuerlich erfasst. Unterbleibt die Erfassung, könnte das als Steuerhinterziehung ausgelegt werden.