
- Großdeal 2011: Shopping Center Centro - Centro Management GmbH
Einzelhandelsimmobilien stehen bei Investoren in Deutschland ganz oben auf der Einkaufsliste. Allein im ersten Halbjahr 2011 kauften sie Einkaufszentren, Fachmärkte und Geschäftshäuser im Wert von knapp sechs Milliarden Euro, vermeldete BNP Paribas Real Estate am 13. Juli 2011. Damit lag der Umsatz um 50 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums und erreichte ein Volumen, wie es zuletzt 2006 erreicht worden war.
Einzelhandelsimmobilien im Fokus der Investoren
Mit Einzelhandelsimmobilien wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 53 Prozent des gesamten Umsatzes mit Gewerbeimmobilien erzielt (11,3 Milliarden Euro). Büroobjekte folgten mit deutlichem Abstand auf Platz zwei (24 Prozent), Hotels kamen auf einen Marktanteil von sechs Prozent. Dass Handelsimmobilien die stärkste Assetklasse unter den Gewerbeimmobilien stellen, war im vergangenen Jahr erstmalig der Fall. Hintergrund ist die Wertbeständigkeit der Shopping Center, Fachmärkte und Geschäftshäuser. „Hochwertige Retail-Immobilien verfügen somit auch in schwierigen Zeiten über eine höhere Ertragssicherheit als beispielsweise Büroobjekte“, begründet Piotr Bienkowski, Geschäftsführer von BNP Paribas RE, den Trend. Doch auch in wirtschaftlich besseren Zeiten, in denen die Nachfrage nach Büroraum wieder zunimmt, bleiben Einzelhandelsimmobilien ein Anlageprodukt, das gute und sichere Renditen bringt, vor allem wenn finanzstarke Filialisten zu den Mietern zählen.
Hohe Nachfrage treibt die Preise
Die Renditen geraten derzeit jedoch stark unter Druck. Grund dafür ist die hohe Nachfrage von Seiten der Anleger wie offen und geschlossenen Fonds, Pensionskassen, aber auch privaten Investoren. Dieser Nachfrage steht ein zu geringes Angebot an hochwertigen Immobilien gegenüber, den sogenannten Core-Immobilien. Dieser Nachfrageüberhang zeigt sich vor allem bei Shopping Centern, aber auch Geschäftshäusern in den besten Lagen der Innenstädte. Das treibt die Preise. Mit dem Verkauf von Einkaufszentren wurde im ersten Halbjahr 2011 ein Umsatz von 2,67 Milliarden Euro erzielt. Nach Angaben des Großmaklers CB Richard Ellis (CBRE) sind das 20 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2010. Zu den größten Deals zählten der Kauf von 50 Prozent der Anteile am Centro in Oberhausen durch einen kanadischen Pensionsfonds sowie der Erwerb von 85 Prozent an der Hamburger Meile durch Real I.S. Doch da das Angebot an Centern begrenzt ist und die Preise hoch sind, wichen laut CBRE viele Anleger auf Fachmärkte und Fachmarktzentren aus. In diesem Segment sei der Umsatz um 146 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro gestiegen. Bei innerstädtischen Geschäftshäusern lag er bei 1,65 Milliarden Euro (CBRE kommt auf einen Gesamtumsatz von mehr als sechs Milliarden Euro). Sehr gefragt waren Objekte in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt und Köln, in denen die Deals zusammengerechnet rund 40 Prozent des Transaktionsvolumens ausmachten.
Weiter hoher Umsatz mit Gewerbeimmobilien 2011
Für den weiteren Jahresverlauf rechnen die großen Maklerhäuser mit weiter steigenden Umsätzen am Investmentmarkt. Jones Lang LaSalle geht von einem Gesamtvolumen bei Gewerbeimmobilien zwischen 22 und 24 Milliarden Euro aus. Bei Einzelhandelsimmobilien erwarten BNP Paribas RE einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro, CBRE von zehn bis zwölf Milliarden Euro.
