
- Schnittlauch - pixelio
Frische Küchenkräuter verfeinern nicht nur die tägliche Mahlzeit und geben damit jedem Gericht seine besondere Note, sondern selbst gepflanzt und gepflegt, verleihen sie gerne auch ein Gefühl, mit der Natur im Einklang zu sein. Mit frischen Kräutern würzen und gleichzeitig ihre Heilwirkung zu nutzen, hat eine lange Tradition. Viele Jahrhunderte wurden die Kräuter für die Küche in freier Natur gesammelt, direkt verbraucht oder als Vorrat getrocknet. Dadurch, dass unsere Landschaft immer mehr kultiviert wurde, ist es zunehmend schwieriger geworden, Küchenkräuter in freier Natur zu finden. Sich einen eigenen Kräutergarten anzulegen kann daher eine schöne Herausforderung sein, auf engstem Raum seine Gewürze für die heimische Küche selbst zu ziehen.
Den eigenen Kräutergarten anlegen
Um einen eigenen kleinen Kräutergarten anzulegen, bedarf es keiner besonderen Fachkenntnisse. Entscheidend für das gute Gedeihen ist der richtige Standort. Die meisten Kräuter lieben einen lockeren und humosen Boden in sonniger Lage. Nach Möglichkeit sollte der Kräutergarten im Schutz einer Hauswand oder einer Hecke liegen, so können die Pflanzen auch einem kalten Winter trotzen. Damit man viel Freude mit seinen Kräutern hat, sollte man bei schweren Böden im Herbst Kompost oder gut verrotteten Stallmist einarbeiten. Bei sandigem Boden eignet sich lehmhaltige Erde. Wer seinen Kräutern vermehrt Nährstoffe zugeben möchte, kann im Frühjahr mit Hornmehl zusätzlich den Boden düngen.
Legt man einen Kräutergarten neu an, sollte beachtet werden, dass mehrjährige Pflanzen auch eine längere Zeit für ihre Entwicklung benötigen. Zwischen diese Halbsträucher oder Stauden können dann einjährige Kräuter gesät werden. Während der Wachstumsphase muss bei Bedarf gegossen und der Boden von Wildkräutern freigehalten werden.
Wer keinen eigenen Garten zur Verfügung hat, kann seine Kräuter auch in Pflanzkübeln oder Balkonkästen anpflanzen. Die Gefäße sollten bei starkwüchsigen Pflanzen ausreichend groß sein, damit sie während der Wachstumsphase ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Wichtig für die Topfbepflanzung ist ein sonniger Standort. Für mediterrane Sträucher, wie z.B. Rosmarin, ist der Anbau in einem entsprechend großen Pflanztopf ideal, da er dann zur Überwinterung leicht in einen geschützten Raum umgesiedelt werden kann.
Wann sollen Kräuter geerntet werden
Für den täglichen Bedarf können die Kräuter während ihrer gesamten Wachstumsphase geerntet werden. Es sollte lediglich beachtet werden, immer nur so viel an Blättern oder Triebspitzen zu ernten, damit die Pflanze in ihrem weiteren Wachstum nicht beeinträchtig wird. Möchte man für den Winter Kräuter bevorraten, werden die meisten Kräuter kurz vor ihrer Blüte geschnitten. Ihr Aroma ist dann besonders intensiv.
Wie kann man Kräuter am besten aufbewahren?
Kräuter können generell durch Trocknen haltbar gemacht werden. Dies sollte aber nur in schattigen und luftigen Räumen geschehen. Im Sommer eignet sich hierfür ein gut gelüfteter Dachboden. Die ideale Temperatur dafür liegt zwischen 30 ° C und 35 ° C. Erntet man ganze Pflanzenstengel, werden diese zu einem kleinen Strauß gebunden und mit der Triebspitze nach unten aufgehängt. Erntet man nur lose Blätter, legt man diese auf Papier aus. Gelegentliches Wenden der Kräuter ist wichtig, damit alle Seiten gleichmäßig trocknen können und sich kein Schimmel bildet. Nach der Trockenphase können die Blätter abgestreift und in lichtundurchlässigen Gläsern aufbewahrt werden. Küchenkräuter wie Schnittlauch, Dill und Petersilie eignen sich gut zum Einfrieren. Abgebraust und kleingeschnitten kann man sie in Gefrierbeutel füllen und je nach Bedarf portionsweise entnehmen.
Mit frischen Kräutern richtig würzen
Um seine tägliche Mahlzeit mit aromatischen Kräutern zu würzen, müssen keine exotischen Kräuter angepflanzt werden. Schon die allseits bekannten frischen Gewürze können das tägliche Brot, die Suppe oder den feinen Braten vervollkommnen. Um Erfahrungen mit dem eigenen Kräutergarten zu sammeln, kann man beispielsweise mit der Pflanzung folgender Kräuter beginnen:
Schnittlauch
Schnittlauch wird im Frühjahr direkt ins Freiland an einen sonnigen bis halbschattigen Platz gesät. Seine Keimdauer beträgt 20 bis 30 Tage. Schnittlauch kann das ganze Jahr über geerntet werden. Um sein Wachstum zu fördern, empfiehlt es sich, die Blütenstengel regelmäßig abzuzwicken.
Schnittlauch eignet sich ideal zum Würzen von Suppen, Salaten, salzigen Quarkspeisen oder als zusätzliches Gewürz auf dem belegten Brot.
Petersilie
Die Petersilie wird ab März, direkt ins Freiland gesät. Ihre Keimdauer kann bis zu acht Wochen betragen. Wer diese Geduld nicht aufbringen möchte, beschleunigt den Vorgang, indem man den Samen vor der Aussaat 24 Stunden in lauwarmes Wasser (ca. 20 °C) legt und auch die Saatrillen vor dem Säen gut anfeuchtet. Frische Petersilienblätter können im ersten Jahr dauernd geerntet werden. Im zweiten Jahr, wenn die Pflanze zum Blühen kommt, sollte sie nicht mehr geerntet werden.
Petersilie ist das klassische Gewürz für Salate, Suppen, salzige Quarkspeisen, Kartoffelgerichte, Gemüse und Saucen. Bei warmen Gerichten sollte die Petersilie erst nach dem Kochvorgang zugegeben werden, da sonst das Essen einen leicht bitteren Geschmack erhält.
Thymian
Der Thymian, ein typisches Gewürz der mediterranen Küche, bevorzugt einen nährstoffarmen Boden und eine sonnige Lage. Er kann ab Mai, wenn die Kälte durch die Eisheiligen vertrieben wurde, direkt ins Freiland gesät werden. Es empfiehlt sich allerdings, dass man beim Gärtner schon einen vorgezogenen kleinen Thymianstrauch kauft und ins vorbereitete Kräuterbeet pflanzt. Er kann bis zu 40 cm hoch werden und während der Vegetationsphase für den täglichen Bedarf abgeerntet werden.
Thymian wird vor allem bei fetteren Fleischgerichten, wie Schweine- oder Lammbraten verwendet. Eine pikante Note verleiht er auch sämtlichen Hackfleischgerichten. In den südlichen Mittelmeerländern fehlt dieses Gewürz in keiner Tomatensauce.
Rosmarin
Schon in der Antike war der Rosmarin den Menschen und Göttern heilig. Rosmarin benötigt wie alle Mittelmeerkräuter viel Sonne, dafür darf der Boden aber karg sein. Er kann bis zu 2 m hoch werden. Vermehrt wird er im Frühling durch Stecklinge. Da die Pflanze etwa 3 Jahre für ihre Entwicklung benötigt, ist es sinnvoll, beim Gärtner eine junge Pflanze zu kaufen. Damit der Rosmarin den Winter übersteht, pflanzt man ihn am besten direkt vor eine geschützte Mauer oder in einen entsprechend großen Topf, den man dann bei kalter Jahreszeit ins Haus holen kann.
Gebratenes Lamm, Wild oder Ziege kann man mit Rosmarin sehr gut verfeinern. Hierzu werden kleine Zweige mitgekocht und vor dem Servieren wieder entfernt.
Quelle und weitere Informationen:
http://www.gewuerzlexikon.de/index.html
Küchenkräuter, Burkhard Bohne, Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8001-4972-8
