
- Gin Tonic im Glas - Frank Herbst
Im Grunde ist es ganz einfach: Eiswürfel ins Glas geben, Gin hinein und mit Tonic Water auffüllen. Die Qualität des Drinks hängt jedoch von den Zutaten ab.
Tonic Water
Das englische Wort tonic bedeutet „stärkend“, das deutsche Tonikum kommt aus dem gleichen Wortstamm.
Seinen Ursprung hatte das Tonic Water in der englischen Kolonialarmee. Die Offiziere in den Kolonien mussten sich vor Malaria schützen. Das übliche Medikament war zu Tabletten gepresstes Chinin, ein Extrakt aus dem Chinarindenbaum (Cinchona). Es musste täglich eingenommen werden. Um den bitteren Geschmack zu überdecken, löste man die Pillen in Wasser auf und veredelte den Geschmack mit Limettensaft. Bald wurde das immer noch reichlich bittere Getränk unter dem Namen Indian Tonic Water industriell hergestellt. Findige Offiziere versetzten es mit Gin und tranken es mit Eis. So war der Gin Tonic geboren. Noch heute erinnert das „Indian“ im Namen vom Marktführer Schweppes an diese Zeit. Allerdings schützt es heute nicht mehr vor Malaria, da der Chiningehalt drastisch reduziert wurde. Man müsste schon über 10 Liter täglich trinken, damit es noch wirkt. Außer Chinin enthält Tonic Water Zitronenextrakte, Zucker und Mineralwasser. Wegen seines Chiningehaltes leuchtet es unter UV-Licht bläulich.
Die Sorten
- Schweppes Indian Tonic Water: Dies Wasser ist überall erhältlich. Im Geschmack relativ neutral mit einem Hauch von Zitrone und leichter Bitterkeit.
- Fentimans Tonic Water: Schmeckt milder und fruchtiger als Schweppes, ist aber in Deutschland nur schwer zu bekommen.
- Fever Tree Tonic Water: Der Geruch erinnert stark an Zitronensprudel. Teuer und nicht jedermanns Geschmack
- Thomas Henry Tonic Water: Die Berliner Firma nannte ihr Produkt nach dem Erfinder der Fertigung von kohlensäurehaltigem Sprudelwasser. Edel in der Aufmachung, herb im Geschmack.
Gin
Leitet sich von der niederländischen Bezeichnung Genever für einen Getreidebrand mit Wacholder ab. Der wurde auch im alten England gern getrunken und bald auch im Königreich auf der Nordseite des Kanals destilliert. Hier nannte man ihn Gin, vielleicht lautmalerisch an den Genever anknüpfend oder an Juniper (engl. Für Wacholder). Er wird mit bis zu 100 Kräutern aromatisiert. Es gibt eine Unmenge von Sorten unterschiedlichen Geschmacks, deshalb hier nur ein paar, jeweils mit etwa 45 % Alkohol:
- Gordons, mit dem Keilerkopf als Wappen ist sehr weit verbreitet. Vertrieben wir das preiswerte Getränk über Diageo für etwa 18 € pro Liter.
- Bombay Saphire in der saphirblauen Flasche wird über Bacardi vertrieben, weswegen ihn manche nicht kaufen. Vom Geschmack sehr würzig. Kostet ab 25 € der Liter.
- Beefeater mit dem Bild des königlichen Torwächters, schmeckt nicht so stark nach Kräutern. Er wird über Pernod vertrieben. Rund 25 Euro pro Liter.
- Tanqueray in der grünen Flasche wird mehrfach destilliert und auch über Diageo vertrieben. Rund 35 Euro pro Liter.
- Hendricks Gin wird in einer braunen Apothekerflasche verkauft und schmeckt nach Gemüse und Kräutern, pro Liter etwa 45 €.
- The Botanist, in einer klaren schlichten Flasche, stammt aus einer schottischen Whiskydestille und schmeckt weich. 32 Euro der Liter.
- Finsbury ähnelt äußerlich dem Gordons und ist mit etwa 16 € pro Liter ein preiswertes Vergnügen.
Das Rezept
- 5 cl Gin
- 10–15 cl Tonic Water
- 1 Limette
- Eiswürfel
- Ein Longdrink- bzw. Highballglas
- Trinkhalm
Limette unter heißem Wasser mit einer Küchenbürste reinigen und abtrocknen, halbieren und eine Scheibe abschneiden.
Gin mit den Eiswürfeln in ein Longdrinkglas geben und mehrmals das Glas schwenken.
Mit Tonic Water auffüllen und mit der halben Limettenscheibe garnieren.
Man kann vorgekühlte Gläser benutzen oder das Getränk in einem Coctailshaker vorher schon mit Eis schütteln, um es herunter zu kühlen. Variante: noch etwas Limettensaft ins Glas geben.
