
- Ehrenglauser - Syndikat/www.gurian.de
Der Glauser-Preis wird in den Kategorien Kurzkrimi, Romandebüt, Roman und Lebenswerk verliehen, mit dem Martin-Preis wird der beste Kinder- und Jugendkrimi ausgezeichnet. Seit 1987 werden die begehrten Auszeichnungen vom Syndikat, die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, alljährlich im Rahmen der Criminale, dem größten Festival deutschsprachiger Krimiautoren vergeben. Die 22. Criminale fand heuer erstmals in Wien statt und über 220 Krimiautoren aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nahmen daran teil.
Die Jury, zu der die Vorjahrespreisträgerinnen und -preisträger sowie namhafte Kriminalschriftstellerinnen und -schriftsteller aus den Reihen des Syndikats zählten, verliehen die fünf Krimipreise auf der Abschlussveranstaltung, dem „Tango Criminale“, im Wiener Rathaus. Die Preisgelder werden von den mittlerweile rund 500 Mitgliedern des Syndikats selbst aufgebracht.
Der Friedrich-Glauser-Preis 2008 ging an ...
Der Glauser-Preis ist nach dem gebürtigen Wiener Schriftsteller Friedrich Glauser benannt, der in der Schweiz lebte, und 1938 in Italien starb. Er gilt als Vater des deutschsprachigen Kriminalromans, weil er sich als erster ernsthaft mit diesem Genre befasste.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für die Kategorie „Roman“ ging in diesem Jahr an die Österreicherin Lilian Faschinger. In ihrem 2007 im Hanser Verlag erschienenen Roman „Stadt der Verlierer" zeichnet sie „ein ironisch-groteskes Panoptikum der Donaumetropole, eine interessante Gratwanderung zwischen Komik und Entsetzen“, so die Begründung der Jury.
In der Kategorie „bestes Debüt“ erhielt der Kriminalschriftsteller Rainer Gross mit seinem Roman „Grafeneck“, erschienen im Verlag Pendragon, den mit 1.500 Euro dotierten Preis. Zum Inhalt: Eines Tages findet der eigenbrödlerische Lehrer Hermann Mauser einen Toten in einer Höhle, nahe einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb. Und plötzlich ist sie wieder da, die Vergangenheit, die Zeit über die keiner spricht, als Juden und Behinderte von den Nazis abgeholt wurden.
In der Sparte „Kurzkrimi“ wurde der Kriminalschriftsteller Bernhard Jaumann für seinen Kurzkrimi „Schnee an der Blutkuppe" mit dem 1.500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Der Kurzkrimi erschien 2007 bei Wunderlich in „Zum Sterben schön". Es geht darin um einen Mann aus Deutschland, der nach Namibia fährt, um dem mysteriösen Tod seines Schwagers nachzugehen. Eine Geschichte um Rache, erzählt mit einer besonderen Sprache und Poesie, so die Jury.
Den Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren 2008 erhielt die in Dortmund lebende Kriminalschriftstellerin Sabine Deitmer für besondere Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur. „Sie hat am Fundament für die deutschsprachige Kriminalgeschichte von Frauenhand mitgebaut. In ihren Geschichten befreien sich Frauen aktiv und einfallsreich aus misslichen Lebenssituationen. Dem traditionell eher männlichen Blick im Krimigenre fügte sie die weibliche Sichtweise hinzu“, so einige der Begründungen für diese Juroren-Entscheidung.
Der Hansjörg-Martin-Preis 2008 ging an ...
Dieser Preis ist nach Hansjörg Martin benannt, der 1920 in Leipzig geboren wurde und 1999 auf Mallorca verstarb. Er war einer der bekanntesten deutschen Kriminalschriftsteller. Neben Erwachsenenromanen schrieb er zahlreiche Kinder- und Jugendbücher: Insgesamt mehr als neunzig Titel. 1989 wurde Hansjörg Martin mit dem Ehrenglauser für seine Verdienste um das Krimigenre ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von einer Jury von Autorinnen und Autoren sowie Kindern und Jugendlichen vergeben.
Den diesjährigen Hansjörg-Martin-Kinder- und Jugendkrimipreis erhielt der Schriftsteller Boris Koch für seinen Jugendroman „Feuer im Blut“, erschienen bei Beltz und Gelberg. Ein Jugendkrimi, der keinen Toten braucht, um spannend zu sein: Die Protagonisten sind ganz normale Fünfzehnjährige, Mark und Bender, die herausfinden wollen, wer die Turnhalle der Schule angezündet hat und dabei zufällig auf größeres Unrecht stoßen. Eine Geschichte, in der es um Brandstiftung, Doping, Adoleszenz, Selbstfindung, Freundschaft und Liebe geht.
Alle Nominierten finden sie hier.
