Glenda Larke: Die Inseln des Ruhms – Die Wissende

Larke: Die Inseln des Ruhms - Die Wissende - Blanvalet
Larke: Die Inseln des Ruhms - Die Wissende - Blanvalet
Rezension des Fantasy-Romans "Die Inseln des Ruhms - Die Wissende", mit dem die australische Fantasy-Autorin Glenda Larke eine neue Trilogie beginnt.

„Die Ruhmesinseln sind in mehrere Inselgruppen unterteilt. In „Die Wissende“, dem ersten Roman der Fantasy-Trilogie „Die Inseln des Ruhms“, führt Glenda Larke ihre Leser zunächst in die Welt auf den Südinseln. Hier beginnt die Geschichte von Glut Halbblut.

„Die Wissende“ durchstreift die Inseln des Ruhms

Glut steht in den Diensten der Wahrer, einer selbsternannten Schutzmacht der Inseln des Ruhms. Sie soll eine entflohene Sklavin ausfindig machen und ihren Auftraggebern ausliefern. Auf Gorthen-Nehrung, einer Insel, auf der sich auch Menschen, die nicht das Bürgerrecht besitzen aufhalten dürfen, endet die Spur der Sklavin. Doch Glut stößt dafür auf einen mächtigen Dunkelmagier, der eine Intrige gesponnen hat, die nicht nur den Wahrern gefährlich werden könnte. Doch um den Magier zu besiegen, muss sich die Einzelgängerin Glut auf andere verlassen. Sich ihnen zu öffnen, fällt dem Halbblut sehr schwer …

Glenda Larke setzt auf starke Frauen

Mit Glenda Larke hat es erneut eine australische Fantasy-Autorin geschafft, ins Deutsche übersetzt zu werden. Ähnlich wie Trudi Canavan („Gilde der schwarzen Magier“, „Magie“) und Lara Morgan („Der Herr der Drachen“) setzt Larke in erster Linie auf starke weibliche Charaktere. Glut Halbblut, die Protagonistin, ist dabei sehr gut gelungen. Ihre inneren Konflikte sind überzeugend geschildert, ihr Schicksal erweckt Mitgefühl und mit ihrem Sarkasmus steht sie ihren männlichen Anti-Helden-Pendants in nichts nach.

Weniger gelungen ist die Liebesgeschichte zwischen Glut und Thor Reyder. Sie ist ziemlich unglaubwürdig und entwickelt sich zu plötzlich. Eine weitere Schwäche des Fantasy-Romans sind die Kampfszenen. Hier scheint sich Larke zu wenig Gedanken um Plausibilität gemacht zu haben, denn in einer Szene wirft Glut etwa ein Messer weg statt es auf ihre Gegner zu schleudern.

Auf „Die Inseln des Ruhms – Die Wissende“ folgt „Die Inseln des Ruhms – Der Heiler“

Die Fantasy-Autorin Glenda Larke ist studierte Historikerin. Sie hat ihrer Trilogie „Die Inseln des Ruhms“ eine Rahmenhandlung gegeben, die Analogien zum Zeitalter des Kolonialismus aufweist. Glut Halbblut schildert ihre Lebensgeschichte einem Forscher, der aus einem technologisch weit entwickelten Land kommt, das dem viktorianischen England ähnelt. Larkes Konzept, durch diese Parallelen zum Nachdenken darüber anzuregen, welch großer Reichtum in den Kulturen steckt, über die sich die Europäer lange erhoben haben, geht in „Die Wissende“ nicht auf. Dafür nimmt die Zivilisationskritik noch zu wenig Raum in der Handlung ein und ist der Anteil der Rahmenhandlung noch zu gering. In den beiden Folgebänden soll sich dies ein wenig ändern. „Die Inseln des Ruhms 2 – Der Heiler“ erscheint Mitte August 2011 auf Deutsch bei Blanvalet.

Glenda Larke: Die Wissende. Inseln des Ruhms 1. Blanvalet 2010. Taschenbuch, 480 Seiten. Euro 8,99 (Österreich 9,30).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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