Gloria in excelsis Deo - Ehre sei Gott in der Höhe

Verkündung der frohen Botschaft - Davidgn / Dreamstime.com
Verkündung der frohen Botschaft - Davidgn / Dreamstime.com
Vor zweitausend Jahren richteten Engel die Botschaft 'Gloria in excelsis Deo' den Hirten aus. In Liturgie und Gesang erschallt ihre Botschaft weiter.

"Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, ...“ Wer kennt die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium, Kapitel zwei nicht? In Vers vierzehn dann das Gloria zum Ruhme Gottes: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Das Wort "Glorie“ steht für Ruhm, Glanz, Heiligenschein und ist ein vielbenutztes Wort in der lateinischen Bibel. In der Liturgie ist der Hymnus als Lobpreis Gottes ein fester Bestandteil.

Im Sinne von Herrlichkeit ist die Glorie eines der Attribute Gottes: er besitzt sie, von ihm geht sie aus und ihm allein gebührt sie (soli deo gloria – Gott alleine die Herrlichkeit). Weil die Verherrlichung Gottes von Engeln und himmlischen Chören ausgeht, nennt man die Weihnachtsgeschichte des Lukas' auch Hymnus angelicus – engelhafter Lobgesang oder einfach Engelshymne. Der Hymnus Gloria in excelsis Deo wird in einer Vielzahl von Melodien und Liedertexten gesungen und dargeboten und ist ebenso oft schon vertont worden. Das "Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach gehört wohl zu den schönsten und ganz großen dieser himmlischen Gesänge.

Wie sich der Hymnus angelicus entwickelte

Die biblischen Worte aus dem Lukasevangelium wurden einem in alter Zeit beliebten Hymnus vorangefügt, um ihn so vor dem Verdikt (lat. Verdammungsurteil) des Konzils von Laodicea (341 und 380) zu bewahren. Es galt, dass alle selbstgemachten Hymnen verboten waren. Die älteste Form des Hymnus angelicus in lateinischer Sprache findet sich in dem Antiphonar (liturgischer Wechselgesang) von Bangor aus dem siebten Jahrhundert. Die heutige Form wurde ab dem neunten Jahrhundert verwendet. Vermutlich stammt sie von Hilarius von Poitiers (Bischof und Kirchenlehrer 315-367). Bei der deutschen Fassung handelt es sich um die für die römisch katholischen Bistümer offizielle Übersetzung ins Deutsche, die auch in den Gottesdiensten verwendet wird.

Das Gloria als Lobgesang in der katholischen Messe

Bei den frühen Christen war das Gloria noch kein fester Bestandteil der heiligen Messe. Der Hymnus angelicus war nur bei bestimmten Liturgien Bestandteil, wie etwa der Papstmesse. Mit der Zeit wurde er auch bei den Bischofsmessen zugelassen. Von einfachen Priestern durfte das Gloria bis ins zwölfte Jahrhundert hinein nur an Ostern und am Tag ihrer Priesterweihe gesungen werden. Nach dem Liber Pontificalis (chronologische Auflistung der päpstlichen Biografien) ist das Gloria für Sonntage und Martyrerfeste von Papst Symmachus Anfang des sechsten Jahrhunderts zugelassen worden. Seither gehört das Gloria zum Ordinarium (im Gottesdienst gleichbleibende Elemente) der heiligen Messe und ist von Komponisten aller Epochen vertont worden.

Das Gloria als Weihnachtsoratorium

Ein Weihnachtsoratorium ist ein Werk der Kirchenmusik. Es verarbeitet die Geburt Jesu Christi in der Art eines Oratoriums (episch-dramatische Komposition für Solostimmen). "Weihnachtshistorien“, wie sie sich einstmals nannten, waren geistliche Konzerte auf verschiedene Evangelientexte. Mit der Zeit wurden die dramatischen Elemente mehr und mehr in den Vordergrund gerückt, etwa durch Vertonung der wörtlichen Rede. Die musikalische Formensprache wurde reichhaltiger. Einer der bekanntesten Komponisten von Weihnachtsoratorien ist Johann Sebastian Bach. Sein sechsteiliges Oratorium für Soli, gemischten Chor und Orchester wurde erstmals 1734 in der Thomaskirche in Leipzig aufgeführt. Die sechs Teile haben die Freude über die Geburt Christi zum Inhalt. Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der Weihnachtsgeschichte, Weihnachtschoräle und Arien machen das Oratorium zu etwa ganz Besonderem. So nimmt es nicht Wunder, wenn es jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit von neuem aufgeführt wird.

Die Botschaft der Engel in Liedversen:

Hört, wir singen Jubellieder, / Hört, welch ein Wunder heut geschah! / Echo hallt's von Bergen wider, / Laut erschallt das Gloria: Gloria in excelsis Deo!

Hirten, warum wird gesungen? / Sagt uns doch eurer Freude Grund! / Groß der Sieg, der heut errungen, / Jubelnd geht's von Mund zu Mund: Gloria in excelsis Deo!

Und wir künden froh euch allen / Die Geburt des Kind's zuhauf. / Lasst ein Danklied drum erschallen, / Dass es steigt zum Himmel auf: Gloria in excelsis Deo!

Quellenangabe:

Annelore Poljasevic, Annelore Poljasevic

Annelore Poljasevic - Ich bin 1952 im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber geboren und habe (weil es sich so ergeben hat) den nüchternen Beruf der ...

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