
- Ausstellung zur Via Regia in Görlitz - Jörn Käsebier
Vor rund 800 Jahren wurde die Via Regia das erste Mal urkundlich als „strata regia“ erwähnt. Die 3. Sächsische Landesausstellung in Görlitz vom 21. Mai bis 31. Oktober 2011 geht der Bedeutung der Handelsstraße nach und lockt Besucher in die Neißestadt an der polnischen Grenze.
Hauptausstellung zur Via Regia in der Kaisertrutz Görlitz
Die Kaisertrutz Görlitz – so genannt, da die Schweden hier im Dreißigjährigen Krieg den kaiserlichen Truppen widerstanden – ist der zentrale Anlaufpunkt der Ausstellung „Via Regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung“. Über fünf Stockwerke verteilen sich die Ausstellungstücke. Um sich Orientierung zu verschaffen, lohnt ein Blick ins Erdgeschoss. Hier geht es um die ursprüngliche Handelsstraße, die von Frankfurt/Main bis Krakau reichte und durch Görlitz führte. Heute gilt die Via Regia als Kulturstraße des Europarats und reicht von Santiago de Compostela bis Kiew.
Napoleons Stiefel und die Entwicklung der Arten
Multimedial – mit Klanginstallationen, Audioguide und Zugriff auf Computer mit weiterführenden Informationen – präsentiert die Stadt an der polnischen Grenze ihre Schätze. Diese stammen zwar oft aus Sammlungen in Dresden und Leipzig, werden jedoch in den regionalen Kontext gestellt. Neben der Vorstellung der Straße und dem geschichtlichen Fundament konzentriert sich die Ausstellung zur Via Regia auf drei Themen: Ideen, Menschen und Markt. Der Markt zeigt, was wer wie entlang der Via Regia handelte und wie die Städte davon profitierten. Welche Ideen quer durch die Lande weitergereicht wurden zeigen die Exponate im dritten Obergeschoss, während im zweiten Stock Menschen im Vordergrund stehen, die über die Handelsstraße reisten. Von Prominenten wie Kaiser Napoleon, von dem Stiefel zu sehen sind, bis hin zu mehr oder weniger bekannten Künstlern und Theologen sind hier einige Beispiele zu sehen.
Die Ausstellung in der Kaisertrutz Görlitz geht bis zum 31. Oktober 2011. In das Thema Via Regia sind jedoch noch weitere Ausstellungen in der Neiße-Stadt eingebunden, die fußläufig von der Kaisertrutz entfernt liegen. Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz widmet sich den Arten, die sich entlang der Via Regia entwickelten. Den „Lebenswegen ins Ungewisse“ widmet sich eine Gemeinschaftsarbeit des Schlesischen Museums Görlitz und des Lausitzmuseums in Zgorzelec. Ende Juli wird auch das Barockhaus Görlitz mit dem Kulturhistorischen Museum wieder öffnen und sich dem Ausstellungsreigen anschließen. Da ein Besuch der Ausstellung nicht tagesfüllend ist, eignet sie sich gut als längerer Programmpunkt während eines Rundgangs durch die Görlitzer Altstadt.
Angebot für Kinder und Jugendliche
Die 3. Sächsische Landesausstellung Görlitz hält auch eigens auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Führungen bereit. Einstündige Führungen in Deutsch, Polnisch und Tschechisch befassen sich etwa mit den Maßen in der Geschichte oder dem Reisen der Pilger und Kaufleute. In Workshops können Schulklassen darüber hinaus aktiv werden. Ein Medienworkshop, ein Theaterworkshop und ein Technikworkshop werden angeboten.
