Götterbote Hermes / Mercurius / Merkur

Statue Merkur von Fritz Klimsch von 1907 - Harald Rossa
Statue Merkur von Fritz Klimsch von 1907 - Harald Rossa
Hermes ist der Götterbote der griechischen Mythologie. Dazu der Gott der Händler wie der Diebe und ein vielseitiger Erfinder.

Hermes gehört in der griechischen Mythologie zu den 12 großen Göttern des Olymps. Er wird als der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute und der Hirten genannt. Er ist aber auch der Gott der Diebe, der Kunsthändler, der Redekunst, der Gymnastik und der Magie. Als Götterbote verkündet er die Beschlüsse des Zeus und führt die Seelen der Verstorbenen in den Hades.

In der römischen Religion wird Mercurius, deutsch Merkur genannt, mit Hermes gleichgesetzt. Auch in Rom wirkt er als der Götterbote und der Gott der Händler und Diebe. Tacitus berichtet in der Germania von der Gleichsetzung spätantiker Chronisten von Mercurius mit dem germanischen Gott Wodan bzw. Odin. Entsprechungen zum griechischen Gott Hermes wurden auch in der ägyptischen Mythologie gesehen. Er wurde mit dem ägyptischen Gott Thot bzw. oder als Führer der Toten mit Anubis gleichgesetzt. Als Hermes Trismegistos wurde Thot bzw. Hermes als sagenhafter Verfasser wissenschaftlicher Werke gesehen. Die Neoplatoniker führten gar die Werke von Pythagoras und Platon auf Hermes Trismegistos zurück.

Mythen um Hermes

Hermes ist ein Sohn des Zeus und der Pleiade Maia, einer Tochter des Atlas. Er kam im Kyllenegebirge in Arkadien zur Welt. Am Tag seiner Geburt stahl er seinem Bruder Apollon einer Rinderherde, die dieser für den König Admetos in Thessalien hütete. Apoll brachte Hermes vor den Olymp. Zeus befahl dir Rückgabe des gestohlenen Viehs. Doch Hermes betörte Apoll mit dem Spiel seiner Flöte. Apoll nahm statt der Rinder die Flöte und gab seinem Bruder dazu noch einen Zauberstab. Der konnte den Schlaf, auch den ewigen Schlaf, bringen und alle von ihm berührten Dinge in Gold verwandeln.

Die Thrien unterrichteten Hermes in der Kunst der Weissagung durch das Werfen von Kieselsteinen in eine Urne. Hermes selbst wird die Erfindung des Würfelspiel und der Weissagung durch Würfeln zugeschrieben. Mit den Moiren soll er das griechische Alphabet entwickelt haben. Weiter wird er als Begründer oder Erfinder der Astronomie, der Tonleiter, des Boxen und Turnen, der Gewichte und Maße sowie der Ölbaumkultur genannt. So wurde vor allem Mercurius zum Vater des Marktes und der Marktwirtschaft.

Liebschaften und Nachkommen

Zahlreiche Nymphen, darunter Karmentis, Sose, Tanagra zählten zu seinen Geliebten. Aber auch mit dem Arkadier Krokos oder Amphion, dem König von Theben, unterhielt er enge Beziehungen.

Für seinen Sohn Pan wurden Dryope, Penelope, Persephone oder die Ziege Amaltheia als Mutter genannt. Mit Aphrodite soll Hermes das Zwitterwesens Hermaphroditos gezeugt haben.

Daneben zeugte Hermes auch sterbliche Söhne. Darunter Daphnis, der Erfinder der Hirtendichtung, aus der Verbindung des Götterboten mit einer Nymphe. Mit der sterblichen Antianeira zeugte er die Argonauten Eurytos und Echion. Herakles Liebhaber Abderos und der Dieb Autolykos waren ebenfalls sterbliche Söhne des Hermes.

Der Kult um den Gott Hermes lässt sich sehr weit zurückverfolgen. In der Mythologie ist er der Götterbote. Als Götterbote kann er sich schneller als das Licht bewegen. Dies machen kleine Flügel an seinen Stiefeln möglich. Er überbrachte die Botschaft der Götter den Sterblichen und übersetzte sie. Seine Botschaften waren mehr als Mitteilungen. Sie forderten Einsicht und Verständnis. Daher wird bis heute „Erklären und Verstehen“ auch als Hermeneutik bezeichnet.

Darstellung des Hermes

Das markanteste Attribut des Hermes sind seine Flügelschuhe. Oft wurde er mit einem breitkrempigen Hut und später mit Helm dargestellt. Wobei in späteren Zeiten auch die Kopfbedeckungen teilweise mit Flügeln versehen wurden. Dazu tritt der Hermesstab. Das ist ein Stab mit zwei Flügeln, der von zwei Schlangen mit einander zugewendeten Köpfen umwunden ist. Römische Darstellungen des Mercurius statten diesen oft auch mit einer Geldbörse aus.

Literatur zu Hermes, Mercurius und Merkur

  • Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, List Taschenbuch Berlin 2009, ISBN 978-3-5486-0928-7
  • Robert Phillips: Mercurius. In: Der Neue Pauly. Band 8, Metzler Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9
  • Gerhard J. Baudy und Anne Ley: Hermes. In: Der Neue Pauly. Band 5, Metzler Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01475-4

Bild: Statue „Merkur“ von Fritz Klimsch von 1907 im Foyer der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Humboldt Universität Berlin in der Spandauer Str. 1