
- Wieviel Geld gibts für Gold? - M. Luckhardt
Bei steigendem Goldpreis und wenig Geld in den Taschen floriert das Gewerbe der Goldankäufer. Etliche Anbieter buhlen mit mehr oder weniger Werbung um das heiß begehrte Edelmetall. Die Anbieter versprechen eine einwandfreie, sichere Abwicklung und schnelle Auszahlung. Die Auszahlungshöhe kann sich allerdings bei den Anbietern stark unterscheiden: Wenn man einen guten Preis haben will, muss man auf transparente und angemessene Ankaufspreise achten.
Vom Gold zum Geld - So einfach geht das
- Auszahlungsbetrag ermitteln: Bei den seriösen Anbietern kann man den annähernden Auszahlungsbetrag vorab online ermitteln. Bei manchen Anbietern ist dies nicht möglich: Hier erhält man irgendwann einen Scheck oder eine Überweisung über einen vorher unbekannten Betrag.
- Versenden: Bei manchen Anbietern fordert man telefonisch oder per email einen Briefumschlag an und versendet ihn mit dem Gold. Die Versicherung trägt der Goldaufkäufer und beläuft sich in der Regel auf maximal 500 Euro. Andere Anbieter holen das Gold auch kostenlos ab oder man versendet das Gold eigenständig und muss es selbst versichern.
- Kaufangebot: Bei seriösen Anbietern wird ein Kaufangebot unterbreitet. Der Käufer erklärt sein Einverständnis und erhält dann das Geld überwiesen. Bei manchen Anbietern erhält man einfach ohne vorheriges Kaufangebot das Geld per Scheck oder Überweisung. Ist man nicht einverstanden, muss man reklamieren und das Geld zurück transferieren.
Wieviel ist mein Gold eigentlich wert?
Um zu beurteilen, ob der Anbieter eigentlich auch genug zahlt, muss man natürlich wissen, wie hoch der Materialwert ist.
Den Materialwert berechnet sich durch Gewicht x Feingehalt x Goldpreis. Beispielrechnung: Ein 20 Gramm schweres Schmuckstück aus 585er Gold und einem Tagespreis von 821,16 Euro je Unze (22.02.2010) ergibt einen reinen Materialwert von 308,89 Euro (20 mal 0,585 mal 821,16 geteilt durch 31,1034768).
- Gewicht grob ermitteln: Das Gold mit einer geeichten Waage oder digitalen Haushaltswaage abwiegen oder beim Juwelier abwiegen lassen. Bei Ringen mit Steinen muss natürlich Gewicht abgerechnet werden.
- Feingehalt: Auf den meisten Schmuckstücken befindet sich eine Angabe über den Feingoldgehalt (zum Beispiel auf der Ringinnenseite oder an Kettenenden).
- Goldpreis: Der aktuelle Goldpreis ist auf diversen Seiten online verfügbar.
Der Ankaufspreis liegt natürlich in der Regel unter dem reinen Materialpreis. Ein seriöser Händler wird aber immer vor dem Kauf den aktuellen Ankaufspreis für Gold nennen. Wenn Anbieter den Ankaufspreis nicht nennen: Finger weg!
Briefgold & Co. : Wie erkenne ich einen seriösen Anbieter?
Ein Vergleich von vier Anbietern zeigt eklatante Unterschiede in der Abwicklung.
- Briefgold: Die Firma Briefgold ist momentan stark in der Werbung vertreten. Sie ist unter dem Firmennamen Postal Gold (Isle of Man) Limited auf der britischen Insel Isle of Man eingetragen. Ein Gold-Ankaufspreis gibt es auf der Homepage nicht und er wird auch telefonisch nicht mitgeteilt. Man schickt das Gold in einem Briefumschlag („Gold-Kit“) ein, erhält das Geld überwiesen und hat zehn Tage Rücktrittsrecht. Nach einem Rücktritt muss innerhalb von sieben Tagen das Geld wieder bei Briefgold sein. Die Paketversicherung übernimmt Briefgold und ist auf 500 Euro limitiert. Über Briefgold gibt es diverse negative Erfahrungsberichte im Internet. User berichten über viel zu geringe Auszahlungssummen und Schwierigkeiten mit dem Rückversand.
- Gold-bringt-Geld: Ebenso wie bei Briefgold wird der Gold-Ankaufspreis nicht mitgeteilt, auch der Ablauf ist ähnlich. Man schickt das Gold ist einer zuvor angeforderten Goldtasche ein, die Sendung ist bei der Düsseldorfer Firma bis 500 Euro versichert.
- Moneygold: Die Hamburger Firma hat ein sehr transparentes Angebot. Auf der Homepage befinden sich die aktuellen Ankaufspreise und ein Goldrechner. Innerhalb von 48 Stunden nach Sendungseingang erhält man eine E-Mail mit dem Angebot. Bei einer Freigabe wird das Geld innerhalb von 24 Stunden überwiesen – oder das Gold zurückgesandt. Die Versendung des Goldes muss der Einsender selber versichern. Man kann das Gold aber auch kostenlos abholen lassen. Die Erfahrungsberichte sind sehr positiv und der Preis angemessen.
- Goldankauf123: Die Weimarer Firma hat einen transparenten Internetauftritt und veröffentlich alle Kundenbewertungen. Es gibt einen Goldrechner auf Basis eines Goldpreises, der alle 60 Sekunden aktualisiert wird. Der Kunden kann zwischen Selbstversand (Versicherung durch den Kunden) oder Abholung wählen. Die Abholung ist kosten- und risikolos und bis zu 1,5 Millionen Euro versichert. Die Abwicklung des Goldverkaufs dauert insgesamt ein bis drei Tage.
Der beste Preis für Gold: Wer zahlt am meisten?
Die Abwickung bei Briefgold und Gold-bringt-Geld erscheint zunächst einfacher – sofern man nicht reklamiert. Die Auszahlungshöhe ist aber vorher absolut unklar und liegt nach den bisherigen Erfahrungen weit unter dem Goldpreis. Es lohnt sich hier, auf seriösere Anbieter zurückzugreifen, bei denen die Auszahlungshöhe näher am Materialwert liegt.
Wer sein Gold lieber doch nicht per Post versenden will, kann es problemlos bei Goldhändlern, Scheideanstalten, Banken oder Juwelieren verkaufen. Auch hier gilt: Vergleichen lohnt sich.
Ob der Zeitpunkt für einen Verkauf goldrichtig ist, können momentan selbst Experten nicht beantworten. Denn die lagen in den letzten Jahren in der Regel falsch. Vielleicht ist es sogar der richtige Zeitpunkt, um Gold zu kaufen. Das ist genauso einfach wie das Verkaufen.
