
- The Social Network - Filmplakat - Sony Pictures
Die Golden-Globe-Verleihung gilt schon seit vielen Jahren als das Orakel für die Oscar-Verleihung. Erwartungsgemäß können sich Globe-Gewinner bereits deutlichere höhere Chancen bei den Academy Awards am 27. Februar 2011 ausrechnen.
Ricky Gervais als Gastgeber; Christian Bale, Katey Sagal und "Carlos" als Sieger
Ricky Gervais eröffnete die Veranstaltung wie bereits im Vorjahr und machte sich zunächst und während der ganzen Show über allerhand Stars lustig.
Bester Nebendarsteller wurde in der ersten Kategorie Christian Bale. Für seine Rolle als Bruder von Mark Wahlberg im Boxerdrama "The Fighter" setzte er sich gegen Michael Douglas ("Wall Street – Geld schläft nicht"), Andrew Garfield ("The Social Network"), Jeremy Renner ("The Town") sowie den bereits fünfmal nominierten Geoffrey Rush ("The King’s Speech") durch.
Katey Sagal wurde für die Biker-Serie "Sons of Anarchy" als Gewinnerin der Kategorie Beste Schauspielerin in einer TV-Serie – Drama genannt. Nach bereits vier Nominierungen für "Eine schrecklich nette Familie" erhielt Sagal in diesem Jahr den Vorzug vor Julianna Margulies ("The Good Wife"), Elisabeth Moss ("Mad Men"), Piper Perabo ("Covert Affairs") und Kyra Sedgwick ("The Closer").
Den Preis für den besten T.V.-Film oder Mini-Serie erhielt "Carlos – Der Schakal", der "The Pacific", "Die Säulen der Erde", "Temple Grandin" und "You Don’t Know Jack" auf ihre Plätze verwies.
Chris Colfer, Steve Buscemi und "Boardwalk Empire" als Sieger
Bester Nebendarsteller in einer T.V.-Serie, Mini-Serie oder einem T.V.-Film wurde der 20-jährige Chris Colfer ("Glee"), der sich gegen Scott Caan ("Hawaii-Five-O"), Chris Noth ("The Good Wife"), Eric Stonestreet ("Modern Family") und David Strathairn ("Temple Grandin") durchsetzen konnte.
Steve Buscemi ("Boardwalk Empire") wurde Sieger der Kategorie Bester Schauspieler in einer T.V.-Serie – Drama. Er gewann gegen Bryan Cranston ("Breaking Bad"), Michael C. Hall ("Dexter"), Jon Hamm ("Mad Men") sowie Hugh Laurie ("Dr. House").
Auch als beste T.V.-Serie – Drama gewann "Boardwalk Empire". Leer gingen damit "Dexter", "The Good Wife", "Mad Men" und "The Walking Dead" aus.
"Burlesque", "The Social Network" als Musik-Sieger, auch "Toy Story 3" und Annette Bening siegen
Der von Diane Warren intonierte Song "You Haven’t Seen the Last of Me" aus dem Film "Burlesque" wurde als Nächstes bester Original-Song des Jahres. Warren gewann die Statue gegen "Bound to You" (auch "Burlesque"), "Coming Home" (aus "Country Strong"), "I See the Light" (aus "Rapunzel") und "There’s a Place For Us" (aus "Die Chroniken von Narnia 3").
Bester Original-Score wurde direkt danach der von Trent Reznor und Atticus Ross aus "The Social Network". "The King’s Speech", Hans Zimmers "Inception" und "127 Hours" mussten sich mit der Nominierung begnügen.
Als bester Animationsfilm wurde "Toy Story 3" ausgezeichnet. "Ich – Einfach unverbesserlich", "Drachenzähmen leicht gemacht", "The Illusionist" und "Rapunzel – Neu verföhnt" gingen leer aus.
Die Kategorie Beste Schauspielerin – Musical/Komödie gewann Annette Bening ("The Kids Are All Right") gegen Julianne Moore (gleicher Film), Anne Hathaway ("Love & Other Drugs"), Emma Stone ("Einfach zu haben") und Angelina Jolie ("The Tourist"). Bening heimste mit ihrer 7. Globe-Nominierung nun ihren zweiten Preis ein.
Al Pacino, Claire Danes und das "Social Network"-Skript als Sieger
Der bereits 15 Mal für einen Globe nominierte Al Pacino gewann für "You Don’t Know Jack" seinen vierten Globe gegen Idris Elba ("Luther"), Ian McShane ("Die Säulen der Erde"), Dennis Quaid ("The Special Relationship") und Edgar Ramirez ("Carlos – Der Schakal").
Als beste Schauspielerin in einer Mini-Serie oder einem T.V.-Film darf sich fortan Claire Danes ("Temple Grandin") fühlen, die mit ihrer Rolle als autistische Wissenschaftlerin Hayley Atwell ("Die Säulen der Erde"), Judi Dench ("Return to Cranford"), Romola Garai ("Emma") und Jennifer Love-Hewitt ("The Client List") hinter sich ließ.
Der Preis für das beste Drehbuch ging an Aaron Sorkins Skript für "The Social Network". Das Buch gewann gegen David Seidlers "The King’s Speech", Christopher Nolans "Inception", Danny Boyles und Simon Beaufoys "127 Hours" sowie Lisa Cholodenkos und Stuart Blumbergs "The Kids Are All Right".
Jane Lynch, "In einer besseren Welt", Laura Linney, Jim Parsons und Melissa Leo als Sieger
Jane Lynch aus der Musical-Serie "Glee" wurde zur besten Nebendarstellerin in einer Mini-Serie oder einem T.V.-Film gekürt und ließ dabei Hope Davis ("The Special Relationship"), Kelly MacDonald ("Boardwalk Empire"), Julia Stiles ("Dexter") und Sofia Vergara ("Modern Family") hinter sich.
Susanne Biers dänischer Film "In einer besseren Welt" wurde anschließend zum besten fremdsprachigen Film ernannt. Leer gingen daher "Biutiful" (Mexiko/Spanien), "Das Konzert" (Frankreich), "I Am Love" (Italien) und "The Edge" (Russland) aus.
Beste Schauspielerin in einer T.V.-Serie – Musical/Komödie wurde nun Laura Linney, die in "The Big C" eine krebskranke Hausfrau und Mutter spielte. Sie gewann mit ihrer fünften Nominierung gegen Edie Falco ("Nurse Jackie"), TIna Fey ("30 Rock"), Toni Collette ("United States of Tara") und Lea Michele ("Glee").
Jim Parsons wurde für "The Big Bang Theory" zum besten Schauspieler in einer T.V.-Serie – Komödie gekürt. Verlieren mussten Alec Baldwin ("30 Rock"), Steve Carell ("The Office"), Thomas Jane ("Hung") und Matthew Morrison ("Glee").
Der nächste Globe ging an Melissa Leo: Die Darstellerin aus "The Fighter" wurde zur besten Nebendarstellerin in einem Kinofilm gekürt. Sie stach Amy Adams ("The Fighter"), Helena Bonham Carter ("The King’s Speech"), Mila Kunis ("Black Swan") und Jacki Weaver ("Animal Kingdom") aus.
Cecil B. DeMille Award für Robert De Niro
Einen wichtigen Ehrenpreis erhielt als Nächstes der Schauspiel-Veteran Robert De Niro. Der 67-Jährige darf sich fortan einreihen in die illustre Aufzählung von Legenden wie Paul Newman, Charlton Heston und Alfred Hitchcock, die seit 1952 den "Cecil B. DeMille Award" erhielten. Die Auszeichnung geht zurück auf den US-amerikanischen Regisseur, Schauspieler und Produzenten Cecil B. DeMille, der durch Filme wie "Cleopatra", "Kampf der Welten", "Die größte Schau der Welt" und "Die zehn Gebote" einer der Hauptaktiven des frühen Hollywood war. Die ehrenvolle Auszeichnung überreichte Matt Damon, nachdem ein längerer Clip noch einmal die vielen, grandiosen Rollen von De Niro in Erinnerung rief.
Robert De Niro wurde für seine vielen Jahre als Schauspieler gewürdigt. Bei der Golden-Globe-Verleihung hatte er bisher bei acht Nominierungen nur einmal gewonnen: 1981 wurde er für seine Boxerrolle in "Wie ein wilder Stier" ausgezeichnet, wofür er zudem einen seiner zwei Oscars (neben "Der Pate 2" im Jahr 1975) erhielt. Für den Golden Globe war De Niro außerdem nominiert mit den Filmen "Taxi Driver" (1977), "New York, New York" (1979), "Die durch die Hölle gehen" (1981), "Midnight Run" (1989), "Kap der Angst" (1992), "Reine Nervensache" (2000) sowie zuletzt für "Meine Braut, ihr Vater und ich" (2001).
David Fincher, "Glee", Paul Giamatti und Natalie Portman als Sieger
Bester Regisseur wurde David Fincher für "The Social Network". Nicht gewonnen haben somit Darren Aronofsky ("Black Swan"), Christopher Nolan ("Inception"), Tom Hooper ("The King’s Speech") und David O. Russell ("The Fighter").
"Glee" gewann als nächstes in der Kategorie Beste T.V.-Serie – Komödie gegen "Modern Family", "The Big C", "The Big Bang Theory", "30 Rock" und "Nurse Jackie".
Paul Giamatti erhielt mit seiner vierten Nominierungen seinen zweiten Globe, dieses Mal für "Barney’s Version" und gegen Johnny Depp ("Alice im Wunderland" sowie "The Tourist"), Jake Gyllenhaal ("Love & Other Drugs") und Kevin Spacey ("Casino Jack").
Beste Schauspielerin in einem Drama wurde erwartungsgemäß Natalie Portman für ihre Rolle der innerlich zerrissenen Ballettschülerin in "Black Swan". Leer ausgehen mussten daher Jennifer Lawrence ("Winter’s Bone"), Halle Berry ("Frankie & Alice"), Nicole Kidman ("Rabbit Hole") und Michelle Williams ("Blue Velvet").
"The Kids Are All Right", Colin Firth und "The Social Network" als Sieger
Bester Film – Musical oder Komödie wurde "The Kids Are All Right" gegen "Alice im Wunderland", "Burlesque", "R.E.D. – Älter, härter besser" und "The Tourist".
In der vorletzten Kategorie des Abends errang Colin Firth den Globe für seine Rolle als mit Redeproblemen behaftetem König George VI. in "The King’s Speech". Firth holte bereits 2010 eine Nominierung für "A Single Man" und gewann dieses Jahr gegen Jesse Eisenberg ("The Social Network"), James Franco ("127 Hours"), Ryan Gosling ("Blue Valentine") und Mark Wahlberg ("The Fighter").
Der letzte Preis des Abends wurde von Michael Douglas vergeben, der nach erfolgreicher Krebsbehandlung wieder deutlich mehr Leben versprühen kann. In der wichtigsten Kategorie, Bester Film – Drama gewann "The Social Network" gegen "Inception", "Black Swan", "The Fighter" und "The King’s Speech".
Fazit: "The Social Network" und "Glee" die Besten, "The King’s Speech" große Enttäuschung
Beim Golden Globe des Jahres 2011 gab es einige Überraschungen, darunter auch einige Verlierer. Die größte Niederlage musste sicherlich der heiß gehandelte "The King’s Speech" hinnehmen, der trotz sieben Nominierungen lediglich einen Globe einheimsen konnte.
Ebenfalls traurig sein dürfte Christopher Nolan, denn sein "Inception" ging bei vier Nominierungen komplett leer aus. Ebenfalls ohne Preis nach Hause mussten die jeweils drei Mal nominierten "The Tourist", "Alice im Wunderland" und "127 Hours".
Größter Sieger des Abends wurde der Facebook-Film "The Social Network", der bei sechs Nominierungen vier Preise für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch und den besten Filmscore erhielt.
Ebenfalls erfolgreich war die Musical-Serie "Glee", die bei fünf Nominierungen drei Globes gewann. Es kann wohl schon jetzt davon ausgegangen werden, dass es im Folgejahr ein Wiedersehen der Serie bei den Globes geben wird.
