
- Golden Globes 2010 - NBC
18. Januar 2010: Zum 67. mal fand in Hollywood die Verleihung der Golden Globes statt. Auffälligstes Accessoire: "Haiti"-Schleifen, die nahezu an jedem Promi glitzerten und den Opfern der Erdbeben-Katastrophe in Haiti galten.
Dankbar zeigte sich Meryl Streep ("Wenn Liebe so einfach wäre“, "Julie und Julia"), die gleich zwei Mal als beste Komödiantin nominiert war und ihren inzwischen 7. Golden Globe für ihre Rolle als Star-Köchin in "Julie und Julia“ entgegen nahm – und Julia Roberts und Sandra Bullock in dieser Kategorie ausstach. Die Komödien-Granate Sandra Bullock gewann den Golden Globe überraschender Weise als beste Drama-Darstellerin ("The blind side“) und bedankte sich unter anderem bei ihrer Nürnberger Familie auf Deutsch: "Ihr könnt jetzt Zähne putzen und ins Bett gehen!“ Sichtlich gerührt und sehr bemüht, sich der Situation gewachsen zu zeigen: Drew Barrymore gewann den Golden Globe für "Grey Gardens“ (TV) und war somit besser als Sigourney Weaver ("Prayers for Bobby“).
Deutschland und Österreich gewinnen die begehrten Golden Globes
Der 53jährige österreichische Schauspieler Christoph Waltz wurde als beste Nebenrolle in Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet und Italiens wahrscheinlich letzte Diva, Legende Sophia Loren ("Neun“), überreichte den Golden Globe an den sich für sein schlechtes Englisch entschuldigenden Regisseur Michael Haneke für die deutsche S/W-Produktion "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ (Goldene Palme, Europäischer Filmpreis) als besten ausländischen Film. In dieser Kategorie waren auch Penélope Cruz und Pedro Almodóvar für Spaniens Beitrag "Zerissene Umarmungen“ nominiert. Nicole Kidman gab mit aalglatter, glänzender Botox-Stirn den Golden Globe ebenfalls nicht Penélope Cruz ("Neun“), sondern der besten weiblichen Nebendarstellerin 2010: die Schwarze Schauspielerin Mo`Nique für ihre Rolle als grobe Mutter, deren Tochter zum zweiten Mal vom eigenen Vater schwanger wird. Im wahren Sozialdrama "Precious“ spielen auch Mariah Carey und Lenny Kravitz mit.
"Avatar“ holte Preise als bestes Drama und für besten Regisseur (James Cameron), die beste Komödie wurde "The Hangover“
Arnold Schwarzenegger – dessen Englisch sich in den letzten Jahren stark verbesserte – präsentierte "Avatar“. Die teuerste Produktion aller Zeiten gewann die Trophäe in der Kategorie Spielfilm als Bestes Drama und Beste Regie (James Cameron). Es konkurrierten: "Precious“, "Up in the air“, "Inglorious Basterds und "Tödliches Kommando“. Beste Schauspielerin in einem Drama wurde Sandra Bullock. Sie spielt in "The blind side" die Rolle einer reichen Mutter, die den obdachlosen Kumpel ihres Sohnes in die Familie aufnimmt – nach der wahren Geschichte des professionellen amerikanischen Fußballspielers Michael Oher. Die Junggesellenparty-Komödie "The Hangover“ setzte sich in der Kategorie "Beste Komödie" gegen "500 days of summer“, "Julie und Julia“, "Wenn Liebe so einfach wäre“ und "Nine“ durch. Todd Phillips rauschendes Las-Vegas-Besäufnis kommt ganz ohne hochkarätige Star-Besetzung aus und ließ Meryl Streep zweimal alt aussehen. Robert Downey Junior gewann als bester Komödien-Hauptdarsteller in Guy Ritchies "Sherlock Holmes“.
Beste Filmmusik aus "Oben“, bester Filmsong und Jeff Bridges als bester Darsteller in "Crazy heart“
Cher ("The shoop shoop song") und Christina Aguilera ("Hurt") bezeichneten sich bei den 67. Golden Globes selbst als "schamlose Burlesque-Promoterinnen" und überreichten die goldenen Trophäen für die beste Filmmusik an Michael Giacchino zu Disney/Pixars "Oben“ und für den besten Filmsong "The weary kind“ an Ryan Bingham ("Crazy heart“), der sogar U2s Sänger Bono ("Winter“, "Brothers“) hinter sich ließ. "Crazy Heart“ gewann nochmal den Golden Globe mit Jeff Bridges als alternden Country-Sänger (bester Hauptdarsteller). Bestes Drehbuch ging an "Up in the air“, das einen gestressten George Clooney auf Zelluloid zeigt.
Bester animierter Film: "Oben“ und Auszeichnungen für TV, Comedy, Musical
Bei den animierten Filmen war die Entscheidung dieses Jahr sehr schwierig: "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, "Coraline“, "Der fantastische Mr. Fox“ und "Küss den Frosch“ konnten nicht an gegen Disney/Pixars "Oben“ – die rührende Geschichte des Rentners, der sein Haus mit hunderten Heliumballons zum Fliegen bringt.
Bei den Golden Globes werden auch TV, Comedy und Musical ausgezeichnet. Die beste Fernsehserie wurde "Glee“ ("Glee-Club“ ist die Wiederbelebung eines Schülers Show-Chors). Die Australierin Toni Colette ("Little Miss Sunshine“, "Muriels Hochzeit“) gewann für ihre Rolle in "United States of Tara“. Weitere beste TV-Darsteller: "Alec Baldwin“ ("30 Rock“), Kevin Bacon ("Taking Chance“).
Robert De Niro und Leonardo DiCaprio überreichten den Lebenswerk-Golden-Globe an Martin Scorsese
Der Meister-Regisseur Martin Scorsese ("Taxi Driver", "Goodfellas", "The Departed", "Gangs of New York", "Casino") bekam seinen dritten Golden Globe, diesmal für sein Lebenswerk. Die ihm vertrauten Schauspieler Leonardo DiCaprio und Robert De Niro überreichten dem sichtlich gerührten, bedeutenden Regisseur den Sonderpreis.
