Golden Globes 2011: "The Social Network" und Colin Firth gewinnen

Annette Bening gewinnt Golden Globe - (c) HFPA
Annette Bening gewinnt Golden Globe - (c) HFPA
Kaum Überraschungen gab es in den Filmkategorien, sondern mit Natalie Portman, Annette Bening und Christian Bale setzen sich die Favoriten durch.

Die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hat sich in diesem Jahr in den Auszeichnungsregen für „The Social Network“ eingereiht und David Finchers Film mit vier Golden Globes ausgezeichnet. Ohnehin waren Überraschungen in diesem Jahr dünn gesät und einzig den Fernsehkategorien vorbehalten.

„The Social Network“ gewinnt vier Golden Globes

Nach dem Critics Choice Award und zahllosen Kritikerpreisen wurde der große Favorit „The Social Network“ nun auch von der HFPA als bestes Drama ausgezeichnet. Außerdem gewannen David Fincher als bester Regisseur, Aaron Sorkin für das beste Drehbuch und Trent Reznor sowie Atticus Ross für die beste Musik. Nur in den Schauspielerkategorien hatten Andrew Garfield und Jesse Eisenberg das Nachsehen und gingen leer aus.

„The Kids Are All Right“ ist die beste Komödie

Lisa Cholodenkos Independent-Film „The Kids Are All Right“ wurde als beste Komödie ausgezeichnet. Der Golden Globe wurde von Tom Hanks und Tim Allen präsentiert, die auf Parallelen zwischen den Hauptfiguren der nominierten Filme und anwesenden Gästen anspielten – und durchaus für einige Lacher sorgten.

Annette Bening und Natalie Portman gewinnen Golden Globe als beste Hauptdarstellerinnen

Der Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin in einem Musical bzw. einer Komödie wurde sehr launig von Robert Downey jr. präsentiert und ging erwartungsgemäß an Annette Bening. Sie wurde für ihre Rolle als lesbische Ärztin Nic in „The Kids Are All Right“ ausgezeichnet und gewann nach 2004 ihren zweiten Golden Globe. Damals wurde sie für „Being Julia“ ausgezeichnet.

Als beste Hauptdarstellerin in einem Drama hat sich mit Natalie Portman ebenfalls die große Favoritin durchgesetzt. Sie erhält den Preis für ihre Rolle der Ballerina Nina in dem Psychothriller „Black Swan“, der am 20. Januar in den Kinos anläuft.

Paul Giamatti und Colin Firth werden als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet

Eine spannende Frage des Abends war, wer den Preis als bester Hauptdarsteller in einem Musical bzw. einer Komödie erhalten wird. Hier war Johnny Depp zweimal nominiert, außerdem konnten sich noch Kevin Spacey, Jake Gyllenhaal und Paul Giamatti Hoffnungen auf den Preis machen. Gewonnen hat Paul Giamatti für „Barney’s Version“ – und er schien sich besonders zu freuen, dass er den Preis aus den Händen von Halle Berry erhält.

Weniger überraschend war der Gewinn von Colin Firth, der als beste Hauptdarsteller in einem Drama den Golden Globe für „The King’s Speech“ erhielt. In seiner launigen Dankesrede schaffte er außerdem, eine gute Balance aus persönlicher Note, Namensnennungen und Witz zu finden.

Golden Globe 2011 – „The Fighter“-Darsteller Christian Bale und Melissa Leo gewinnen

Erwartungsgemäß gingen die Golden Globes für die besten Nebendarsteller an Christian Bale und Melissa Leo für ihre Rollen in „The Fighter“. Der Film erzählt die Geschichte des Boxers Micky Ward, der sich nach vielen Rückschlägen erst mit seiner Familie auseinandersetzen muss, um Erfolg zu haben. Diese Familie besteht vor allem aus seinem cracksüchtigen Bruder und seiner ehrgeizigen Mutter, die von den nun geehrten Schauspielern Christian Bale und Melissa Leo verkörpert werden.

Golden Globe 2011 – Cher und Dianne Waren gewinnen für den besten Song

Als bester Song wurde „You haven’t seen the last of me“ aus dem Film „Burlesque“ ausgezeichnet. Das Lied stammt von Dianne Warren und wird in dem Film von Cher gesungen, die aber an dem Abend nicht anwesend war. Der Preis wurde von einer sehr gerührten Dianne Warren entgegengenommen, die vor allem ihrer Mutter dankte.

Bester fremdsprachiger Film wird „In a better world“

Der dänische Beitrag „In a better world“ wurde überraschend als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet und setzte sich gegen den großen Favoriten „Biutiful“ durch. Der Film geht auch ins Rennen um einen Auslands-Oscar und hat mit diesem Sieg seine Chancen nun sehr verbessert.

Justin Bieber und Hailee Steinfeld überreichen Golden Globe für „Toy Story 3“

Wenig Überraschung gab es hingegen in der Kategorie des besten Animationsfilms, die von Hailee Steinfeld („True Grit“) und Justin Bieber präsentiert wurde. Hier setzte sich der haushohe Favorit „Toy Story 3“ durch. Bei den Oscars ist damit wohl die einzig spannende Frage, ob der Disney/Pixar-Streifen auch als bester Film nominiert werden wird.

Robert de Niro erhält Cecil B. DeMille-Award

Matt Damon überreichte Robert de Niro den Cecil B. DeMille-Award für sein Lebenswerk und ehrte ihn mit einer lustigen Laudatio. Der Ausgezeichnete stand mit seiner Dankesrede nicht nach und machte einige selbstironische Bemerkungen über die vernichtenden Kritiken seines aktuellen Films „Little Fockers“, aber auch kritische Anmerkungen über die Gala, die Filmindustrie sowie die nominierten Filme. Damit war Robert de Niro eine wohltuende Ausnahme inmitten der Dankesreden. Es braucht wohl eine über 40-jährige Karriere, diesen Mut aufzubringen.

Golden Globes – Die Verleihung und die Oscars

Die Golden Globes sind immer etwas lockerer als andere Award-Shows. Obwohl es in diesem Jahr nur bei den Fernsehpreisen einige Überraschungen gab, hat nicht zuletzt Moderator Ricky Gervais mit seinen bösen und furchtlosen Witzen dazu beigetragen, dass die Verleihung kurzweilig war. Die Bühne erinnerte stark an die letztjährige Oscar-Verleihung, aber immerhin hat die HFPA viele angesagte Stars versammelt und der Show durchaus ein wenig Glamour verliehen.

Die Bedeutung der Golden Globes für die Oscars wird zwar stets ein wenig überschätzt, jedoch wäre in diesem Jahr alles andere als ein Sieg von „The Social Network“ bei den Academy Awards eine riesengroße Überraschung. David Fincher und sein Film sind die großen Favoriten für die Oscar-Verleihung, gleichermaßen sollten sich Colin Firth und Christian Bale schon einmal Gedanken über ihre Rede machen.

Sonja Hartl - Als freie Kritikerin, Autorin und Redakteurin lese, arbeite und lebe ich in Bonn.

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