Golden Retriever: Hunde mit goldigem Gemüt

Golden Retriever gelten als freundliche Familienhunde mit goldigem Gemüt. In Deutschland zählen die ursprüngliche Apportierer zu den beliebtesten Rassen.

„Goldies“ werden sie von ihren Fans genannt, und das nicht allein, weil das eine Abkürzung für den Rassenamen Golden Retriever ist: Die Hunde mit dem weichen, goldbraun- bis cremefarbigen Fell haben meist auch ein „goldiges“ Gemüt. Kein Wunder, dass ihre Beliebtheit hierzulande wächst; der Welpenstatistik 2008 des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) zufolge stieg die Zahl der in VDH-Zuchtstätten geborenen Golden Retriever binnen eines Jahres um 13,4 Prozent. Mit 2.455 Welpen liegen sie damit auf dem vierten Platz in der Beliebtheitsskala hinter Deutschen Schäferhund, Dackel und Deutsch Drahthaar und knapp vor ihren "Verwandten", den Labrador Retrievern, die sie im Vergleich zum Jahr davor überrundet haben.

Goldies und unkontrollierte Zuchten

Wissen muss man dazu allerdings, dass nur ein Bruchteil der insgesamt rund fünf Millionen Hunde in Deutschland beim VDH mit seinen rund 160 Mitgliedern – Rassezucht- und Hundesportvereine – erfasst ist. Denn neben den Mischlingen gibt es auch eine Vielzahl von nicht-kontrollierten Zuchtstellen im In- und Ausland. Insgesamt werden nach VDH-Schätzungen jährlich etwa 155.000 Mix- und 345.000 Rassehundwelpen in Deutschland verkauft, nur etwa ein Drittel der verkauften Rassehunde stammt aus VDH-Zuchten.

Auch beim Golden Retriever sind die unkontrollierten Zuchten "ein echtes Problem", wie Züchter Joachim Fiebig aus den schleswig-holsteinischen Strande erklärt. Insbesondere aus Osteuropa würden unter katastrophalen Bedingungen aufgewachsene Welpen, deren Gesundheit und Wesensfestigkeit niemand prüft, wie Massenware importiert. Hunde zum Schnäppchenpreis, während beispielsweise ein Golden Retriever aus einer VDH-Zucht ab 1.000 Euro kostet.

Die Gelassenheit der Golden Retriever

Entsprechend hoch sind aber auch die Anforderungen an die Züchter, von der Entscheidung über die passende Anpaarung über die sorgfältige Aufzucht bis zur Betreuung der Welpenkäufer. Und statt Hundekauf per Handschlag oder aus dem Kofferraum ist hier ein „richtiger“ Kaufvertrag Ehrensache. Ebenso Ehrensache ist es darum für Fiebig und seine Frau, einem dem VDH angeschlossenen Rassezuchtverein anzugehören.

Goldies halten und züchten die Hundefans seit rund 20 Jahren: „Was mir besonders gefällt, ist das Gemüt dieser Hunde, ihr ruhiger Charakter, ihre Gelassenheit“, schwärmt Joachim Fiebig. Golden Retriever gehören nach der Rasseordnung der kynologischen Weltorganisation FCI (Fédération Cynologique Internationale) zu den Apportierhunden - ebenso wie Labrador, Flat Coated, Curly Coated, Nova Scotia Duck Tolling und Chesapeake Bay Retriever.

Der "will to please" der Retriever

Der Rassestandard beschreibt das Wesen des bis zu 61 Zentimeter (Rüden) großen Hundes als "intelligent, freundlich, liebenswürdig und zutraulich" und spricht von seinem "ausgeprägten Willen zum Gehorsam" - eine großzügige Übersetzung des englischen Begriffes "will to please" (der Wille zu gefallen), der den meisten Retrievern zugeschrieben wird und sie zu so angenehmen vierbeinigen Lebenspartnern macht. Als Familienmitglieder sind sie gerade darum in der Regel gut geeignet.

Der Golden-Rassestandard erwähnt jedoch auch ihre "natürliche Anlage zu arbeiten". „Man darf nie vergessen, dass Golden Retriever eigentlich Jagdhunde sind“, betont auch Joachim Fiebig: „Sie müssen beschäftigt und gefordert werden.“

Heike Wells, Heike Wells

Heike Wells - Heike Wells, geboren 1957 im Rheinland, lebt heute an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und arbeitet als freie Journalistin ...

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