Goldene Oktobertage am Bodensee

Am Bodensee - Netti69 / pixelio.de
Am Bodensee - Netti69 / pixelio.de
Attraktive Reiseziele wie die Blumeninsel Mainau sind in der Nachsaison weniger überlaufen, und man findet leichter eine Übernachtungsmöglichkeit am See.

Im tiefen Süden dauert der Sommer oft etwas länger als in anderen Teilen Deutschlands. Das gilt nicht nur für die Schwarzwald-Metropole Freiburg. Der Bodensee ist im Herbst ebenfalls besonders reizvoll. Zumal das Wetter im Dreiländereck am Schwäbischen Meer auch mitten im Oktober noch sommerlich mild sein kann. Natürlich scheint hier nicht immer die Sonne. Doch wenn sich der morgendliche Nebel über dem See sich überhaupt nicht lichten will, kann man bei einem Spaziergang auf den Uferwegen die fast märchenhafte Stimmung genießen. Malerische Orte wie Lindau, Wasserburg und Meersburg bezaubern bei jedem Wetter. Sollte es regnen, findet sich in den Cafés und Restaurants viel leichter ein Platz als in der Hochsaison. Zudem laden zahlreiche Museen zum Besuch ein. Wer sich fürs Fliegen interessiert, der kann die „Faszination Luftfahrt – Sternstunden Raumfahrt“ im Dornier Museum Friedrichshafen erleben. Die aktuelle Sonderausstellung „Aufbruch in eine neue Welt“ widmet sich noch bis Mai 2012 dem Transatlantikverkehr mit der DO X.

Die Blumeninsel Mainau

Bekanntlich führen alle Wege nach Rom. Und auch auf die Insel Mainau gelangt man auf verschiedenen Wegen. Wer mit dem Auto anreist, stellt den Wagen auf dem bewachten Großparkplatz in Konstanz ab. Von dort aus geht es zu Fuß über eine Brücke in wenigen Minuten zur Blumeninsel. Viele deutsche Busunternehmen haben einen Tagesausflug auf die Mainau im Programm. Weit romantischer ist natürlich eine Schiffsfahrt. Es gibt Fährverbindungen von Überlingen aus mit der „Weißen Flotte“ zur Blumeninsel. Die Mainau ist das ideale Ziel für einen Ausflug in den Herbstferien. Wer mit der Kindern anreist, für den lohnt sich ein Familien-Tagesticket. Zudem hat man auf der Blumeninsel ein großes Herz für kleine Besucher. Der Eintritt ist für Kinder bis 12 Jahren frei. Bei den Inselführungen dürfen auch Jugendliche bis 15 Jahren gratis mit. Die Kleineren lockt das „Kinderland“ mit Attraktionen wie „sprechenden Pflanzen“ im Zaubergarten und einem Bauernhof mit Streichelzoo. Auf den verschiedenen Themenspielplätzen wird eine Menge Spaß und Spannung geboten, in der „Wasserwelt“ ebenso wie im „Zwergendorf“. Die Erwachsenen können derweil bei einem Spaziergang durchs Arboretum die Ruhe unter den mehr als 150 Jahre alten Baumriesen genießen oder das Schloss mit Orangerie besichtigen. Wechselnde Ausstellungen im Palmenhaus und Park versprechen auch jenen Besuchern interessante Erlebnisse, die zuvor schon einmal auf der Blumeninsel im Bodensee waren.

Ein Pfahlbaumuseum als Weltkulturerbe

Wie mühsam es ist, eine Handvoll Getreidekörner mit der Hand zu Mehl zu verreiben, erfahren große und kleine Besucher im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Das Museumsdorf liegt in Uhldingen-Mühlhofen direkt gegenüber der Insel Mainau. Im Ortsteil Unteruhldingen wurden die Siedlungen der Pfahlbauer aus der Stein- und Bronzezeit (4000 bis 850 vor Christus) rekonstruiert. Steinzeitmann „Uhldi“ zeigt, wie die Menschen damals Feuer machten, Klingen und Pfeilspitzen aus Feuerstein fertigten und Töpferwaren herstellten. Bis zum 31. Oktober 2011 kann man in der Sonderausstellung "Steinzeit - mobil" auf Zeitreise gehen. Die Ausstellung lädt zum Mitmachen an einer Pfahlbau-Rallye ein. Präsentiert werden die ältesten Fahrzeuge Süddeutschlands, darunter ein wertvoller Kultwagen mit Bronzerädern.

Man erfährt wer wirklich vor rund 5.000 Jahren das Rad erfunden hat und wie die Menschen mit Steinzeitschuhen die Alpen überquerten. Wer sich vorab ein Bild machen möchte, kann einen virtuellen Rundgang durch das Pfahlbaumuseum unternehmen. Geöffnet hat das Museum noch bis zum 6. November täglich von 9-17 Uhr. Ab dem 12. November sind Besichtigungen während der Woche nur noch im Rahmen der Führung um 14:30 Uhr möglich oder für Gruppen ab 15 Personen nach Voranmeldung. Samstags und sonntags ist das Pfahlbaumuseum bis zum 30. November 2011 jedoch weiterhin von 9-17 Uhr geöffnet.

Der Rheinfall von Schaffhausen

Wer lieber eine Schiffsreise unternehmen möchte, dem sei die Fahrt von der Halbinsel Höri zum Rheinfall von Schaffhausen empfohlen. Zusteigen kann man auf der deutschen Seite unter anderem in Konstanz, Gaienhofen, Wangen und Öhningen. Für Urlauber, die im deutschen Teil der Höri übernachten, sind die Busfahrten zwischen Radolfszell und Stein am Rhein gratis, weil in der Kurtaxe enthalten. Von Öhningen aus ist man schon nach zwei Kilometern Fußweg im schweizerischen Stein am Rhein. Auch dort am Schiffsanleger halten die Ausflugsschiffe nach Schaffhausen. Es gibt kombinierte Tagestickets für die Fahrt mit Schiff, Bus und Zug. Leider ist die Schweiz für Euro-Zahler mittlerweile nicht gerade billig. Wer mag, nimmt sich ein Lunchpaket oder einen Picknickkorb mit auf die Reise. So ausgerüstet empfiehlt sich eine Rundwanderung vom Busparkplatz aus am Restaurant Park vorbei hinauf zum Schloss Laufen. Der Blick auf Europas größten Wasserfall ist von dort oben wirklich atemberaubend. Wer den (kostenpflichtigen) Rückweg mit dem Panorama-Lift oder über die steilen Treppen abwärts nehmen möchte, sollte jedoch schwindelfrei sein.

  1. Bildnachweis: © Netti69 / pixelio.de
  2. Bildnachweis: © roberta M / pixelio.de
  3. Bildnachweis: © Walter Fejtek / pixelio.de

Quellen: Schönings Reiseführer Bodensee, 7. Auflage erschienen im Schöning Verlag Lübeck sowie eigene Eindrücke der Autorin

Ursula Wyputta, Ursula Wyputta

Ursula Wyputta - Über zwanzig Jahre lang arbeitete ich als technische Assistentin, Gesundheits- und Umweltberaterin. Nach einem Fernstudium ...

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