
- Fehmarn #4: Kurzes Par3 – bei Böhen unberechenbar - FxReid
Die aktuellen Bedingungen, die den Golfspieler auf dem Platz zwischen Fehmarnsund und Burger Binnensee erwarten, sind sogar dem Verkehrsfunk zu entnehmen. Denn wenn im Radio von einer Teilsperrung der Fehmarnsundbrücke für leere LKW und Gespanne die Rede ist, verdoppelt sich der gefühlte Schwierigkeitsgrad des oftmals unterschätzten 18-Loch Golfplatzes des Golfpark Fehmarn. Denn die routiniert von kräftigen Seewinden bestrichenen Fairways und Grüns liegen nun einmal mitten zwischen zwei bekannten Einrichtungen der Ostseeinsel, die für steife Brisen um Ohren, Aussenspiegel und andere Segel bekannt sind: Eben der keine zwei Kilometer von Tee 1 entfernte Brückenschlag über den Fehmarnsund sowie das bei Speedsurfern beliebte Flachwasserrevier nördlich des Wulfener Halses. So gesellt sich zu den Gegnern eines jeden Golfspielers namens Platz, Schwung und Tagesform der unberechenbare Wind – also schön den Ball flach halten oder sehen, was eine Böhe mit dem 45 Gramm leichten Dimple-Geschoss so alles anstellen kann.
Golfpark Fehmarn: 27 Löcher Kampf gegen Wind und plötzliche Flaute
Vom ersten Test der Spielbedingungen auf der Brücke hoch über dem Fehmarnsund bis zum Parkplatz der Golfanlage vergehen nur wenige Minuten über charakteristisch enge Landstraßen, die nach gut 500 Metern an der sandigen Landzunge des Wulfener Halses enden. Hier hat man sich mit einem reichhaltigen Angebot an Einsteigerkursen und Golfunterricht auf Greenfee-Spieler und schwungvolle Urlauber eingestellt. 27 Löcher bieten eine angemessene Auswahl, sich dem golferischen Kampf gegen den meist böigen Wind anzunehmen, der noch einmal für unzählige weitere Herausforderungen in Form von Windlöchern und plötzlicher Flaute sorgt.
Clubhaus, Übungseinrichtungen und Kurzplatz des Golfparks Fehmarn
Das einfache Clubhaus des Golfclub Fehmarn e.V. verfügt über einen gut ausgestatteten Proshop, ein Restaurant samt Windterrasse sowie einen direkten Ausblick über die angrenzende und recht enge Driving Range, die leider hauptsächlich mit Abschlagmatten und kaum Naturgras versehen ist. Doch erste Erfahrungen, wie leicht ein lockerer Hieb mit dem kurzen Eisen die Spieler auf dem Weg zwischen Inselgrün #9 und Abschlag #10 gefährden kann, sind allemal drin. Ob die unerschrockenen Insulaner sich auch bei Orkan und Hochwasser auf die beiden höhergelegenen Übungsgrüns zum Bälleschieben zurückziehen, darf vermutet werden. Am Grün der Bahn 18 vorbei geht es zum ersten Abschlag, der gleich einen guten Eindruck des Platzes gibt: ein mittellanges Par-5 von 454 Metern, welches ohne größere Schikanen (abgesehen vom Seitenwind in Richtung des benachbarten Kurzplatzes) zu parieren ist. Auch die zweite Bahn ist charakteristisch mit seinen erhöhten Abschlagpositionen, von denen der Ball in nicht mehr als drei Schlägen 165 Meter in Richtung Fehmarnsund geschlagen werden sollte.
Lange Par-5-Bahnen mit Gegenwind, und kaum Zeit zum Genießen des Ausblicks
Mit Handicap 1 ist das dritte Loch das längste und offiziell schwerste des für Herren 5804 Meter und für Damen 5156 Meter messenden Golfcourses mit dem Rating 71,3 (Gelb) und 73 (Rot), wobei für die Herren gleich zu Anfang ein Maisfeld die Sicht auf Fairway-Verlauf und Ausgrenze nimmt. Ansonsten hat man es hier mit einem geraden und leicht ansteigenden Fairway zu tun, dessen Schwierigkeit in dem meist heftigen Gegenwind und dem am Ende nach rechts versetzten, erhöhten Grün liegt. Doch auch hier kann durchaus punkten, wer sich nicht zusehr vom Ausblick auf die Fehmarnsundbrücke beeindrucken lässt und unterm Wind bleibt. Doch mit Glück finden auch hohe Annäherungen das Grün, was man dann gleich beim nächsten, kurzen Par-3 zu beweisen hat, welches vielleicht das charakteristischte Panorama des Golfparks Fehmarn bietet.
Nach einer erstaunlich langen Wanderung durch einen geschützten Knickweg kann man das Spiel mit dem Wind gleich vertiefen, denn auch die fünfte Spielbahn erfordert ein diesmal abschüssiges Anspiel in den Wind, um den Abschlag nicht im Sinkflug über dem Grün verblasen sehen zu müssen. Sicher für den einen oder anderen Parkland-Golfer eine Herausforderung, die aber beim glatten Par doppelt Spaß macht. Weiter geht es in Richtung der über die Kabbelwellen des Burger Binnensees hobelnden Windsurfer, und zwar via gepflegte und stets abknickende Fairways, die nur unzulänglich von sanften Hügelwellen bewindschattet werden. Zwar kann man zumindest das schmale Inselgrün der neunten Bahn vom Abschlag aus sehen, doch das nützt eben nur bedingt, wenn eine schnelle, garstige Böhe aus Richtung Wulfen den eigentlich perfekten Abschlag süffisant in den Teich schnippt. Auf Fehmarn gehört der Wind eben zu den festinstallierten spielerischen Herausforderungen.
Vom Seeblick zurück zum Meerblick: Die zweiten Neun des Golfparks Fehmarn
Im Gegensatz zu den vier Par-5-Bahnen der ersten Platzhälfte verhalten sich die zweiten Neun eher gesittet und kurz, obwohl auch hier auf einer 529 Meter langen, doppelt geknickten und zweifach umwässerten Spiellinie gestartet wird. Dafür ist die Zwölf mit 229 Metern (218 für Damen) für ein Par-4 erstaunlich kurz und das Grün auch nicht besonders stark verteidigt, so dass auch für Ortsfremde mit Rückenwind ein aufmunterndes Birdie drin sein sollte. Auf dem Abschlag der 15 findet man sich an die zweite Spielbahn erinnert, denn erneut schlägt man seinen Ball Richtung Fehmarnsund in die Fänge des seitlichen Windes, der leider nicht per farbigem Pfahl gekennzeichnet ist. Zum Abschluss gibt es dann noch einmal ein kurzes Par-5 mit Knick, Bunkern, Wasser und verdecktem Grün, um sich den windgekühlten Drink auf der Clubhausterrasse wirklich zu verdienen. Wer nun einmal echten Seeblick beim Golfen will, muss bewegte Atmosphäre als Mitspieler billigend in Kauf nehmen. Dabei kann man auch gleich konstatieren, dass es tatsächlich den einen oder anderen windgschützteren Ort gibt – und zwar auf dem Golfplatz. Nämlich da, wo der Golfer den Ball traditionell sehen will: im Loch.
Golfpark GC Fehmarn am Wulfener Hals
- Wulfener Hals Weg, 23769 Fehmarn/OT Wulfen. Tel.: 04371 - 6969
- Startzeit-Reservierungen für Gastspieler ab Hcp -54 telefonisch oder unter www.teeontime.de
- Der 18-Loch Platz Golfpark Fehmarn gehört zu den acht im Rahmen des »Golfpakets Ostsee« preisgünstig bespielbaren Anlagen.
- Greenfee 18-Loch: Wochenende & Feiertage 55 Euro, sonst 45 Euro.
- Greenfee 9-Loch Kurzplatz (Par 56): 10,-/12 ,- oder 12,-/15,- Euro für Doppelrunde.
- 36 Range-Bälle gegen 2,50-Euro-Token.
