Golfsport

Ein elitärer Sport oder doch ein Massensport?

Wer hat's erfunden? Eine Reise durch die Golfgeschichte und über den Siegeszug einer Sportart.

Heute gelten die Schotten als Erfinder des Golfspiels. Aber von Holland über Japan und China gibt es Hinweise (1000 bis 1300 n. Chr.) auf ein Spiel welches man im weitesten Sinne als Golf bezeichnen könnte. Aus dem 15. Jahrhundert gibt es Unterlagen die besagen, dass der König von Schottland „Golf“ verboten und seine Landsknechte aufgefordert hat lieber das Bogenschießen zu üben. Denn die hatten scheinbar aus Langeweile und fehlender kriegerischen Auseinandersetzungen dieses Spiel meistens gespielt.

Ziel, Ausrüstung und Regeln

Die Aufgabe des Spielers ist es, einen Ball mit so wenig Schlägen wie möglich vom Abschlag die Spielbahn (Fairway) entlang in das Loch am besonders gemähten Platz dem Green zu bringen. Jede Spielbahn hat eine Norm, die bezeichnet die Anzahl der Schläge mit denen ein guter Spieler den Platz bewältigt. Bis zu einer Länge von 225 Metern sollte man mit drei Schlägen im Loch sein. Daher die Bezeichnung Par 3. Bis zu einer Länge von 430 Metern ist die Vorgabe vier Schläge, Par 4, und alles was länger ist, wird als Par 5 gespielt. Ein Golfplatz hat in der Regel 18 Spielbahnen mit unterschiedlichen Längen, in der Gesamtlänge bis zu 7000 Meter und Par 72. Zum Beispiel zehn Spielbahnen Par 4, vier Bahnen Par 3 und vier Par 5 ergibt Par 72.

Es dürfen bis maximal 14 Schläger auf einer Golfrunde benützt werden. Für den ersten Schlag ist bei den längeren Spielbahnen das Holz 1 vorgesehen. Wobei es früher tatsächlich aus Holz, heutzutage aber meist aus Metall ist. Die „Eisen“ sind zwar nicht aus Eisen aber doch aus Metall. Die Länge der Schläge wird überwiegend durch den Loft, dies ist die Neigung des Schlägerblattes, erzielt.

Es gibt 34 Regeln, aufgestellt und überwacht vom Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews. Dazu gibt es noch „Devisions“, Auslegungen zu den Golfregeln die ganze Bücher füllen.

Der am schnellsten wachsende Sport

Der älteste Golfclub Österreichs wurde im Jahr 1926 gegründet und liegt am Semmering in einer Seehöhe von 1000 Meter. Es ist ein 9 Lochplatz und sehr malerisch gelegen. Bis sich Golf aber durchzusetzen begann, dauerte es aber noch einige Zeit. Um das Jahr 1970 gab es erst 18 Plätze und rund 3000 Golfspieler in Österreich. 2010 sind es mehr als 150 Plätze und über 100.000 Spieler. Der Zustrom zum Golf ist rasant. In Deutschland ebenso, wobei in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhundert Bernhard Langer als einer der weltbesten Golfer diese Entwicklung maßgeblich beeinflusste. Ein Phänomen ist die Mitgliederstruktur. Viele sind zwischen dreißig und vierzig Jahren alt und kommen mit ihren Kindern neu zum Golf. Die Kinder bleiben dann bis zum zwölften oder vierzehnten Lebensjahr, verlassen dann den Sport um ihrerseits später mit ihren Kindern wieder zu kommen.

Ein weltweites Sportangebot

Obwohl Golf seinen Ursprung in Europa hat, ist Amerika das Land mit den meisten aktiven Spielern, man muss sagen, noch. Denn der größte Golfclub der Welt befindet sich in China. Der Mission Hills Golf Club hat 12 Plätze und 216 Löcher. China ist also auch hier auf der Überholspur. Auch der asiatische Raum hat den Sport in seinem Tourismuskonzept. Um sich die Dimensionen bei diesem Sport vorstellen zu können, muss man wissen, dass an einem Sonntag in Amerika manchmal mehr Leute am Golfplatz sind als in Europa Zuseher in den Fußballstadien. In Amerika ist Golf absolut kein elitärer Sport, was vor allen Dingen an den vielen öffentlichen Golfplätzen liegt, die es in Europa noch nicht in der ausreichenden Masse gibt. Um in Österreich Golf zu spielen, muss man Mitglied in einem Club sein. Seit einiger Zeit gibt es aber Golfranges die die Funktion eines sogenannten Einsteigerclub haben. Hier kann man Golf lernen und anschließend auf der ganzen Welt spielen.

Die Faszination

Das faszinierende an diesem Sport ist, er kann ihn bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Man kann alleine wie auch in einer Gruppe spielen. Für eine Golfrunde ist man in der frischen Luft auf einer herrlichen Wiese vier bis fünf Stunden unterwegs und legt dabei ungefähr zehn Kilometer zurück. Durch das schwingen der Golfschläger trainiert man den ganzen Körper. Es ist aber falsch, anzunehmen, auf Grund der Ruhe, die er ausstrahlt, sei dieser Sport nur für alte Männer. Um gutes Golf zu spielen, bedarf es neben den Übungseinheiten auch großer Konzentration. Wie in anderen Sportarten auch, muss man um ihn professionell auszuüben, schon als Kind damit beginnen. Neben Talent ist harte Arbeit notwendig. Ein Beispiel ist der wohl zurzeit Weltbeste Golfer Tiger Woods der schon als Kleinkind von seinem Vater zum künftigen Superstar aufgebaut wurde. Tiger ist auch der einzige der weltweit von Leuten erkannt wird, die mit Golf überhaupt nichts am Hut haben. Dies ist aber eine andere Geschichte.