Gottesbilder in "Die Hütte"

Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott - Bookreporter
2007 erschien W.P. Youngs Roman "Die Hütte". Er bewegte viele Herzen und löste kontroverse Diskussionen aus. Doch wie stellt der Autor sich Gott vor?

Zu Beginn vermutet Mack, dass der Mord an Missy Gottes Strafe dafür war, dass Mack seinem Vater einst Böses zugefügt hatte (S.82), er wirft hiermit ein erstes mögliches Gottesbild auf. Ob dieses Gottesbild dem entspricht, das ihm während seines Aufenthalts in der Hütte dargelegt wird, wird sich herausstellen.

Gott ist menschlich

Gott geschehen wie dem Menschen Missgeschicke und er führt normale Gespräche.

„Sie drehte sich zu Mack um und nahm ihre Ohrhörer ab.“ (S.102) Dies wirft ein anderes Licht auf Gott – Gott geht mit der Zeit, in diesem Beispiel Elouisa, die sich als Musikfan outet.

Allerdings ist Gott kein Mensch, außer als er in Jesus Christus auf die Erde kam. Gott ist unbeschreiblich groß, wir können ihn nicht als Mensch abstempeln, bloß weil er teils menschliche Züge trägt.

Gott kommuniziert mit den Menschen auch außerhalb der Bibel

Mack lernte im Priesterseminar, dass Gott „[…] jegliche Kommunikation mit den heutigen Menschen eingestellt hatte und es […] vorzog, dass sie ausschließlich die alten heiligen Schriften lasen und befolgten […]“ (S.75) Mack widerfährt hier ein Bruch: Gott beteiligt sich aktiv am Geschehen der Welt und schreibt Mack den Brief, er wolle sich mit ihm treffen.

Jesus ist Gottes Verbindung zu den Menschen

Jesus ist der beste Weg, „[…] wie die Menschen zu Papa und Sarayu in Beziehung treten können.“ (S.125) Wer Jesus sieht, sieht Papa und Sarayu, sie sind ebenfalls real, „[…] wenn auch auf ganz andere Weise.“ (S.125) Jesus sagt von sich: „Ich bin voll und ganz Gott, aber ich bin auch durch und durch Mensch.“ (S.128)

Gott, der Vater und Beschützer

„Wenn du es zulässt, Mack, dann werde ich der Papa sein, den du nie hattest.“ (S.104) Gott bietet sich den Menschen an, will ihnen Halt in der Welt geben.

Ferner argumentiert Gott, „[…] eine stärkere Betonung der Väterlichkeit ist vonnöten, weil sie in eurer Welt so sehr fehlt.“ (S.107)

Gott hat kein Geschlecht

Gott hat kein Geschlecht „[…] obwohl beide Geschlechter meiner Natur entstammen.“ (S.106) Gott offenbart dem Menschen nur dann ein Geschlecht, wenn er ihn liebt. Aber auch dann gibt es Vermischungen, wie beispielsweise die weibliche Elouisa, die als „Papa“ angesprochen werden will. Dies soll verhindern, „[…] dass du allzu schnell in deine gewohnte religiöse Konditionierung zurückfällst.“ (S.106)

Gott wünscht Vertrauen

„Vertrauen ist die Frucht einer Beziehung, in der du weißt, dass du geliebt wirst.“ (S.114) Weil manche Menschen nicht wissen, dass sie von Gott geliebt werden, können sie Gott nicht vertrauen. Gott macht zudem deutlich, dass es ihm in der dann geschaffenen Beziehung „[…] nicht um Leistung geht […].“ (S.144) Gott ist „[…] kein Tyrann, keine egoistische, fordernde kleine Gottheit, die darauf beharrt, ihren Willen durchzusetzen.“ (S.144)

Gott will den Menschen als Fürsorger für die Schöpfung

Die Erde ist wie ein Kind, „[…] das ohne Eltern aufwuchs.“ (S.165) Niemand „erzog“ sie, manche versuchten, ihr zu helfen, „[…] aber von den meisten wurde sie nur missbraucht.“ (S.165) Die Menschen plündern die Erde rücksichtslos aus, statt sie zu lieben, denken nur an ihren momentanen Vorteil und nicht an die Zukunft ihrer Kinder „[…] und geben Gott die Schuld“ (S.165), wenn es zu Katastrophen kommt.

Jesus, der hingebungsvolle König

Jesus wird von den Menschen als König oder Herr bezeichnet, tritt aber nicht als solcher den Menschen gegenüber auf. Ihn charakterisiert Entscheidungsfreiheit, auch wenn manch eine Handlung leidvoll ist. Er sieht sich auch nicht als König, der von seinem Volk gefeiert wird, sondern vielmehr als ein König, der mit seinem Volk feiert.

Jesus will kein Vorbild sein

Jesus sagt, er wolle nicht, dass man sein Leben nachahme. (S.172) Vielmehr geht es darum, seine eigene Unabhängigkeit aufzugeben und Jesus über sein Leben bestimmen zu lassen.

Ein vorhersehender Gott

„Aber dann beschloss Adam, ganz wie wir es vorausgesehen hatten, eigene Wege zu gehen […].“ (S.112) Durch diese Aussage wird klar, dass Gott tatsächlich alles geplant, durchdacht und auch nach außen hin negativ erscheinende Rückschläge einbezogen hat. Denn statt „[…] die ganze Schöpfung zu verschrotten […]“ (S.112), ordneten die drei (Jesus, Elouisa und Sarayu) das Chaos und schickten Jesus.

Teil 2 finden Sie hier