Johann Gottfried Silbermann war der bedeutendste sächsische Orgelbauer in der Zeit des Barock. Auch sein Bruder Andreas Silbermann und dessen Sohn Johann Andreas Silbermann bauten Orgeln. Sie sind heute als „Silbermann-Orgeln“ bekannt.

Die Lebensstationen von Gottfried Silbermann

Gottfried Silbermann wurde 14. Januar 1683 als jüngster Sohn aus der Zimmermeisters Michael Silbermann in Kleinbobritzsch bei Frauenstein im Erzgebirge geboren. Seit 1685 wohnte die Familie in der Stadt Frauenstein. Wie sein Bruder Andreas besuchte Gottfried die Stadtschule in Frauenstein.

1702 folgte Gottfried seinem Bruder Andreas nach Straßburg und erlernte dort den Orgelbau. Mit Andreas baute er in Straßburg vier Orgeln. Von 1704 bis 1706 hielt Andreas sich in Paris auf und Gottfried leitete die Straßburger Werkstatt.

Als Orgelbaumeister kehrte Gottfried 1710 nach Sachsen zurück. In Leipzig lernte er den Thomaskantor Johann Kuhnau kennen. Der wurde ein wichtiger Fürsprecher für den jungen Orgelbauer. 1711 eröffnete Silbermann seine Orgelbauwerkstatt in Freiberg. Dort fördert der Superintendent Christian Lehmann ihn. 1714 wurde sein zweites Projekt in Deutschland, die große Orgel im Freiberger Dom St. Marien, übergeben.

Gottfried Silbermann heiratete nicht und lebte bis zu seinem Tod in Freiberg. In dieser Bergstadt schuf er fünf Orgeln. Vier sind noch erhalten.

Gottfried Silbermann erkrankte 1749 schwer. Er starb vermutlich an den Folgen einer Zinn-Blei-Vergiftung am 4. August 1753 in Dresden und wurde auch dort beigesetzt.

Die Bedeutung des Orgelbauers Gottfried Silbermann

Gottfried Silbermann gilt ist einer der bedeutendsten Orgelbauer der Barockzeit. Er baute seine Orgeln praktisch ausschließlich in Sachsen und prägte so eine Orgellandschaft. Doch wurde er durch seine Schüler über Sachsen hinaus wirksam.

Bis heute sind die erhaltenen Orgeln von Gottfried Silbermann beliebte Instrumente. Auf ihnen werden Konzerte gegeben, die Menschen aus aller Welt anlocken.

Gottfried Silbermann baute neben seinen Orgeln auch andere besaitete Tastenistrumente. Auch auf diesem Gebiet hat er mit Erfindungsreichtum die Entwicklung vorangetrieben. Doch die Bedeutung dieses Teils seines Werkes ging weitgehend verloren. Nur noch drei seiner Hammerflügel sind erhalten.

Ehrung und Andenken

Die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft bemüht sich um den Erhalt der Silbermann-Orgeln und kümmert sich um die Erforschung und Erschließung seines Erbes.

In Frauenstein, wo er seine Kindheit verbrachte, vermittelt das Gottfried-Silbermann-Museum Einblicke in Leben und Werk des Meisters.

Die Orgeln des Gottfried Silbermann

  • Bobritzsch-Hilbersdorf: St. Nikolai in Oberbobritzsch (1716)
  • Chemnitz: St. Johannis (1722)
  • Dürrröhrsdorf-Dittersbach bei Stolpen: Dorfkirche Dittersbach (1726)
  • Dresden: Sophienkirche (1720), Hofkapelle des Residenzschlosses (1720), Frauenkirche (1736), Katholische Hofkirche (1755)
  • Erlau: Dorfkirche Schweikershain
  • Frauenstein: Stadtkirche (1711), Stadtkirche (1738), Dorfkirche Nassau (1748)
  • Fraureuth: Dorfkirche (1742)
  • Freiberg: Freiberger Dom (1714), Jakobikirche (1717), Johanniskirche (1719), Hausorgel für Domorganisten J.C. Erselius (1731) und Stadtkirche St. Petri (1735)
  • Freital: Schlosskapelle Schloss Burgk (1743)
  • Glauchau: Stadtkirche St. Georgen (1730)
  • Glashütte: Dorfkirche Reinhardtsgrimma (1731)
  • Greiz: Marienkirche (1739)
  • Großhartmannsdorf: Dorfkirche (1741)
  • Großkmehlen: St. Georg (1718)
  • Halsbrücke: Dorfkirche Conradsdorf (1714) und Dorfkirche Niederschöna (1716)
  • Lebusa: Dorfkirche (1727)
  • Machern: Dorfkirche Püchau (1729)
  • Mittweida: Schlosskapelle Ringenthal (1725)
  • Mulda: Dorfkirche Helbigsdorf (1728)
  • Mylau: Stadtkirche (1731)
  • Oberschöna: Dorfkirche Wegefarth (1732)
  • Oederan: Kirche Zu unseren lieben Frauen (1727) und Dorfkirche Frankenstein (1753)
  • Pfaffroda: St. Georg (1715)
  • Pockau: Dorfkirche Forchheim (1726)
  • Ponitz: Friedenskirche (1737)
  • Reichenbach im Vogtland: Stadtkirche St. Petri und Pauli (1725), St. Trinitatis (1730)
  • Rochlitz: St. Peter (1727)
  • Rötha: St. Georg (1721) und St. Marien (1722)
  • Schirgiswalde-Kirschau: Kirche zu Crostau (1732)
  • Straßburg: Margarethenkloster (1703), Collegium Wilhelmitanum (1706), St. Nikolai (1707) und Neue Kirche (1708)
  • Striegistal: Dorfkirche Etzdorf (1733)
  • Wülknitz: Schlosskapelle Tiefenau (1727)
  • Zittau: St. Johannis (1741)
  • Zöblitz: Stadtkirche (1742)

Literatur

  • August Peters: Gottfried Silbermann. Ein Lebensbild. Ed. Hamouda Leipzig 2009, ISBN 978-3-940075-20-8
  • Frank-Harald Greß und Michael Lange: Die Orgeln Gottfried Silbermanns. 3. Auflage. Sandstein Dresden 2007, ISBN 978-3-930382-50-7
  • Roger Rössing: Wahre Geschichten um Gottfried Silbermann. Tauchaer Verlag, Taucha 2000, ISBN 3-89772-021-3
  • Werner Müller: Gottfried Silbermann 1683–1753, Königl. Pohln. und Chur-Fürstl. Sächß. wohlbestalter Hof- und Land-Orgel-Bauer in Freyberg. Beiträge zum Leben und Wirken des sächsischen Orgelbauers. H-und-F-Verlag Scheibenberg 1999, ISBN 3-933625-00-9
  • Werner Müller: Auf den Spuren von Gottfried Silbermann: ein Lebensbild des berühmten Orgelbauers; nach urkundlichen Quellen gezeichnet. 8. Auflage. Evangelische Verlags-Anstalt Leipzig 1993, ISBN 3-374-01467-4
  • Werner Müller: Gottfried Silbermann – Persönlichkeit und Werk. Eine Dokumentation. Deutscher Verlag für Musik Leipzig 1982, ISBN 3-920112-92-X

Quellen

  1. Gottfried-Silbermann-Museum
  2. Gottfried-Silbermann-Gesellschaft
  3. Stadt Frauenstein