
- Thomas Gottschalk - Zoonar/sam
Eine Ära geht zu Ende: Thomas Gottschalk moderiert am heutigen Abend die letzte reguläre Ausgabe von Europas größter Unterhaltungsshow „Wetten, dass?“. Doch noch ist der große Abschied in weiter Ferne, denn Gottschalk wird im Herbst weiterhin drei Ausgaben der Show präsentieren, welche das dreißigjährige Jubiläum des Formats behandeln.
Gottschalk steigt bei „Wetten, dass?“ aus
Thomas Gottschalk, einer der größten deutschen Entertainer, ist schon immer für seinem Moderationsstil entweder bewundert oder verhöhnt worden, doch die Entscheidung für seinen Ausstieg war vom Publikum mit Verständnis aufgenommen worden. Als Wettkandidat Samuel Koch sich bei einer Wette lebensgefährlich verletzte und die Sendung zum ersten Mal abgebrochen werden musste, fasste Gottschalk seine Entscheidung abzutreten. Samuel Koch ist bis heute gelähmt und benötigt intensive medizinische Unterstützung.
Die Frage um Gottschalks Nachfolge
Gottschalks Schritt zum Ausstieg wirft viele Fragen auf, welche durch das ZDF geklärt werden müssen.
Zuerst kam die Frage auf, wer Gottschalks Nachfolge übernehmen könnte. Namen wie Jörg Pilawa oder Hape Kerkeling dominierten die Diskussion und besonders letzterer gilt als Favorit unter den Zuschauern. Das ZDF ließ verlauten, dass wohl schon bestimmte Kandidaten in den Fokus gerückt seien, doch werde man sich erst nach dem Abgang Gottschalks zu diesem Thema äußern.
Eins ist sicher: „Wetten, dass?“ wird fortgesetzt werden, doch mit verändertem Konzept, welches auch auf den neuen Gastgeber im Studio zugeschnitten werden soll - womöglich eine komplette Kehrtwende, denn auch Gottschalk legte in einem Interview nahe, dass sein Nachfolger alles anders machen solle, als er selbst zuvor.
Neues Konzept zum Quotenaufschwung
Zur Überarbeitung der Wettshow wird das ZDF eine längere Pause einlegen und erst im Herbst 2012 neue Ausgaben präsentieren - eine sehr lange Pause zur Umstrukturierung des Formats, welche allerdings auch ein klares Ziel hat: den Abwärtstrend der Quoten stoppen und ein jüngeres Publikum anziehen. In den vergangenen Jahren sanken die Marktanteile und Zuschauerzahlen von „Wetten, dass?“ rapide. Eine „Abwanderung“ der jungen Zuschauer verstärkte dies, wenngleich dies ein allgemeines Problem des ZDF ist. Zuletzt konnte sich die Show nicht gegen die Konkurrenz, wie zum Beispiel „Deutschland sucht den Superstar“, durchsetzen, welche das wichtige junge Publikum anzieht. Eine Verbesserung dieser Problematik ist somit auf der Agenda zur Neuauflage der Unterhaltungsshow.
Die Planung durch das ZDF
Nach der allerletzten Ausgabe mit Thomas Gottschalk am 03. Dezember 2011 in Friedrichshafen wird das ZDF seine Pläne etwas offener darlegen und mit der Planung beginnen. Diese Aufgabe fällt vor allem in den Aufgabenbereich des kürzlich neu gewählten Intendanten: Thomas Bellut. Der momentane Programmdirektor wird die Nachfolge von Markus Schächter im März 2012 antreten und die große Aufgabe des „Wetten, dass?“-Umbaus übernehmen. Schon nach dem Rücktritt Thomas Gottschalks in der Sendung vom Februar 2011 stellte er sich der Presse und vermittelte Informationen zum Abgang des Show-Titanen.
Thomas Gottschalk selbst wird auch nicht mehr am Planungsvorgang teilnehmen, doch dieser hat selbst genügend wichtige Fragen zu klären, denn sowohl das ZDF wie auch Das Erste unterbreiteten ihm ein Angebot für eine tägliche bzw. wöchentliche Sendung. Noch hat sich Gottschalk nicht entschieden, doch sagte er, dass er bei den öffentlich-rechtlichen Sendern verbleiben wolle.
Somit liegt die Zukunft von „Wetten, dass?“ noch völlig offen. Klar ist nur, dass am heutigen Abend das letzte Sommerspezial mit Thomas Gottschalk zu sehen sein wird, doch dies ist nicht der große Abschied, denn die tatsächlich letzte Ausgabe mit dem Entertainer wird die 199. im Dezember 2011 sein.
