
- Modernes GPS-Gerät mit Karte und Kilometerzähler - Marc Strucken
Manch einsamer Wanderer wünscht ihn sich: Einen treuen Begleiter, der immer den Weg weiß, nie vergisst, wo man war, wie lange man dorthin gebraucht hat oder wie hoch man gestiegen ist. Ein solcher Gefährte kann beispielsweise klein, grau-orange sein und „Dakota 20“ heißen - er ist die Allzweckwaffe in Sachen Satelliten gestützter Navigation im Outdoorbereich aus dem Hause Garmin. Dakota hat auch ein paar Geschwister, kleinere wie dem Fahrradtacho ähnlichen eTrex oder große Verwandte mit riesigen Displays und noch mehr Funktionen wie das IBEX 30 von FALK oder das MyNav 500 der Firma VDO. Zum Einstieg eignet sich das von diversen Fachzeitschriften gelobte Dakota 20.
Digitale Karten - Eintritts-Karten zur Welt
Bevor das Dakota zeigen darf, was es kann, braucht es erst einmal einen Anschluss an die Welt im Internet. Entweder es wird gefüttert mit einer der vielen digitalen topographischen Karten, die es von rund 30 bis 130 Euro zu kaufen gibt. Oder man entscheidet sich - ähnlich wie bei PC-Programmen und Betriebssystemen - für kostenlose Opensource-Varianten. Diese basieren, vergleichbar mit dem Mammutwerk Wikipedia, auf der Mitarbeit Freiwilliger, die die Karten erstellen und aktualisieren. Die bekannteste Kartensammlung ist wohl openstreetmap aus der wiederum openmtbmap resultiert, allerdings mit Fokus auf die Bedürfnisse von Rad- bzw. Mountainbikefahrern. Es werden beispielsweise mehr Schutzhütten angezeigt und auch kleinste Trails – wie sich zeigen wird sogar die geheimsten Wege.
Routing am PC – Biken in echt
Das kleine Dakota-GPS bekommt zunächst einmal einen Kartenausschnitt vom Raum Köln/Bonn. Openmtbmap empfiehlt zudem, sich die kostenlose Garmin-Software „Mapsource“ oder „Basecamp“ herunterzuladen - dieser gute Hinweis fehlt bei Garmin allerdings. Diese Programme helfen zum einen dabei, die gesammelten Karten zu verwalten. Zum anderen kann man sich mit ihnen Routen am PC erstellen, diese auf das GPS übertragen und dann in der „Wildnis“ oder nur im Kölner Stadtwald nachfahren. Mapsource scheint nicht auf allen PCs / Laptops optimal zu funktionieren, daher werden nun Dakota und Basecamp Partner. Mit einem kleinen, digitalen Stift ist die erste Route durch den Kölner Dschungel geplant und erscheint anschließend auf dem Zigarettenschachtel großen Display des GPS-Geräts. Routing heißt beim Wandern oder Biken: Folge der farbigen Linie (s. Abb.). Je nach gewählter Vergrößerung des Kartenausschnitts im Display kann der mutige Outdoorer nun die nächsten 50 Meter oder genauso die anstehenden 1,5 Kilometer abschätzen und weiß, wann und wo er abbiegen muss.
GPS-Routing verleiht Sicherheit im Gelände
Der naheliegendste Vorteil eines GPS ist natürlich, zu wissen, wo es langgeht. Bei der Darstellung der Karte kann man entweder die Genordete wählen, die Karte liegt also nach Norden ausgerichtet, der „Sie befinden sich hier“-Pfeil zeigt die aktuelle Marschrichtung an. Das empfiehlt sich in Städten oder Umgebungen, in denen man sich bereits an Karten orientiert hat oder wenn man den Überblick über die gesamte Route nicht verlieren möchte. Die Ausrichtung der Karte in Fahrtrichtung erweist sich dagegen bei Routen als angenehm, wo es allein um den Weg geht – das klassische von A nach B. Schnell merkt man in jedem Fall: Das GPS-Routing verleiht Sicherheit im Gelände und man fasst Mut, die Route zu verlassen. So können auch unbekannte Gegenden gefahrlos erkundet werden!
GPS-Tracks – fast eine Web-Community
Auf unbekanntem Terrain ist es dagegen schwer, sich selbst eine Route zu überlegen oder zu erstellen. Fehlen doch die Informationen eines Ortskundigen über Wegbeschaffenheit, Qualität des Panoramas oder Öffnungszeiten der Hütten. Viele Landstriche, Städte oder Tourismusregionen haben – offiziell oder privatinitiativ – deswegen einen immensen Fundus an Bike- oder Wandertouren, die sich meist „Tracks“ nennen. So bietet ein Planungsbüro nebenbei auch Touren in der Eifel an, detailliert beschrieben, mit Kilometerangaben, Aussichtspunkten und Bewertung. Und ohne Probleme hat man sich mit den heruntergeladenen Tracks auch ein Wissen erschlossen, das sonst nur Einheimische oder jene besitzen, die schon vor Ort waren.
Zahlreiche Touren bietet auch die Mountainbikezeitschrift „Bike“ an. Hier haben engagierte Biker ihre Feierabendrunde oder Lieblingsstrecke mit allen Geheim-Trails online gestellt. Partizipation ist hier das Stichwort – jeder kann und soll mitmachen, damit möglichst viele davon profitieren.Und tatsächlich gibt es allein rund um Köln – keine klassische Bike-Region – schon so viele Tracks, dass einem wohl die nächsten drei Sommersaisons keine Tour zweimal unter die Reifen kommen muss. Auf dieser Seite ist vor allem die Suchfunktion wichtig und zudem vorbildlich umgesetzt.
Der Planet Outdoor setzt noch mehr auf die Zusammenarbeit aller GPS-Freunde und sogenannte „Credits“. Nach kostenloser Anmeldung können Touren gesucht, gefunden und heruntergeladen werden – aber nur gegen Punkte. Eine Tour „kostet“ einen Punkt, das Roadbook (Wegbeschreibung) einen weiteren. Mit der Anmeldung hat man 20 Punkte auf dem Konto, für jede selbst hochgeladene bekommt man wieder 10 Punkte gutgeschrieben, für Fotos zur Tour jeweils einen. Ein GPS füttert hier das andere.
Zuhause zurücklehnen und die Daten genießen
Schmutzig, hungrig, aber sauglücklich zuhause angekommen, kann man sich zurücklehnen und das GPS-Gerät gibt Preis, was der Tag gebracht hat: Eine kleine Auswahl der aufgezeichneten Daten sind Tageskilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit, kumulierte Höhenmeter, vollständiges Höhenprofil, Zeit in Bewegung und noch einige Fakten mehr. Die während der Tour abrufbaren Daten wie aktuelle Höhe, Geschwindigkeit, Entfernung zum Ziel etc. sind übrigens ähnlich zahlreich. Alles zusammen landet dann mittels Basecamp-Programm auf dem PC und wird in der entsprechenden Karte angezeigt (s. Abb.). Schöner kann man die eigene Leistung nicht Revue passieren lassen – und andere daran Teil haben lassen.
Und wem das Ausprobieren, Navigieren, Archivieren von GPS-Touren zu langweilig wird, kann mal das Stichwort „Geocaching“ suchen. Diese Funktion beherrscht das kleine Dakota 20 natürlich auch.
