Great Migrations – Das große Wunder der Tierwanderungen

Zebras auf Wanderung - National Geographic
Zebras auf Wanderung - National Geographic
"Move as Millions. Survive as One." Die Doku-Reihe auf dem National Geographic Channel zeigt in sieben Teilen die weltweit spektakulärsten Tierwanderungen.

Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft; jedes Jahr begeben sich Tausende/Millionen von Tieren auf Wanderungen, die nicht immer ungefährlich sind. Und doch gehen sie sowohl in Herden als auch in Schwärmen das Wagnis ein, um entweder zu ihrem Paarungsplatz, zu ihrer Brutstätte oder auch zu neuen Futterplätzen zu gelangen. Nicht wenige fallen dabei sowohl tierischen als auch menschlichen Feinden zum Opfer oder aber auch der Natur selbst. Dennoch treibt sie ihr Instinkt immer wieder dazu, nicht nur lange und unwegsame Strecken hinter sich zu legen, sondern auch gefährliche.

"Great Migrations" – ein Einblick in die spektakulären Wanderungen von zwanzig verschiedenen Tierarten

Egal, ob Wanderameise oder Elefant, ob Krabbe oder Schmetterling, ob Walross oder Gnu; wenn sich eine Tierherde oder ein Schwarm in Bewegung setzt, dann aus einem ganz bestimmten Grund. Wie eine Herde Gnus sich zum Beispiel an Land auf einen äußerst gefährlichen Weg zu neuen, frischen und saftigen Futterstellen macht und damit dem Regen hinterher zieht, macht sich eine Herde Walrösser im Wasser auf eine mehrere Hundert Kilometer lange Reise zur Nahrungssuche. Es wird gezeigt, wie mancher Schwarm Schmetterlinge sich in einigen Generationen in den Norden kämpft, um dann in nur einer Generation wieder zurück zu fliegen. Und auch die so genannte Weihnachtsinsel-Krabbe legt immer wieder eine beachtliche Strecke zurück, um sich zu paaren und die befruchteten Eier dem Meer zu übergeben.

Drei Jahre Dreharbeiten versprechen einzigartige Bilder von Tierwanderungen, wie man sie noch nie gesehen hat

Drei Jahre lang wurde auf allen Kontinenten gedreht. Und die besten unter den Tierfilmern standen hinter den zahlreichen Kameras, deren Konstruktionen oft ähnlich spektakulär waren, wie das, was damit gefilmt wurde. Zwischen Bäume gespannte Seile hielten Kameras, die geeignet waren, Schmetterlinge nicht nur ganz nah zu filmen, sondern auch deren Flügelschlag durch mehr als 1000 Bilder pro Sekunde in seine Details zu zerlegen und diese auch zu zeigen. Mit gut getarnten Kameras konnten sehr scheue Tiere aufgenommen werden. Mit einer Technik, die eigentlich für das Militär entwickelt wurde, konnten per Hubschrauber Bilder aus der Luft gemacht werden, die heran gezoomt dennoch gestochen scharf sind. Diese und diverse andere Techniken machten es möglich, die Tierarten auf ihren Wanderung zu beobachten, ohne ihnen dabei zu nahe kommen zu müssen und sie dabei zu stören.

Spektakuläre Tierwanderungen, die selbst eingeschworene Tierfilmer zu Tränen rühren

Beverly Joubert, eine der Tierfilmerinnen, sagte in Bezug auf die Aufnahmen mit den Zebras: "Wir waren dabei, als die Zebras geboren wurden und bei ihren ersten Schritten. Sicher sind wir Profis, aber wenn man dann erlebt, wie die jungen Fohlen nachts getötet werden, ist das schon hart. Bei einem Dreh kamen mir die Tränen."

Ähnlich bei den jungen Gnus, die auf ihrer langen Reise nicht nur gerne von Raubkatzen gerissen, sondern bei gefährlichen Flussüberquerungen auch bevorzugt die Opfer von Krokodilen werden. Etwa ein Viertel der riesigen Herde überlebt die Wanderung nicht. Und auch die Krabben auf der Weihnachtsinsel haben mit ähnlichen Überlebensproblemen zu kämpfen, denn nicht nur vom Menschen eingeschleppte Ameisen sind zu ihren größten Feinden auf dem Weg zum Meer geworden, sondern auch das Meer selbst verschlingt immer wieder Hunderte von Krabben, die nicht schwimmen können, im Wasser aber ihre Eier ablegen müssen.

Das teuerste National-Geographic-Projekt seit dem Bestehen der National Geographic Society

Dass die Sendereihe "Great Migrations – Das große Wunder der Tierwanderungen" als teuerste Produktion nicht nur seit Bestehen des Senders gilt, ist aufgrund der verwendeten Technik nicht weiter verwunderlich. Doch sowohl das Geld als auch die investierte Zeit haben sich gelohnt, denn das Ergebnis der langen und harten Arbeit kann nicht nur mit Bildern der Extraklasse aufwarten; sondern auch mit Kommentaren, die die Wirkung der packenden Bilder noch verstärken. So sagt Produzent David Hamlin: "Entscheidend war eine packende Erzählweise. Ohne Story mit Drama und Hindernissen sind auch die besten Bilder langweilig. Erst indem wir einzelne Tiere heraus greifen, wird das Phänomen Tierwanderung erfahrbar." Und egal, wie unterschiedlich die wandernden Tierarten auch sind; sie alle werden von einer ähnlichen Motivation angetrieben, die zusammenfassend als der "Wille zum Überleben" bezeichnet werden kann.

Quelle:

National Geographic Channel

Bettina Ickelsheimer, Bettina Ickelsheimer

Bettina Ickelsheimer - Kurzvita: Bettina Ickelsheimer wurde 1973 in Rothenburg ob der Tauber geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1994 studierte sie Philosophie, ...

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