
- Green Day: Amy Winehouse Tribute - Vasiliy Koval/photoxpress.com
Noch keinen Monat ist Amy Winehouse tot und schon sprießen die Tribute-Songs für die Souldiva aus dem Boden wie Schimmelpilze in feuchten Proberäumen – und das auch noch aus den dafür unwahrscheinlichsten Ecken.
Jede Menge Songs für die verstorbene Amy Winehouse
Nach einem musikalisch eher uninspirierten, aber immerhin textlich interessanten "27" von M.I.A., das die Reimekönigin mit Hang zu monotonen Electro-Beats via Twitter und Soundcloud auf den Markt warf, und einem Remix von OutKast-Rapper Big Boi, der sich "Tears Dry On Their Own" (Organized Noize Dungeon Family Remix) annahm, legen nun die Poppunker Green Day mit "Amy" nach. Das Interessante: Die Melodie des selbst für die Amirocker ungewöhnlich handzahmen Nümmerchens kommt einem irgendwie bekannt vor.
Amy-Winehouse-Tribute: Green Day spielen "Amy" bei einer Secret Show
Bei einem nicht ganz so geheimen Geheimkonzert am 11. August in der Tiki Bar 1700 Placentia in Costa Mesa, Kalifornien, spielten Green Day nicht nur zahlreiche bis dato unveröffentlichte Songs, sondern auch ein ganz besonderes Tribute: "Amy" heißt der nicht sonderlich originell betitelte musikalische Nachruf auf Amy Winehouse, der als rohe Aufnahme nebst Lyrics auch auf YouTube zu finden ist. Ob es sich dabei um einen Raubmitschnitt oder ein platziertes Werbevideo der Band hinter "American Idiot", "Wake Me Up When September Ends", "Jesus of Suburbia" und "Boulevard of Broken Dreams" handelt, sei dahingestellt.
Green Day klauen bei sich selbst und kreuzen das Ganze mit Fahrstuhlmusik
Viel mehr ins Gewicht fällt die süßliche Melodie zu sehr reduziertem Gitarrengeklimper, die irgendwie stark an den eigenen, weit krachigeren Green-Day-Song "Walking Alone" erinnert und trotz des Hinweises der Band, es handle sich um "Work in Progress", nicht wirklich überzeugen kann. Dazu kommt ein Text, den Autoren für Poesiealbumssprüche der Kategorie "reim dich oder ich fress dich" nicht hätten schöner hinbekommen können. Er lässt sich seit dem 14. August auch in Gänze auf der offiziellen Homepage von Green Day nachlesen. Es heißt dort etwa: "Amy don't you go/I want you around/Singin' woah please don't go/Do you wanna be a friend of mine? Glück im Unglück: Wenigstens muss die Sängerin auf diese Freundschaftsanfrage nicht mehr antworten.
Green-Day-Song "Amy" polarisiert die Fangemeinde
Die Reaktionen der Green-Day-Fans auf YouTube fallen zweigeteilt aus: Während die einen bei "Amy" Fahrstuhlmusik heraushören und – mit berechtigter Sorge – fragen "Hat Billie Joe Armstrong keine Ideen mehr?", ist der Titel für die anderen immer noch "awesome" und total super, eben weil Green Day Green Day sind und eine Punkband mit Idealen niemals auf einen kommerziellen Zug wie den der Amy-Winehouse-Vermarktungsmaschinerie aufspringen würde.
Wann und ob der Song veröffentlicht wird, steht nach Angaben der Band noch nicht fest. Nach dem (hörbaren) Stand der Dinge dürfte die dritte Amy-Winehouse-CD nach "Frank" und "Back To Black" vermutlich schneller auf dem Markt sein. Ironie des Schicksals: Auch hier bekommt die Souldiva Schützenhilfe aus eher unwahrscheinlicher Ecke. Erste Single daraus soll laut Medienberichten eine Kollaboration mit der US-amerikanischen Jazzlegende Tony Bennett (85) sein.
