Green Fashion - Eco Fashion - Vegane Mode; Mode Fair Trade

Mode - Adele Sansone
Mode - Adele Sansone
"Arbeiter misshandelt! Die dunkle Seite der Chucks." Solche Schlagzeilen gibt es immer wieder in Bezug auf Modeprodukte. Gibt es Auswege daraus?

In regelmäßigen Abständen werden Modefirmen ähnliche Dinge vorgeworfen, wie unlängst Nike bei der Produktion von Converse-Schuhen. „Man habe sie als Hunde oder Schweine bezeichnet. Außerdem habe man ihnen ins Gesicht geschlagen oder mit Schuhen nach ihnen geworfen.“ Zitiert die Bild-online vom 14. 7. 2011 Arbeiterinnen aus der betreffenden Converse Fabrik. Sie verdienen einen Hungerlohn, haben aber keine Alternativen. Angestellte, die sich beschwerten, flogen raus. Obwohl Nike angekündigt hatte, nicht mehr mit Schläger-Fabriken zusammen zu arbeiten, gilt dieses Versprechen vor dem Argument der Gewinnspanne augenscheinlich nicht lange.

Immer öfter gibt es modebewusste Kundinnen, die die Produktion ihrer geliebten stylishen Jeans oder Sneakers auch hinterfragen. Immer öfter gibt es Konsumenten, die nachdenken: Welche Verarbeitungsschritte durchläuft eigentlich ein Kleidungsstück bis es im Kleiderschrank landet? Bücher, wie das "No Logo“ von Naomi Klein oder Dokumentarfilme gehen diesen Themen gezielt auf den Grund.

Wie wird preiswerte, aber auch besonders stylishe Mode oft produziert?

Textilarbeiter in Billig-Lohn-Ländern, besonders im asiatischen Raum, fertigen häufig unter schrecklichen Arbeitsbedingungen Modeartikel, die dann preiswert in unseren Ländern verkauft werden. 12-Stunden Arbeitstag, Hungerlohn, ohne Urlaubs- oder Sozialansprüche, oftmals sogar wie Sklaven gehalten, werden unsere chicen Jeans genäht. Sandstrahldüsen für den besonderen Used-Touch, der feine Staub, der die Lungen von den jugendlichen, ja oft sogar Kinderarbeitskräften schädigt, verursachen den Käufern nur zu selten auch ein schlechtes Gewissen. Hauptsache: "In Sein". Aber es gibt auch Gegenbewegungen: Green oder Eco Fashion, die Grüne oder Öko Mode.

Was bedeutet Green Fashion?

So wie es Fair Trade Produkte bei den Lebensmitteln gibt, gibt es auch den Trend bei Textilien. Hersteller, die ihren Arbeiterinnen faire Löhne zahlen, die darauf achten, wie der Rohstoff, etwa die Baumwolle angebaut und geerntet wurde. Mode also, die auf Kinderarbeit, Ausbeutung und Pestizide verzichtet. Wie die Umwelt durch die Produktion belastet wird, das Ganze wird mittlerweile auch bereits durch ein Prüfsiegel bestätigt. Die Abgrenzung, ob Green Fashion oder Eco Fashion sind fließend.

Was ist Öko Mode, auch Eco Fashion genannt?

Rohstoffe, die ökologisch produziert wurden, Veredelung oder gar Recycling, schonen der Ressourcen, sind die Punkte, auf die es bei Öko Mode darauf ankommt. Fair Trade, nicht nur bei der Herstellung, sondern auch fair den Arbeitskräften gegenüber. Und wenn es möglich ist, auch noch ohne unnötige Handelswege rund um die Welt, nur weil das Waschen der ökologisch hergestellten Baumwolle im Land XY um zwei Cent billiger ist.

"Unter Öko-Textilien versteht man Bekleidung, die unter umweltschonenden Bedingungen hergestellt wurde. Bekannt ist das Öko-Tex-100-Zeichen, das die Einhaltung gewisser Schadstoff-Grenzwerte bei der Produktion signalisiert. Das Fair-Trade-Logo bezeichnet hingegen vorwiegend die sozialen Produktionsbedingungen.", erklärt Mag. Peter Blazek von der Redaktion des "Konsument“.

Öko-Mode hat sich auch längst von der sackähnlichen Urform weg entwickelt, was ein Blick auf die chicen Teile eindeutig bestätigt. Sogar große Textilanbieter führen bereits Ökokollektionen: C&A, H&M, der Ottoversand können es sich nicht mehr leisten, einfach nur billig zu sein.

Wo bekommt man Green oder Eco Fashion?

Wenn man sich im Internet umsieht, findet man einige Anbieter:

  • Bgreen: nach Eigenbeurteilung der „Store für Green Fashion“ bietet vom Sneaker bis zum T-Shirt an.
  • Pamoyo, fairkaufen
  • bransparent.com: bündelt "Green Fashion" Labels
  • vivanda,
  • bibico,
  • Hess Natur,
  • edun (von U2 frontmann Bono) sind weitere Namen.

Überhaupt ist Berlin ein reger Mittelpunkt der grünen Modebewegung geworden. Der "Green Showroom", der einmal im Jahr während der Berlin Fashion Week im Adlon stattfindet, zeugt davon.

Oder TheKey.to, das 2011 eine kurze Pause einlegte, aber 2012 wieder mit nachhaltiger Mode aufwarten wird.

Was ist Vegane Mode?

Als „Vegane Mode“ bezeichnet man Modebekleidung, die vollkommen auf tierische Materialien verzichtet. Also kein Leder, kein Alligatorentäschchen, kein Schlangenledergürtel. Keine Klebstoffe, die aus tierischen Ursprungsstoffen bestehen oder an Tieren getestet werden. Manche Produzenten gehen sogar soweit, dass sie Produkte, wie Wolle oder Seide aus ihrem Repertoire verbannen. Innovative Designer verwenden Sojaproteine, Hanf oder recyceltes Polyester, Protein- oder Zellulosefasern sind neben Baumwolle ihre Grundstoffe. Kunststoffe sind insofern erlaubt, solange sie nicht "neuen Müll" erzeugen. Natürlich werden die neuen Fasern ausgeklügelt erdacht, dass sie weder ausleiern noch sonst unangenehme Trageeigenschaften haben.

Die berühmteste und erfolgreichste Vertreterin von veganer Mode ist wohl Stella McCartney. Die Tochter von Beatle Paul McCartney, selbst von ihrer Mutter Linda vegan aufgezogen, bringt es sogar im High-Level der Modewelt fertig, Mode zu produzieren, die auf tierische Produkte fast gänzlich (Ausnahme Wolle) verzichtet. Umasan, das von Berliner Zwillingsschwestern Anja und Sandra Umann geleitete Labelgeleitete Label, geht ebenso konsequent den veganen topmodischen Weg..

Wer bietet Vegane Mode an?

  • Lylium bietet Schuhe an,
  • Muso Koroni bietet neben Mode auch Beautyprodukte an und
  • Avenging Animals hat eine VIP-Kollektion vom Fanta Vier Sänger Thomas D.
  • Umasan, das von Anja und Sandra Umann geleitete Label in Berlin bietet außergewöhnliche Mode an.

Dies sind nur einige Beispiele. Wer also bemüht ist, sich nicht nur bewusster zu ernähren, sondern auch zu kleiden, wird fündig.

Können die Kunden die Produktion von Kleidung beeinflussen?

Der Kunde hat ein großartiges Instrument in der Hand: seine Geldbörse. Sobald ein Produkt über den Ladentisch geht, sendet der Strichcode ein Signal an den Zulieferbetrieb. Das garantiert für den Hersteller die Produktion nach Bedarf, für den Kunden bedeutet das eine Form der Mitbestimmung. Produziert wird, was gefällt. Und so haben die Kunden es in der Hand, gesunde und unter ehrlichen Bedingungen hergestellte Kleider zu tragen. Oder noch einfacher gesagt: " Wenn Sie wirklich umweltfreundlich sein wollen, kaufen Sie weniger Kleidung. Oder wie viele Jeans brauchen Sie?" (Zitat Ingrid Johnson, Professorin am New Yorker Fashion Institute of Technology). Ein aktueller Artikel dazu: Jeans-Hersteller auf dem Prüfstein (ORF).

Dass man aber auch abseits der Green Fashion Bewegung "Fair Trade" produzieren kann, beweist seit Jahren "Chillaz", der sich auf Kletter- und Outdoormode spezialisiert hat. Oder die kleine Innsbrucker Textilwerkstatt Kontaktil , die mit witzigen textilen Feinheiten punktet.

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Fotonachweis: Baumwolle von Dieter Schütz/pixelio.de

Quellen: Modeaffaire.de; Konsument; world of eco fashion; Faz.net

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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