
- Green - Peter Lachnit
Was bedeutet eigentlich der Begriff Green Jobs? Green Jobs sind Arbeitsplätze, die in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Dazu gehören etwa die Berufsfelder der SolartechnikerInnen, HerstellerInnen von Passivhäusern, FacharbeiterInnen für Biomasse, ProduzentInnen von Hybridantrieben oder auch BiolandwirtInnen.
Green Jobs und deren Zukunftsaussichten
Die Nachfrage nach Alternativen bei der Strom- und der Wärmeerzeugung oder in der Mobilität bringt Green Jobs. Diese schaffen auch Perspektiven für die Jugend. Mit der Austrian Clean Technology (ACT) wurde in Österreich eine Vermittlungsstelle und ein Kompetenzzentrum geschaffen, die Auskünfte gibt und auch Bildung forciert. Seit 2006 werden stets mehr Lehrberufsausbildungen modular angeboten. So enthält beispielsweise die Lehre zum Installations- und Gebäudetechniker das Spezialmodul Ökoenergietechnik. Dabei erlernt man den Bau von alternativen Energieanlagen wie etwa Solarkollektoren oder Wärmepumpen.
Stabilität in Wirtschaftskrisenzeiten
Wirtschaftskrise ist ein Schlagwort, mit dem man fast täglich konfrontiert wird. Im Begriff Green Jobs verschmelzen zwei wichtige Ziele einer modernen Gesellschaft. Erstens das Anliegen die Umwelt zu schützen und den Klimawandel aufzuhalten. Zum anderen der Wunsch nach einer stabilen Wirtschaft mit hoher Beschäftigung. Green Jobs gelten als besonders krisenfest. Während im Jahr 2009 die Gesamtbeschäftigung in Österreich um 0,6 Prozent zurückging, konnten umweltnahe Branchen ein Plus von 3,7 Prozent verzeichnen. 2011 war bereits jeder zwanzigste Arbeitsplatz ein Green Job, Tendenz steigend. Geschäftsführer des Umweltkompetenzzentrums Austrian Clean Technology Florian Beer :"Wir befinden uns mitten im Wandel zu einer grünen Volkswirtschaft. Das Fernziel ist, dass eines Tages jeder Beruf ein Green Job ist."
Zukunftsvision energieautarkes Österreich
Bis 2050 könnte Österreich aufgrund seiner heimischen, erneuerbaren Energiequellen autark sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung des Innsbrucker Universitätsprofessors Wolfgang Streicher. Allerdings müsste dabei in allen Bereichen des täglichen Lebens angesetzt werden. Stichworte sind daher Effizienzsteigerung und intelligente Energienutzung. In der Erzeugung von Energie sind Steigerungen bei Fotovoltaik, Windenergie, Solarthermie, Umweltwärme und Geothermie notwendig. Auch die Leistung der Pumpspeicherkraftwerke für die Wasserkraft müsste zwischen 85 und 130 Prozent gesteigert werden.
Der Bauplan für eine Energieautarkie
"Zur Erreichung von Energieautarkie kann eine einzelne Maßnahme nicht die Lösung sein, sondern die Betrachtung des Gesamtsystems und Ausnutzung aller Möglichkeiten der Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung unserer natürlichen Ressourcen.", so Martin Gerzabek, Rektor der Universität für Bodenkultur in Wien.. Das Gesamtkonzept beinhaltet drei Ansätze - Gebäude, Mobilität und Industrie. In allen diesen drei Bereichen können und müssen alle bereits vorhandenen Möglichkeiten zur Vermeidung unnützer Energieverschwendung angewandt werden. Nur so könnte ein energieautarkes Österreich tatsächlich funktionieren.
Quelle: Die Furche 50/2011
