Greenpeace: Neuer Ratgeber Grüne Elektronik

Der Greenpeace Ratgeber Grüne Elektronik - (c) iwona golczyk / pixelio.de
Der Greenpeace Ratgeber Grüne Elektronik - (c) iwona golczyk / pixelio.de
Welche Handys und Computer werden umweltverträglich hergestellt, welche nicht? Der Ratgeber Grüne Elektronik von Greenpeace nimmt Hersteller unter die Lupe.

Die Geschichte von Greenpeace begann vor dreißig Jahren mit einem Schiff vor den Aleuten-Inseln. Heute geht die Arbeit der Umweltorganisation über Protest gegen Umweltzerstörung hinaus: Greenpeace gibt Studien in Auftrag, deckt Skandale auf und leistet Aufklärungsarbeit. Dazu gehört auch Verbraucherinformation – Ratgeber über Fisch, Holz und Papier oder Essen ohne Gentechnik zeigen Missstände und helfen dem Konsumenten, seine Kaufentscheidung nach Umweltkriterien auszurichten.

Green inside: Der Ratgeber Grüne Elektronik

Seit 2006 veröffentlicht Greenpeace auch einen Ratgeber für Elektronik. Dieser wird laufend überarbeitet, Ende 2011 erschien die mittlerweile siebzehnte Fassung. Der Ratgeber bewertet fünfzehn Elektronikhersteller entlang einer Skala von 0 bis 10.

Die Kriterien von Greenpeace: Von Klimaschutz bis Recycling

Die Punktevergabe erfolgt in den drei Bereichen Energie und Klima, Grünere Produkte und Nachhaltige Betriebsabläufe. Diese sind jeweils in weitere Kriterien unterteilt: So gehören zum Bereich Energie und Klima die Reduzierung von Treibhausgasen sowie der Einsatz von und für Regenerative Energien. Grünere Produkte? Hier punkten niedriger Energieverbrauch, Verzicht auf schädliche Chemikalien, die Recyclingquote beim Plastik und die Lebensdauer der Produkte. Nachhaltige Betriebsabläufe zeichnen unter anderem Papier aus nachhaltigen Quellen und Rücknahme-Programme aus.

Für die Bewertung greift Greenpeace auf öffentlich zugängliche Informationen zurück. Welche Unternehmen sind nun besonders umweltfreundlich, und welche sind ökologisch eher ein Flop?

Elektro-Flop oder Top: Das Ranking der Hersteller

Spitzenreiter mit 5.9 Punkten ist HP. Die Firma zeigt Engagement hinsichtlich Nachhaltiger Betriebsabläufe und Energie-Kriterien, hat jedoch noch Potential im Bereich Grünere Produkte.

Dass Unternehmen durchaus wandlungsfähig sind, zeigt das Beispiel des Computerherstellers Dell – der Zweitplatzierte war im letzten Ratgeber noch auf dem zehnten Platz. Hauptgrund für den Aufstieg ist das engagierte Ziel, die Emissionen bis 2014 um 40 Prozent zu senken. Auf Platz 3 rangiert Nokia mit immerhin noch 4.9 von 10 Punkten.

Auf dem unrühmlichen letzten Platz wiederum logiert der kanadische Hersteller RIM. Das durch den BlackBerry bekannt gewordene Unternehmen fiel im Test nicht nur wegen fehlender Transparenz, sondern auch wegen gefährlicher Chemikalien in seinen Produkten durch. Platz Numero 13 mit jeweils 2.8 teilen sich Toshiba und LG Electronics. Diese beiden Firmen haben vor allem hinsichtlich der Energie-Kriterien enormen Verbesserungsbedarf.

Mangelware Grüne Elektronik

Greenpeace zeigt mit seinem Ratgeber, dass Grüne Elektronik noch Mangelware ist. Zwar machen einige Hersteller Fortschritte – andere jedoch stagnieren in Sachen Nachhaltigkeit oder haben sich im Vergleich zu früheren Bewertungen sogar verschlechtert. Bleibt zu hoffen, dass der Ratgeber Wirkung zeigt. Über kurz oder lang wird auch die Elektronik-Branche nicht an der Erkenntnis vorbeikommen, dass Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Profit auf Kosten von Umwelt und Natur hingegen ist Profit auf Kosten des Gemeinwohls. Und wird vom Kunden zunehmend abgestraft.

Der Ratgeber für Grüne Elektronik ist eine Hilfe für alle, die bei ihrer Kaufentscheidung Wert auf ökologische Gesichtspunkte legen. Eine Entscheidung nimmt er jedoch nicht ab: Ob der Konsument das Produkt auch wirklich braucht. Denn das ressourcen- und energiesparendste Produkt ist immer noch jenes, das erst gar nicht produziert wird.

Quelle und weiterführende Information: Greenpeace

Bildquelle: www.pixelio.de

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Thomas Sedlmeyr, Thomas Sedlmeyr

Thomas Sedlmeyr - Studium der Deutschen Literaturwissenschaft, Geschichte und Ethnologie in Augsburg. Seit 2008 arbeite ich als freier Autor und ...

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