Größter Weihnachtskalender von Berlin wandert durch Schöneweide

Berlin Schöneweide, an der Spree - Katrin Asmuss
Berlin Schöneweide, an der Spree - Katrin Asmuss
Ab dem 26. November wird mit dem Schöneweider Lichtermarkt der Kiez zum 2,5 Millionen Quadratmeter großen Weihnachtsmarkt.

Natürlich sind Weihnachtsmärkte nicht allein ein Geschäftszweig, mit dem Geld verdient wird, sondern auch Stadtmarketing. Besonders könnte das für Schöneweide gelten, ein für Besucher bisher eher unbekannter Kiez in Berlin. Wer "Treptow-Köpenick" hört, denkt eher an den Hauptmann von Köpenick, und nach einem Blick auf die Landkarte ist es auch der grünste Stadtbezirk – für Geschäftsleute kommt natürlich noch der Großflughafen dazu. Obwohl Schöneweide zu DDR-Zeiten unter anderem ein wichtiger Medienstandort war, geriet dieser Kiez vorübergehend ein wenig in den Hintergrund.

So ist der wandernde Weihnachtskalender, der sich über den kompletten Kiez erstreckt, eine gute Möglichkeit, zu einer Entdeckungsreise aufzubrechen.

Der wandernde Weihnachtskalender bietet Veranstaltungen im kompletten Kiez

„Schweineöde“ haben bereits vor Jahrzehnten die Berliner mit ihrem berühmt-berüchtigten Charme diesen Kiez getauft. Das ist zwar auch ein Stück weit liebevoll gemeint, doch an manchen Stellen trifft der Wortsinn zu. Die Industriebauten am Ufer der Spree sind wohl der beeindruckendste Blickfang. Sie stammen zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert, als dort mit der Ansiedlung der AEG immer mehr Industrie nachzog. Unter anderem diese beeindruckende Architektur nutzt der Weihnachtskalender für Atelierveranstaltungen von Künstlern und Gewerbetreibenden in der Wilhelminenhofstraße und Umgebung.

Weihnachten für jedermann: Spannende Stadtgeschichte und ein Lern-und Erfinderlabor

Neben Radtouren durch den Kiez, dem beliebten gemeinsamen Geschenke-Basteln und Konzertbesuchen bietet diese Weihnachts-Veranstaltungsreihe jedoch Besonderheiten. So können am 6. Dezember Eltern mit ihren mindestens vier Jahre alten Kindern in einem Lern- und Erfinderlabor Geschenke aus Holz bauen. Werkzeug, erfahrene Mitarbeiter des TJP (Technischer Jugendbildungsverein in Praxis) e.V. und Material gibt es vor Ort und dafür sind die Kosten von ca. 2 bis 6 Euro wirklich minimal.

Weiterhin dürften sich geschichtlich Interessierte über dieses außergewöhnliche Weihnachtsangebot freuen: Das Funkhaus in der Nalepastraße als einstiger Sitz von DDR-Radio-Sendern ist ebenfalls mit von der Partie. Die bewegte Historie hatte bereits 1952 mit dem Erbauen von Studios auf einem Gelände an der Spree begonnen und geriet neben einigen anderen Vorkommnissen noch einmal um 1991 herum so richtig in Bewegung. Klar, dass auch dieses Gebäude aufgrund seiner Nutzung nicht nur von der Fassade her etwas für Architekturliebhaber ist.

Weihnachtsbäckerei, Turm-Konzert und vieles andere mehr

Kurz und gut: Schöneweide hat vom 26. November bis Heiligabend für eigentlich jeden etwas organisiert – ob nun im Sakralbau, in einer Bar oder auf dem Fahrrad, beim Weihnachts-Trödelmarkt oder mit Techno-Musik. Selbst die Fußballfans vom 1. FC Union Berlin zünden die Kerzen in ihrer Zweitwohnung, dem Stadion „An der Alten Försterei“, an und werben für ihr Event auf ganz ungewohnte Weise: „Liederbücher und Kerzen gibt es am Eingang“. Egal, wofür man sich interessiert, ein Klick auf den wandernden Adventskalender lohnt sich allemal – und ein Besuch vor Ort sowieso.

Katrin Asmuss, Foto: Brian Snead

Katrin Asmuss - Ich arbeite als Journalistin, Autorin und PR-Beraterin. Wie man auf dem Profilfoto erkennt, liegt einer meiner Schwerpunkte beim Kabarett. ...

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