Große Anti-Atom-Demo am 2. April 2011 in Essen

Am 2. April 2011 laden der Bezirksverband Ruhr von Bündnis 90/Die Grünen und die Ruhr-SPD zu einer gemeinsamen Anti-Atom-Demo in Essen ein.

Am kommenden Samstag, den 2. April 2011, laden der Bezirksverband Ruhr von Bündnis 90/Die Grünen und die Ruhr-SPD zu einer gemeinsamen Anti-Atom-Demo in Essen ein. Los geht es um 13:00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz, nahe der RWE-Konzernzentrale. Dort finden bereits seit dem Reaktorunglück in Japan jeden Montag um 18:00 Uhr Mahnwachen statt. Diese sind zumindest noch bis einschließlich Mai geplant. Der RWE-Konzern betreibt fünf der siebzehn deutschen Atomkraftwerke in Deutschland und ist damit der zweitgrößte deutsche AKW-Betreiber.

AKWs so schnell wie möglich abschalten

Der dramatische Unfall im Atomkraftwerk von Fukushima hat bei vielen Menschen die Zweifel an der Sicherheit der Atomenergie größer werden lassen, Erinnerungen an Tschernobyl kommen auf. Bereits das Meerwasser vor der japanischen Küste ist kontaminiert, die weiteren Folgen vor allem für die Gesundheit der Menschen kann niemand bislang vorhersehen. Weltweit sind die Menschen stark verunsichert, was die zukünftige Energieversorgung betrifft. In vielen deutschen Städten nehmen die Menschen zurzeit an Anti-Atom-Demonstrationen teil. Auf der Webseite anti-atom-demo.de kann man die jeweiligen Termine nachlesen und findet weitere Informationen zum Thema. Die Botschaft auf der Webseite ist klar formuliert: "Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten!" Das so genannte "Restrisiko" hat eine vollkommen neue Dimension bekommen. Wenngleich die Kraftwerksbetreiber beteuern, die deutschen Werke seien sicher, so halten Bündnis 90/Die Grünen und SPD ähnliche Katastrophen wie die japanische auch in Deutschland für denkbar.

Bundesweite Demonstrationen gegen Laufzeitverlängerung

Am vergangenen Wochenende waren wieder mehrere Hunderttausende vor allen Dingen in den Großstädten unterwegs. Die Katastrophe in Japan hat zwischenzeitlich parteiübergreifende Diskussionen über eine schnellere Abschaltung der Atomkraftwerke ausgelöst. Bündnis 90/Die Grünen und SPD fordern eine sofortige Rücknahme der Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke. Noch in diesem Jahrzehnt soll nach ihren Vorstellungen das Atomkraftzeitalter ein Ende finden. Unklar ist allerdings, ob die Kraftwerksbetreiber nunmehr einen Rechtsanspruch auf die von der Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung haben. Möglicherweise kämen dann Schadensersatzansprüche auf den Bund zu. Wegen der Zwangsabschaltung bereiten die deutschen Stromkonzerne bereits Klagen und Widersprüche vor. Die Betreiber drohen zudem mit steigenden Strompreisen bedingt durch den Neubau von Kohlekraftwerken.

Angst vor Atompannen in Deutschland

Aktuell werden seitens der Regierung einige Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der deutschen Atommeiler zu überprüfen. Doch die Angst vor ähnlichen Pannen wie der in Japan hat bei vielen Bürgerinnen und Bürgern stark zugenommen. Nahezu täglich lassen sich derzeit Diskussionen im Fernsehen und Internet verfolgen. Die Stimmung im Lande hat sich deutlich verändert: Spätestens die Wahlergebnisse vom vergangenen Sonntag haben gezeigt, dass die Deutschen eine rasche Energiewende wollen. Nun muss eine Lösung gefunden werden, wie sich der Ausstieg aus dem Ausstieg tatsächlich realisieren lässt. Am Ostermontag wollen die Demonstrierenden um 18:30 Uhr vom Willy-Brandt-Platz zur RWE-Konzernzentrale ziehen. Dort soll dann eine Schweigeviertelstunde abgehalten werden. Am 26. April 2011 ist der 25. Jahrestag von Tschernobyl.

Susanne Kirchhof, Sandra Weiergräber

Susanne Kirchhof - Selbstständige Kommunikationsberaterin in Essen, Interessen: Kommunikation, Politik, Kultur, Fechten.

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