Großmutters Ernährungstipps

Überlieferte Ernährungsratschläge: Wahrheit oder Märchen?

Seit Generationen vererben sich Ernährungsratschläge wie "Kartoffeln machen dick". Großmutters Ernährungstipps sind zwar gut gemeint, aber oft nicht wahr

Kann das Naschen von Schokolade Pickel verursachen? Ist Zucker gut für die Nerven oder machen Kartoffeln dick? Die guten alten Ernährungsratschläge von Großmutter werden von Generation zu Generation weitergegeben. Auch in unserer fortschrittlichen, modernen Zeit kursieren sie immer noch in den Küchen. Umfragen ergaben, dass etwa jeder zweite Bundesbürger Omas Ernährungstipps noch beherzigt.

Doch was ist eigentlich wirklich an den überlieferten Ernährungsempfehlungen dran? Dieser Frage sind Ernährungswissenschaftler einmal nachgegangen und Erstaunliches kam dabei zutage: In den meisten Weisheiten unserer Großmütter steckt noch nicht einmal ein Körnchen Wahrheit. Die Verbraucherzentralen Bayern und Sachsen haben weit verbreitete Irrtümer zusammen gestelt.

Hier die häufigsten Ernährungsmärchen im „Wahrheitstest“:

„Bier macht einen Bauch“: Auf die Menge Bier kommt es an. Wird dem Körper nämlich zu viel Energie zugeführt - ob durch Bier oder andere kalorienreiche Sachen - wächst der Rettungsring um die Hüften.

„Schokolade lässt Pickel blühen“: Viele Wissenschaftler haben bislang vergeblich versucht, einen Zusammenhang zwischen Schokoladen-Konsum und Pickeln zu entdecken.

„Brauner Zucker ist gesünder als weißer": Ob braun oder weiß - Zucker enthält viele Kalorien und ist nicht gerade gesund für die Zähne. Da ist es völlig egal, welche Farbe der süße Stoff hat. Wichtig: Nach dem Genuss von Zucker oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln nicht das Zähneputzen vergessen.

„Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir“: Dieser Trinkratschlag kam vermutlich Mitte des 19. Jahrhundert auf und wird noch heute von vielen Bundesbürgern beherzigt. Dabei ist es für die Entstehung eines „Katers“ völlig egal, ob das Bier vor oder nach dem Wein getrunken wird. Eines sollte man aber auf jeden Fall beachten: Alkoholische Getränke nicht wild durcheinander trinken. Das löst garantiert einen heftigen „Kater“ aus.

„Zucker ist Nervennahrung“: Dieses Ernährungsmärchen hält sich auch in der heutigen Zeit noch hartnäckig. Umfragen zeigen, dass jeder zweite Bundesbürger daran glaubt. Es wurde vor vielen Jahrzehnten „geboren“, um Schleckermäulern das schlechte Gewissen beim Naschen zu nehmen. Reiner Zucker enthält keine weiteren Nährstoffe. Außerdem ist Zucker keine gute Nervennahrung, weil er den Körper zu schnell und nur kurzfristig mit Energie versorgt. Gute Nervennahrung liefern dagegen Obst, Gemüse und Getreide. Diese Nahrungsmittel enthalten nicht nur "nervenwichtige" Vitamine, sondern auch Kohlenhydrate, die der Körper in Glukose umwandeln kann. Diese Glukose tut den Nerven gut.

„Kartoffeln machen dick“: Gekochte Kartoffeln versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen. Dick machen die gesunden Erdäpfel nur, wenn sie in Mengen von kalorien- und fettreichen Soßen „ertränkt“ werden oder als Bratkartoffeln oder Pommes Frites auf den Teller kommen.

„Pilze dürfen auf keinen Fall aufgewärmt werden“: Auch dieser Ratschlag ist längst überholt. Er gilt für Wildpilze, die mit Schimmel oder Keimen belastet sind. Zuchtpilze aus dem Supermarkt oder aus der Dose dürfen bedenkenlos noch mal erwärmt werden.

Einen Ratschlag aus Omas Erfahrungsschatz sollte man aber auch heute noch beherzigen:

„Auf Kirschen kein Wasser trinken“: Das kann nämlich ziemlich unangenehmes Bauchweh auslösen, wenn die Kirschen nach dem Trinken von Wasser im Bauch gären.