Die akuten Krankheiten, die zu Fehlzeiten in Unternehmen führen, nehmen ab. Der Krankenstand in deutschen Unternehmen ist im Allgemeinen rückläufig, wird ein Vergleich der letzten zehn Jahre gemacht. Begründet werden die krankheitsbedingten Ausfälle in erster Linie mit chronischen Krankheiten: Herzleiden, Diabetes mellitus sowie psychische Beschwerden liegen dabei vorn. Nicht mehr die übertragbaren Krankheiten sind verbreitet, das Krankheitsbild verändert sich mit der voranschreitenden Entwicklung der Gesellschaft. Neben den verschiedenen chronischen Krankheiten wächst der Anteil diagnostizierter, psychischer Krankheiten enorm, was ebenfalls zu betrieblichen Fehlzeiten führt und damit zum wirtschaftlichen Problem wird.
Verlängerung der Lebensarbeitszeit versus Fehlzeiten
Auch die immer wieder thematisierte und teilweise durchgesetzte Verlängerung der Lebensarbeitszeit aus der Politik spielt in Bezug auf betriebliche Fehlzeiten eine wichtige Rolle. Diese Problematik muss von Unternehmen aktiv angegangen werden, um eventuelle Spätfolgen weitestgehend im Vorfeld zu vermeiden. Insbesondere skelettabhängige Krankheiten bleiben im Alter nicht aus, da diese Krankheitsbilder mitunter auf Verschleißerscheinungen zurückzuführen sind, die nur schwer präventiv behandelt werden können. Es sind also altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen, die auf der anderen Seite nicht den Kostenapparat zu sehr beanspruchen. Durch gezieltes Gesundheitsmanagement kann Abhilfe geschaffen werden.
Betriebliches Gesundheitsmanagement kann helfen
Die Entwicklung von Maßnahmen im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und die anschließende Umsetzung im Unternehmen können mitunter zu Einsparungen in Millionenhöhe führen. Aktives Gesundheitsmanagement kann das Gesundheitsbewusstsein der einzelnen Mitarbeiter beeinflussen und zu positiven Ergebnissen für beide Seiten führen. Neben dem Prägen des Gesundheitsbewusstseins spielt auch die Einrichtung ergonomisch einwandfreier Arbeitsplätze eine entscheidende Rolle dabei. Die Vermeidung von Krankheiten durch stundenlange Fehlhaltung muss dabei groß geschrieben werden. Auch die Schaffung einer angenehmen Arbeitsatmosphäre ist dabei zu beachten: Angenehme Raumtemperatur, eventuell Pflanzen und farbliche Akzente können Wunder wirken.
Betriebsklima wirkt auf die Psyche
Das Betriebsklima in Unternehmen wirkt sich auf die psychische Verfassung einzelner Mitarbeiter aus. Im Zuge der steigenden Anzahl psychischer Erkrankungen ist dieser Aspekt ein Bedeutender. Die Schaffung von positivem und angenehmem Betriebsklima ist der Grundstein, der psychischen Fehlentwicklungen, die sich am Arbeitsplatz entwickeln, entgegen gestellt werden kann. Die Schaffung einer entsprechenden Unternehmenskultur geht damit einher und ist teilweise von Existenzieller Bedeutung. Psychischer Druck, der am Arbeitsplatz aufgebaut wird, kann mitunter zu langfristigen Fehlzeiten führen, die durch umsichtiges Handeln im Voraus durch gezielte Maßnahmen vermieden werden können. Das sogenannte „Mobbing am Arbeitsplatz“ ist in diesem Zusammenhang ein regelmäßig aufkommendes Thema, was nicht unterschätzt werden darf. Es sind Grenzen festzulegen und Stellen zu schaffen, wo einzelne Mitarbeiter Hilfe suchen können ohne den Weg der Krankmeldung gehen zu müssen.
