Gründüngung mit Phacelia, Senf, Leguminosen und Co.

Bienenfreund Phacelia - © Gerda Bruske  / pixelio.de
Bienenfreund Phacelia - © Gerda Bruske / pixelio.de
Gründüngungspflanzen versorgen den Boden mit Nährstoffen und reichern den Humus an. Diese unkomplizierte, alte Düngemethode stammt aus dem Ackerbau.

Bodenverbesserung mit Gründüngungspflanzen ist auch im Garten anwendbar. Gemüse oder Blumen, die danach angebaut werden, finden besonders günstige Wachstumsbedingungen, da sich Gründüngungspflanzen leicht zersetzen und eine erstklassige Nahrungsquelle für Bodenorganismen sind. Vorher schützt die dichte Pflanzenmasse den Boden vor Verdunstung und unterdrückt Unkraut. Die Wurzelmasse lockert und durchlüftet den Boden und sorgt so für eine feine Krümelstruktur. Manche der Pflanzen können Stickstoff sammeln, andere sind in der Lage, Mineralien aus dem Boden zu lösen. In der Regel werden deshalb die Wurzeln nicht entfernt, sondern die Gründüngung abgemäht, abgerissen oder oberflächig eingearbeitet. Meist handelt es sich um schnellwüchsige Pflanzen, die kahle Beete im Garten in kurzer Zeit in bunte, blühende Teppiche verwandeln, mit dem positiven Nebeneffekt, dass Nützlinge in den Garten gelockt werden. Einige der Gründüngungspflanzen finden auch als Salat oder Gemüse den Weg in die Küche.

Leguminosen zur Stickstoffanreicherung

Die Schmetterlingsblütler Wicken, Lupinen, Hülsenfrüchte wie Erbsen sowie Klee können mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus dem Boden gewinnen. Diese Pflanzen müssen in den Boden eingearbeitet werden, damit er mit dem organisch gebundenen Stickstoff versorgt wird. Auf die Kreuzblütler Senf, Ölrettich und Raps sollte im Gemüsegarten verzichtet werden, wenn Rettich, Radieschen und Kohl dort wachsen sollen. Da die Pflanzen zur gleichen Familie gehören, ziehen sie ähnliche Krankheiten wie Kohlhernie oder Schädlinge wie Nematoden an. Hier gibt es zwei Ausnahmen. Die Ölrettichsorte ‘Nemex’ sowie die Senfsorte ‘Maxi’ können Nematoden sogar einschränken.

Unkrautunterdrückung im Gemüse- und Obstgarten

Dafür eignen sich niedrig bleibende Arten mit flach verlaufenden Wurzeln. Die Bienenweide Phacelia eignet sich für alle Böden. Spinat wird als Gründüngung etwas dichter als normalerweise empfohlen ausgesät. Unter Obstbäumen, zwischen Spargel oder Himbeerreihen kann auch der schnell wachsende Senf eingesetzt werden. Die Pflanzen werden abgemäht oder -geschnitten, wenn sie ungefähr 30 Zentimeter hoch sind und bleiben als Mulch liegen. Ebenfalls gut geeignet sind Serradella, Erdklee und Winterroggen.

Tiefenlockerung des Bodens durch Gründüngung

Wenn ein Garten neu angelegt werden soll, wirkt sich eine Gründüngung im Vorfeld günstig auf die Bodenstruktur aus. Auch auf Baugrundstücken, die durch Baumaschinen verdichtet sind, sollte zuerst eine tief wurzelnde Gründüngung ausgebracht werden. Schon nach zwei bis drei Wochen kann statt einer lehmigen Wüste ein grüner Garten vorhanden sein. Zur Tiefenlockerung eignen sich Rotklee, Lupine, Ölrettich, Chinakohl, Gelbklee, Saatwicke, Senf, Raps, Weißklee und Zottelwicke. Besonders dekorativ wirken diese Pflanzen in einer Mischung.

Gründüngung auch im Winter

Mit frostharten Gründüngungspflanzen kann der Gartenboden auch im Winter geschützt werden, sodass Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Winterzottelwicke, Serradella, Inkarnatklee, Spinat, Feldsalat, Winterraps und Winterroggen werden zwischen August und Oktober auf abgeernteten Beeten ausgesät. Im nächsten Frühjahr werden die Pflanzen ungefähr zwei Wochen vor der Neueinsaat eingearbeitet. Auch Phacelia kann bis Anfang September ausgesät werden. Sie kommt dann nicht mehr zum Blühen und friert im Winter ab.

Mischungen und Spezialisten zur Gründüngung

Saatgutmischungen können selbst zusammengestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Aussaatzeiten zusammenpassen. Sie begrünen und durchwurzeln den Gartenboden besonders zuverlässig. Bekannt ist das "Landsberger Gemenge", welches zu gleichen Teilen aus Welschem Weidelgras, Inkarnatklee und Winterwicken besteht. Will man sich eine Mischung aus Insektenfutterpflanzen zusammenstellen, so eignen sich Buchweizen, Phacelia, Sonnenblumen, Borretsch, Lupine, Perserklee, Sommerwicke, Seradella, Herzgespann, Dill und mauretanische Malve. Tagetes und Ringelblumen fördern die Bodengesundheit und wirken gegen Nematoden. Blauer Lein ist eine alte, fruchfolgeneutrale und anspruchslose Kultur- und Gründüngungspflanze mit schönen blauen Blüten.

Quellen: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München, Euro 29,90

Christa Weinrich OSB Abtei Fulda, Mischkultur im Hobbygarten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008

Die Bayrische Gartenakademie

Bildnachweis: © Gerda Bruske / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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