
- Grüner Tee - Blätter - Antje Melanie Schneider
Die bekanntesten Sorten Grünen Tees stammen aus dem Anbau in China und Japan. Die Namen für die Sorten werden nach Art der Züchtung des Teestrauchs – Camellia sinensis – und dem Erscheinungsbild der getrockneten und gerollten Blätter gewählt. Dabei gilt das einfache Prinzip: Je kleiner das Blatt, desto stärker der Abguss (fachlich wird statt Aufguss von Abguss gesprochen, da der Tee durch das Sieben der Teeblätter abgegossen wird). Die Größe des Blatts trägt also einen wesentlichen Teil zur Sortenunterscheidung und damit zum Geschmack des Grünen Tees bei. Aber auch die Länder spielen eine wichtige Rolle. Während viele japanische Sorten von einem spinatartigen Duft geprägt sind, begleitend mit einer kräftigen Würze, wird der Grüne Tee chinesischer Zubereitung oft aufgrund des milderen Aromas von Einsteigern favorisiert.
Mehr als 150 verschiedene Sorten des Grüntees werden auf der ganzen Welt getrunken. Dabei heben sich manche Teesorten aufgrund ihrer vorzüglichen Finesse und ihrer Rarität besonders ab. Zur exquisiten Klasse gehören unter anderem Gyokuro, Pi Lo Chun, Lu Shan Wu und der in japanischen Teezeremonien bevorzugte, geschmacklich herbe Matcha. Der teuerste und seltenste Tee ist der sogenannte Weiße Tee. Seine aufwendige Fabrikation findet exklusiv in der Frühlingszeit statt. Es werden ausschließlich die ungeöffneten Blattknospen der Camillia sinensis verwendet. Im Folgenden wird auf weitaus bekanntere und oft getrunkene Sorten eingegangen.
Bekannte japanische Teesorten des Grünen Tees
Sencha: Er gilt als der am häufigsten konsumierte Grüntee in Japan. Beliebt ist er durch seinen leichten Geschmack und seinen angenehmen frischen Duft. Der Abguss ist grün-gelblich und es gibt drei Qualitäten – superior, medium und low.
Bancha: Im Geschmack ähnelt er dem Sencha, wobei eine leicht herbe Note dazukommt. Ansonsten ist er frisch und lebendig im Aroma und wird ebenfalls sehr häufig getrunken. Die Sorte ist besonders für Kinder geeignet, da in den etwas größeren gerollten Blättern nur wenig Koffein enthalten ist.
Genmaicha: Die Sorte ist eine Kombination – hergestellt aus dem Grünen Tee Bancha und gerösteten Vollkornreis. Aufgrund dessen ist der Abguss leicht bräunlich. Der Tee erlaubt im Geschmack eine Variation zwischen einem süßlichen Aroma und einer leichten salzig-körnigen Würze.
Gabalong: Diese Sorte gilt in Japan als beliebter Gesundheitstee. Er zeichnet sich insbesondere durch seinen aromatischen Geschmack und seine feine Qualität aus.
Bekannte chinesische Teesorten des Grünen Tees
Gunpowder: Die Sorte sollte nur von Erwachsenen konsumiert werden, da der Koffeingehalt sehr hoch ist und deshalb besonders anregend wirkt. Damit der Körper nicht dauerhaft vom Koffein abhängig wird, ist eine gelegentliche Pause von einer Woche bei täglicher Einnahme dieses Grünen Tees zu empfehlen. Die Blätter dieser Sorte sind kugelförmig und entfalten sich beim gelblich-grünen Aufguss. Im Geschmack ist er klar, herb und wirkt erfrischend.
Chun Mee: Dieser Grüntee hat einen besonders würzigen Geschmack, begleitet durch süßliche Aromen.
Young Hyson: Seine dicken Blätter stammen von wild gewachsenen Teesträuchern. Er hat ein volles und intensives Aroma, was zugleich mild im Gaumen ist und anregend im Körper wirkt.
Gu Zhang Mao Jian: Da diese Sorte besonders leicht und auch etwas süßlich im Geschmack ist, eignet sie sich gut für Einsteiger. Bei diesem Grüntee wird eine geringe Stufe der Fermentation vollzogen, sodass ihr die Bitterkeit entzogen wird. Kennzeichnend ist sie durch ihre zarten Blätter, die nur an zehn Tagen im Jahr gesammelt werden.
Ju Hua Cha: Dieser äußerst magenfreundliche Grüntee hat ein feines, weiches Aroma. Sein Abguss ist schwach gelb. Er zeichnet sich dadurch aus, dass 50 junge Triebe zu einer sogenannten Teerose gebunden und anschließend aufgegossen werden.
Lung Chin: Er ist eine der besten chinesischen Sorten. Abweichend von anderen Grünen Tees hat er neben einem leicht süßlichen und weichen Geschmack zusätzlich einen beflügelnden kühlenden Charakter. Sein Abguss ist hell und wirkt smaragdgrün, seine Blätter sind lang und flach.
Zubereitung des heilsamen Grüntees - Ziehzeit, Abgussmenge und Wasserhärte
Die Ziehzeit spielt bezüglich des Geschmacks und der Entfaltung der Inhaltsstoffe eine besondere Rolle in der Zubereitung. Je länger die Blätter im heißen Wasser sind, desto herber wird aufgrund der Gerbstoffe das Aroma. Diese Bitterkeit der Tannine hat aber auch einen Vorteil: sie wirken beruhigend auf den Verdauungstrakt. Um dem Grünen Tee hingegen einen möglichst anregenden Effekt zu entlocken, sollte er etwas kürzer brühen. Das Koffein wirkt nach einer dreiminütigen Ziehzeit am nachhaltigsten.
Durchschnittlich wird ein Teelöffel der Blätter pro 250 ml aufgegossen. Wenn eine ganze Kanne aufbereitet wird, sollte zusätzlich, zum Verhältnis zwischen der Litermenge und den Blättern, ein weiterer Löffel zugefügt werden. Die Kanne selbst sollte aus Porzellan oder Steingut bestehen.
Das Wasser sollte zur Aufbereitung einen möglichst geringen Härtegrad besitzen. Unbedenklich verwendbar sind Härtegrade bis zu einem Wert von 14. Am besten eignet es sich jedoch, wenn er unter 7 ist. Nach dem Aufkochen sollte das Wasser etwa 5-10 Minuten abkühlen, sodass die Temperatur auf 80°C für chinesische Tees und auf 60°C für japanische Tees zurückgeht. Anschließend werden die Teeblätter lose in das Wasser gegeben und nach der Ziehzeit herausgesiebt. Um den Aufwand zu verringern, kann man auch von vornherein ein Teesieb benutzen, in das die Blätter gelegt werden. In jedem Fall sollte man jedoch darauf achten, dass die Teeblätter frei schwimmen können, sodass sich das Aroma voll entfalten kann. Ein Teeei sollte demnach nicht verwendet werden.
Qualität des Grünen Tees
Liebhaber dieses Heiltees sollten insbesondere auf die Farbe der Blätter achten, da diese viel über die Qualität des Grünen Tees aussagt. Schlechte oder lange Lagerung sorgen dafür, dass die Blätter braun und minderwertig werden. Wohingegen intensiv grüne Blätter ein Zeichen dafür sind, dass der Grüntee sorgfältig und achtsam importiert wurde. Um möglichst lange die zahlreichen positiven Effekte des Tees auskosten zu können, sollte er kühl, trocken, geruchsneutral und vor allem dunkel gelagert werden. Letzteres lässt sich durch eine einfache runde, gut verschließbare Blechdose bewerkstelligen. Je besser der Tee ist, desto öfter kann er von den gleichen Blättern aufgegossen werden, wobei sich die Ziehzeit dann halbiert. Zu beachten ist allerdings, dass Folgeabgüsse nicht mehr die hochwertige medizinische Wirkung aufweisen.
Grüner Tee hält sich aufgrund der enthaltenen Antioxidantien bis zu 18 Monate. Dabei sollte nicht vernachlässigt werden, dass im Laufe der Zeit seine gesundheitsfördernde Eigenschaft abschwächt.
Informieren Sie sich weiter: Grüner Tee - heilsame Wirkung seiner Inhaltsstoffe
Literatur:
- Die Teefibel – Vielfalt und Heilkraft aus der Natur, Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft mbH
- Die besten Haus- und Naturheilmittel – Altbewährtes neu entdeckt, Gondrom
