
- Porzellangeschirr um grünen Tee zu genießen - Dmitrij Schloss
Lange Zeit zählte in Europa schwarzer Tee zu den beliebtesten Heißgetränken und besonders England und Norddeutschland waren und sind für ihre Teekultur bekannt. Mittlerweile ist jedoch der Genuss grünen Tees auf dem Vormarsch und zunehmend auch seine Spielarten, wie weißer Tee, gelber Tee oder Oolong. Wirft man nun einen genaueren Blick auf diesen Trend, wird man feststellen, dass er keineswegs neu ist, sondern vielmehr der Ursprung des Genusses der Teepflanze.
Die Geschichte des grünen Tees
Ob die Erfolgsgeschichte dieses aromatischen Heißgetränks nun westlich oder östlich des Himalayas, also in Indien oder in China begann, ist längst vergessen. Fakt ist aber, dass die erste geschichtliche Erwähnung des Tees vor 4700 Jahren durch den chinesischen Kaiser Shen Nong erfolgte. Weiterhin gilt es auch aus botanischer Sicht als erwiesen, dass die Teepflanze ursprünglich aus dem Bergdreieck zwischen Assam, Yünnan, Birma und den mittleren chinesischen Provinzen stammt. Das Privileg grünen Tee zu trinken war ursprünglich dem Adel vorbehalten bis im 4.Jahrhundert der chinesische Kaiser Tee statt Alkohol anordnete, was in der Folgezeit einen wahren Teeboom auslöste. Mit der Kolonialisierung hielt der grüne Tee im 16. Jahrhundert auch in Europa Einzug. Doch im 17.Jahrhundert löste der schwarze Tee den grünen Tee ab und machte mit der Fermentation des grünen Tees das beliebte Getränk von einem Heilmittel zum bloßen Genussmittel.
Anbaugebiete des Tees
In Japan wird ausschließlich grüner Tee angebaut. Die Anbaugebiete befinden sich in Shizuoka am Fuße des Fudschijama und in Kyoto.
In China ist 80% des angebauten Tees grüner Tee. Die Anbaugebiete befinden sich vor allem im Süden des Landes.
In Indien befinden sich die nördlichen Anbaugebiete Assam, Darjeeling und Doars, die südlichen Anbaugebiete befinden sich in Nilgiri und Travancore
Weitere Anbaugebiete befinden sich in Taiwan, Sri Lanka, Nepal, Indonesien, Afrika und Südamerika.
Grüner Tee für Einsteiger
Beim Kauf von grünem Tee empfiehlt es sich nicht den billigsten, aber auch nicht den teuersten auszuwählen. Billige grüne Tees im Supermarkt sind oft Mischtees, die noch dazu in Teebeutel abgefüllt und somit von minderer Qualität sind. Der potentielle Teetrinker sollte offene Tees, also lose Blätter aus dem Reformhaus oder Teeladen kaufen, denn nur so kann sich das Teearoma auch voll entfalten.
Bei der Lagerung gilt es zu beachten, dass der Tee dunkel und kühl aufbewahrt wird. Am besten erfolgt die Lagerung in Dosen, die dann auch nur für eine Sorte Tee benutzt werden, oder in lichtundurchlässigen Teebeuteln.
Sollten Sie zum Trinken Teetassen und Kannen aus Keramik benutzen, dann dürfen diese keinesfalls mit Spülmittel gesäubert oder für Kaffee verwendet werden, da sonst der feine Geruch und Geschmack des grünen Tees überlagert wird.
Traditionell wird aus kleinen Teeschalen getrunken, die ungefähr 150ml erfassen. Man greift auf dieses kleine Fassungsvermögen zurück, damit der Luftkontakt des Tees möglichst gering gehalten wird und somit Geschmack und Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Tee von hoher Qualität kann man bis zu viermal aufgießen, ohne dass er an gutem Geschmack einbüßt.
Als Teewasser kann ohne weiteres Leitungswasser verwendet werden. Man sollte lediglich bei einem Härtegrad über 14 Wasserfilter zur Aufbereitung nutzen, da sonst der Geschmack des Tees beeinträchtigt wird.
Der wichtigste Punkt aber für den zukünftigen Teegenießer ist eben das Genießen. Nehmen sie sich Zeit und Ruhe, wenn sie Tee trinken. Trinken Sie ihn bewusst und bereiten Sie ihn auch bewusst zu. Sie müssen keine Teezeremonie daraus machen, aber Sie können es als ein kleines Ritual sehen, dass Ihnen im hektischen Alltag 10 Minuten Ruhe und Kraft geben kann.
