
- Normal- und Spezialobjektive - Juza Nature Photography
Das einfachste Objektiv ist eine Sammellinse, wie sie um 1610 die ersten Fernrohre besaßen. In der Fotografie lassen sich die Aufnahmeobjektive nach der Brennweite in drei Gruppen einteilen: Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektive. Die tatsächlichen Brennweiten hängen jedoch vom Aufnahmeformat ab. Die Brennweite eines Normalobjektivs entspricht etwa der Formatdiagonalen. Legt man die Formate eines früheren Kleinbildes (24 x 36 mm) zugrunde, ist die Diagonale etwa 50 mm. Also hat ein Normalobjektiv 50 bis 55 mm Brennweite, ein Weitwinkelobjektiv etwa 28 mm, ein leichtes Teleobjektiv beginnt bei 80 mm. Normalobjektive, vor allem für Kleinbildkameras, haben heute eine sehr hohe Lichtstärke und sind angesichts der guten optischen Qualität sehr preiswert.
Normalobjektiv – wie das menschliche Auge sieht
Die meisten Normalobjektive haben eine Brennweite von 50 mm. Dieses Objektiv hat in der Regel eine hohe Lichtstärke, so dass es sich auch für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen eignet. Es bildet die Bilder ungefähr so ab, wie sie das menschliche Auge wahrnimmt. Kameras mit Wechselobjektive werden vom Hersteller mit einem Normalobjektiv ausgerüstet, das jedoch gegen Objektive mit kürzerer oder längerer Brennweite ausgewechselt werden kann.
Ultra-Weitwinkel- und Weitwinkelobjektiv
Ultra-Weitwinkelobjektive haben eine Brennweite von 6 bis 6 mm. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dieses Objektiv auch als „Fischauge“ bezeichnet. Sie entwerfen ein kreisförmiges Bld mit einem Blickwinkel von 180°, manche „sehen“ mit 220° sogar hinter die Kamera. Das Bild ist stark verzeichnet, senkrechte und waagerechte Linien sind gekrümmt.
Weitwinkelobjektive haben dagegen eine Brennweite von 15 bis 35 mm und einen größeren Einsatzbereich als Fischaugen-Objektive. Sie zeichnen sich durch eine große Schärfentiefe bei allen Blenden aus. Billige Weitwinkel-Objektive weisen an den Bildrändern manchmal geringfügige Verzeichnungen auf. Bei Weitwinkel-Aufnahmen aus geringem Abstand kann allerdings die Perspektive unnatürlich wirken.
Teleobjektive – alles ganz nah
Bei Teleobjektiven oder Telezoom-Objektiven liegt die Brennweite zwischen 80 und 300 mm. Der Bildwinkel ist entsprechend klein. Weil man das Objekt ähnlich wie bei einem Fernglas „heranholt“ erfassen Teleobjektive meistens nur einen Ausschnitt des Bildes. Teleobjektive eignen sich deshalb für Aufnahmen ferner Objekte oder für Nahaufnahmen. Sie sind nützlich, wenn man an einen Gegenstand nicht nahe genug herankommt, um ihn mit einer kürzeren Brennweite zu fotografieren. Ein solches Objektiv deckt einen ziemlich großen Brennweitenbereich ab und kann mehrere Objektive mit fester Brennweite ersetzen. Nachteile: Sie sind relativ schwer und unhandlich. Der große Abbildungsmaßstab bringt eine höhere Verwacklungsgefahr mit sich, so dass man mit kürzeren Verschlusszeiten arbeiten muss. Außerdem ist die Lichtstärke gerinder, als bei Normalobjektiven.
Spezialobjektive - für spezielle Zwecke
Für die Systemkameras gibt es inzwischen ein ganzes Arsenal an Wechselobjektiven. Viele Arten von Spezialobjektiven ermöglichen Aufnahmen in ganz speziellen Einsatzbereichen. Hier ist eine kleine Übersicht:
- Zoom-Weitwinkel – deckt einen Brennweitenbereich von 21 bis 35 mm ab und ersetzt drei Objektive mit den festen Brennweiten 21, 28 und 35 mm. Neben vielen Vorteilen ist das Objektiv schwerer und lichtschwächer als ein Weitwinkel-Objektiv mit fester Brennweite.
- Superweitwinkel – mit 15 mm Brennweite decken sie einen extrem großen Bildwinkel ab, können an den Rändern aber leicht verzeichnen.
- Fernobjektive – Objektive mit mehr als 300 mm Brennweite bezeichnet man als Fernobjektive. Nahaufnahmen aus großem Abstand (Tiere) machen hiermit besonderen Spaß. Verwacklungsfreie Aufnahmen gelingen aber nur mit einem Stativ.
- Spiegelobjektive – durch ihre besondere Konstruktion sind diese Objektive wesentlich kleiner als normale Teleobjektive. Sie funktionieren wie ein Spiegelteleskop und werden ab 500 mm Brennweite eingesetzt.
- Vario-Objektive - diese Objektive haben keine feste Brennweite. Der Benutzer kann sie stetig verändern - „variieren" - und innerhalb gewisser Grenzen beliebig einstellen, ohne dass das entworfene Bild eines Gegenstandes bei der Brennweitenvariation neu scharf eingestellt werden muss.
